Spiele, die jeder Medienmacher kennen sollte – Die 90er

Ob C64, Sega Megadrive, Playstation, NES, Gameboy oder Wii. Gaming ist keine neue Modeerscheinung. Schon seit Jahren gibt es eine große Community und tausende Fans des "Daddelns". Jedoch rutscht das Zocken von Videospielen nun immer mehr in das Scheinwerferlicht der Medienbranche. Interaktive Geschichten, selbst Handeln anstatt sich einen vorgegebenen Film anzusehen. Im Folgenden nun Teil Zwei von: Spiele, die jeder Medienmacher kennen sollte.

 

Heute Lektion 2 : Spiele der 90er

Als die Menschheit  in den 90er Jahren befürchtete, dass die Welt untergehen würde erblickten viele wunderbare Games das Licht der Welt. Sie trotzten der Gefahr. Sie boten der Jahrtausendwende die Stirn. 2000 kam. Nichts geschah. Kein Computer stürzte ab, die Welt versank nicht im Chaos oder Höllenfeuer. Zum Glück nahmen auch die Spielemacher das Ganze nicht ernst und entwickelten in den 90ern Games, die die Welt bewegten.

Den Anfang macht die Spielreihe, die das Zeitalter der RPG’s, für Noobs Role-play-games, oder auch Rollenspiele genannt, einläutete.

Final Fantasy

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Der erste Ableger der Reihe Final Fantasy I erschien bereits 1987 in Japan. 1990 feierte es dann sein großes Debüt auf der NES in Amerika. In Deutschland wurde es unter dem Namen Final Fantasy Origins zusammen mit dem zweiten Teil der Reihe für die Playstation veröffentlicht. Insgesamt sind bis heute 12 weitere Titel der Hauptreihe entstanden. Hinzu kommen 2 Animationsfilme, drei Animes und viele andere ähnliche Titel auf verschiedensten Plattformen, sogar auf den Smartphones. Der Entwickler Hironobu Sakaguchi und die Herstellerfirma Square-Enix konnten mittlerweile weit über 100 Millionen Kopien ihrer Spiele verkaufen.

 Das Kampfsystem ist wie bei RPG’s üblich rundenbasiert, das heißt jeder Charakter führt eine Attacke aus, dann folgt der nächste oder der Gegner. Das Ganze läuft unter dem Zufallsprinzip, man läuft durch die Landschaft und plötzlich ändert sich der Bildschirm und man befindet sich im Kampf mit einem Gegner. In den neueren Teilen, wie XI, XII und XIV, wird von dieser Art jedoch abgewichen. Die Gegner befinden sich bereits sichtbar auf dem Spielfeld, Zufälle gibt es somit nicht mehr. Das strategische Kampfsystem wurde jedoch beibehalten. Jeder Teil der Reihe hat seine meist eigene abgeschlossene Geschichte. Dies macht jede Neuerscheinung zu einem noch nie dagewesenen Erlebnis.

Mit Strategie geht es nun auch weiter, denn dieses Spiel revolutionierte das Gameplay in dem gleichnamigen Genre: Strategie.

Dune 2

Dune_2

Das Interface von Dune findet man auch in heutigen Echtzeit-Strategiespielen noch. Bild: Wikipedia

Dune 2 basiert auf dem Roman „Der Wüstenplanet“ von Frank Herbert und dem Film „Dune“ von David Lynch. Hauptsächlich geht es darum die Weltherrschaft an sich zu reißen. Der Spieler kann sich für eines der drei „Häuser“ Artreides, Harkonnen oder Ordos entscheiden. Je nach dem welches  der Spieler wählt stehen ihm unterschiedliche Baumöglichkeiten zur Verfügung. Zuerst muss man seine Basis errichten, Einheiten bauen und Rohstoffe sammeln,  das sogenannte „Spice“. Dies kann dann mittels einer Raffinerie in Geld umgewandelt werden. Und mit mehr Geld kann man mehr und vorallem effektivere Einheiten bauen.

Das Spiel der bekannten Herstellerfirma Westwood erschien 1992 und machte dem Namen Echtzeit-Strategie alle Ehre. Der Spieler konnte nun endlich aktiv ins Geschehen eingreifen, seine Truppen sammeln und als gebündelte Kraft angreifen lassen oder strategisch an zwei Fronten kämpfen lassen. Die Hersteller ließen dies auch in ihre nächsten Titel einfließen und besonders „Command and Conquer“ wurde rasch bekannt. Aber auch andere Firmen wie Blizzard nahmen sich ein Beispiel und entwickelten auf der Basis von Dune II ihr eigenes Echtzeitstrategie-Spiel „Warcraft“.

Stell dir vor du schmeißt eine Tomate auf den Boden und schreist : „Los Pikachu!“

Pokémon

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Das Besondere an der gelben Edition, das Starter-Pokemon Pikachu läuft euch wie im Anime hinterher. Bild: Nintendo

Das Kürzel für Pocket Monsters zu deutsch Taschenmonster wurde innerhalb kürzester Zeit zum größten Symbol der Jugend der 90er Jahre. 151 Pokemon galt es zu schnappen. 8 Arenaleiter zu besiegen. Zahlreiche Trainer weinend zu ihrer Mami zurück zu schicken. Die Top Vier zu bezwingen. Das Legendäre Pokemon zu fangen. Und sich ALLE Pokemon zu schnappen.

Das Spiel aus dem Hause Gamefreak belebte 1996 den Hype um den Gameboy wieder neu. Und nach drei Jahren durften auch die Europäer endlich auf die Jagd gehen. Insgesamt sind 24 Spiele der Hauptstory erschienen, die sich über 200 Millionen mal verkauft haben. Hinzu kommen 17 Filme, zahlreiche Merchandise Produkte und natürlich die Anime-Serie. Doch das ist noch nicht alles, massig Nebenspiele sind erschienen wie z.B. die „Pokemon Ranger“ Reihe, „Mystery Dungeon“ Reihe usw., die ihre Fans ebenso begeistern wie das Hauptspiel.

Mit jeder neuen Generation der Pokemon Saga gab es natürlich mehr Monster zu fangen, andere Regionen zu erkunden und neue Gegner zu besiegen. In jedem Spiel kann man jedoch nur eine Region besuchen, nicht alle. Die zweite Generation Gold und Silber sowie die Remakes Heartgold und Soulsilver für den Nintendo DS boten hier eine Ausnahme: Sowohl die alte Region Kanto wie auch die neu hinzugekommene Johto kann erforscht werden. Wer sich die neusten Generationen, genannt X und Y, kauft kann nun insgesamt 719 Pokémon fangen und zum ultimativen Poké-Champ werden.

 

 Ohne den nächsten Titel hätte es Call of Duty nie gegeben. Der Wegbereiter der Egoshooter:

Doom

Doom

So brutal können Pixel sein. Die heutige Jugend würde es wahrscheinlich nur auslachen. Bild: de.ign.com

Der 1993 erschienene Titel war einer der ersten 3D Egoshooter Games auf dem Pc. Für Noobs: Als Egoshooter bezeichnet man ein Spiel bei dem man aus Erste-Person-Sicht schießt. Vorallem in Deutschland wurde es sehr bekannt, da der eigentlich erste Egoshooter „Wolfenstein 3D“(1992) in Deutschland verboten wurde und somit keine Konkurrenz bot. Der Spieler schlüpft hierbei in die Rolle eines Space Marines im Kampf gegen Zombies und andere Kreaturen der Hölle, die Forscher wie immer „ausversehen“ aus ihrem Verlies in der Unterwelt befreit haben. Aber nicht nur Geballer gibt es in diesem Retro-Shooter. Auch kleinere Rätsel und Schaltungen fanden ihren Weg ins Game und lockern so die Spieldynamik auf. Diesen Wechsel zwischen Action und kleineren Denkaufgaben findet man auch in den heutigen Egoshootern wieder.

Aufgrund der vielen gewalttätigen Pixel im Spiel wurde es bis 2011 auf die Liste der jugendgefährdenden Medien gesetzt ist nun aber mit USK 16 erhältlich.

Auf dies folgt im nächsten Beitrag die Spiele nach der Jahrtausendwende, von der weltbekanntesten Lebenssimulation bis hin zu überfahrenen Omas auf dem Gehsteig.

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