Journalismus Ausbildung: Gehalt im Volontariat

Die Frage nach der Journalismus Ausbildung: Studienabsolventen, die in den Medien Fuß fassen wollen stehen früher oder später vor der Entscheidung,  ob es sinnvoll ist, sich für ein Volontariat in einem Verlag zu bewerben. Doch ist ein Volontariat wirklich der richtige Einstieg ins Berufsleben oder nur Ausnutzung mit kleinem Gehalt?

Bild: Madeleine Melzer

Eine Ausbildung im Journalismus – Ob Print, Hörfunk, Fernsehen oder Online – Volontariate sind seit Jahren als der klassische Berufseinstieg in den Journalismus bekannt. Die Journalismus Ausbildung dauert in der Regel 12 bis 24 Monate und vermittelt Grundkenntnisse der journalistischen Praxis. Der Volontär wird an die Arbeit in der Redaktion herangeführt, besucht innerbetriebliche Schulungen und sammelt in unterschiedlichen Abteilungen praktische Erfahrung. Das bedeutet aber nicht nur zusehen und lernen, sondern im Laufe des Volontariats auch verantwortungsvolle Aufgaben zu übernehmen und eben wie ein Redakteur zu arbeiten.

Journalismus Ausbildung – Geringes Gehalt für viel Arbeit

Wer als Volontär in einem Medienunternehmen wie ein Redakteur arbeitet wird aber noch lange nicht wie einer bezahlt. Am Beispiel des Printjournalismus bedeutet das ein Gehalt von 1300 bis maximal 1900 Euro netto pro Monat. Die 300 größten Tageszeitungen haben sich mit der Dienstleistungsgesellschaft ver.di und dem Deutschen Journalistenverband auf diese Spanne geeinigt. Die tarifvertragliche Vereinbarung gilt aber längst nicht für alle Medienunternehmen. Bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, bei den privaten Sendern und kleinen Lokalzeitungen kann die Bezahlung dagegen auch geringer ausfallen.

Stressiges pendeln zwischen Standorten

Zum Problem wird das geringe Gehalt vor allem dann, wenn der Volontär zwischen verschiedenen Standorten über zwei Jahre hinweg pendeln muss. So haben WDR und SWR beispielsweise Standorte in verschiedenen Städten verteilt, damit die Nachwuchsjournalisten möglichst viele Abteilungen durchlaufen, wechseln sie alle zwei Monate ihren Arbeitsplatz und damit ihren Wohnsitz. So mancher entscheidet sich aufgrund der fehlenden finanziellen Mittel daher für Übergangslösungen wie Couchsurfing. Sicher spannend – während der stressigen Ausbildungszeit aber wohl eher eine zusätzliche Belastung. Allerdings bietet dieses System auch die Chance, das Unternehmen und die verschiedenen Standorte kennen zu lernen, was später im Beruf von Vorteil sein kann.

Schlechte Karten für Journalismus Studenten 

Was vielen Anwärtern nicht klar ist – Volontäre haben meist keine Journalismus Ausbildung, sondern kommen aus fachfremden Studiengängen. Absolventen mit einem Abschluss in Politikwisschenschaftten, Jura oder Wirtschaft sind gerne gesehene Bewerber, da sie Expertenwissen in die Redaktionen bringen. Die journalistischen Kenntnisse werden den Volontären dann im Laufe der Journalismus Ausbildung vermittelt. Journalismus Studenten haben es ohne dieses fachliche Expertenwissen mittlerweile schwer, sich gegen die Mitbewerber durchzusetzen.

Kein Vertrag nach dem Volontariat 

Wer es geschafft hat, ein begehrtes Volontariat zu ergattern, kann sich nach der Journalismus Ausbildung im Unternehmen nur selten über einen unbefristeten Arbeitsvertrag freuen. Als ausgebildeter Journalist winkt der befristete Arbeitsvertrag oder die freie journalistische Tätigkeit.

Journalismus Ausbildung – Volontariat als beliebter Berufseinstieg 

Am Ende bedeutet das Volontariat wohl weder der Kick für den Karrierestart noch Schuften für niedriges Gehalt.. In zwei Jahren journalistischer Ausbildung bemühen sich die Medienunternehmen dem Nachwuchs so viel wie möglich beizubringen, den Alltag eines Journalisten zu leben und in verschiedenen Abteilungen und Standorten zu arbeiten. Andererseits bleibt die Frage, ob sich all das für eine geringe Bezahlung und eine unsichere Zukunft lohnt. Für viele Nachwuchsjournalisten tut es das: Rund 80 Prozent aller Berufseinsteiger im Journalismus entscheiden sich für das Volontariat. Journalismus Ausbildung in Form von Volontariaten kann also ein Sprungbrett für die Karriere im Journalismus sein.

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