Bildgestaltung – Die Kunst fotografisch zu sehen

In den Medien sollen Bilder Dokumentieren- und möglichst für einen längeren Zeitraum in Erinnerung bleiben. Wie also schaffe man es, einen neuen Blickwinkel auf allzu bekannte Motive zu finden, mit Emotionen zu spielen und die eigentliche Botschaft auf visueller Ebene zu vermitteln? Reicht die Bildgestaltung hierfür aus?

Auf das Wesentliche reduzieren

Im Gegensatz zur Kamera trifft der Mensch bei der Wahrnehmung bereits eine „Vor- Auswahl“ und gestaltet daraus seine eigene Wirklichkeit. In der Bildgestaltung muss man diesen Prozess nachahmen, indem man sich auf einen bestimmten Bildausschnitt festlegt.

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Den Blick, durch Motiv und Bildgestaltung, lenken

Immer wieder bilden Straßen, Bäume und so weiter Linien im Bild. Geschickt angeordnet laufen sie direkt auf das Hauptmotiv zu und wirken so als Eyecatcher. Der Horizont jedoch sollte möglichst keine Schieflage haben.

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Distanz überwinden

Seit jeher interessieren wir uns für das Leben unsrer Mitmenschen. Da die meisten Leute jedoch mit Scheu auf eine Kamera reagieren, lohnt es sich, abzuwarten und in einem ungeahnten Moment abzudrücken. So entstehen authentische Bilder, die das Wesen der porträtierten Person widerspiegeln und beim Betrachter Emotionen wecken. Die Positionierung, und die Bildgestaltung, des Hirten abseits der Mittellinie macht das Bild außerdem spannend und harmonisch zugleich. Die Erklärung dafür liefert die sogenannte Drittelregel. Wenn man die Aufnahme gedanklich nämlich in neun gleich große Rechtecke aufteilt, befindet sich der „Handschlag“ von Mensch und Tier genau auf einem dieser Schnittpunkte.

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Die Perspektive wechseln

Wer hätte bei diesem Bild schon an eine stickige und quirlige Großstadt gedacht? Die Margeriten standen auf einigen wenigen Quadratmetern Grün an einer vielbefahrenen Straßenkreuzung. Durch die Froschperspektive sind die mehrstöckigen Häuser rundherum wie ausgelöscht. Die Bildgestaltung kann den Hintergrund des Bildes verändern. Die gedämpften Farben bringen zusätzliche Ruhe in die Komposition.
Eine Aufnahme aus der Vogelperspektive hingegen hätte genau das Gegenteil bewirkt: die hohe Kameraposition verbunden mit dem herumliegenden Müll ließen eher einen schäbigen Eindruck entstehen, der dann wieder an die Schattenseiten einer Metropole erinnert.

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