Quereinstieg in den Journalismus – Wer wagt, gewinnt!

Ismeni Walter studierte ursprünglich Biologie. Doch ihr Weg lief anders als geplant: durch ein Stipendium nämlich fasste sie Fuß im Journalismus und  hat inzwischen einen Lehrstuhl an der FH Ansbach inne.

Die Wahl fiel auf die Biologie

Bücher lesen und Kinobesuche. Das war schon immer ihr Ding. “ Es hat mir dabei geholfen, die Gesetzmäßigkeiten eines guten Filmes zu verstehen und sie in die Tat umzusetzen.“, erklärt Ismeni Walter. Dennoch hat sie sich gegen den Journalismus entschieden und vorerst Biologie studiert. Wenn sie über ihr Fachgebiet spricht, schwingt Begeisterung in ihren Worten mit. Die Naturwissenschaft wird in irgendeiner Weise wohl immer eine bedeutende Rolle in Ismeni Walters Leben spielen. Nichtsdestotrotz keimte die Lust am Schreiben wieder auf und sie bekam über eine Hospitanz bei der Süddeutschen erste Einblicke in die Medienwelt. Die Weichen für eine journalistische Laufbahn waren dadurch gestellt. Denn neben dem Studium lernte sie dort das journalistische Handwerk von der Pike auf und jobbte seitdem als freie Redakteurin für den Wissenschaftsteil. Bis die Arbeit rief.

Es kommen Zweifel auf

Denn mit dem Ziel zu promovieren, verschlug es Ismeni Walter nach Boston. Ein Jahr lang forschte sie dort an der Harvard Medical School, bevor es weiterging auf das kleine Eiland Helgoland weit abgeschieden im Meer. Hier schrieb sie ihre Doktorarbeit zum Thema „Einfluss von Erdöl auf das Verhalten von Hummern“. Die gesellschaftsliebende Forscherin allerdings sah dort keine Zukunft und freute sich umso mehr, wenn sich der Besuch eines Kamerateams wie das von Quarks und Co. (WDR) ankündigte. Regelmäßig kamen sie auf die Insel, um sich über die Erkenntnisse aus dem Alfred- Wegner- Institut für Meeresforschung auf dem Laufenden zu halten und sprachen Ismeni Walter zudem ihr Interesse aus. Fachkundige waren bei dem finanziell gut ausgestatteten Fernsehsender schließlich gern gesehen und so blieb der Kontakt über die Jahre bestehen. Ismeni Walter war damals bereits klar, dass sie lieber „über die Biologie schreibt, anstatt selbst Daten zu erheben.“

Ein Volontariat ermöglichte den Wechsel

Mit etwas Glück erhielt sie dann ein Stipendium, ihr „handgestricktes Volo“, und machte sowohl beim Hörfunk als auch im Film und der klassischen Printredaktion Halt. Hängen geblieben ist sie jedoch im TV- Bereich, bei ihren Akquisiteuren vom WDR. Zusammen mit einem langjährigen Mitarbeiter bildete sie ein Team und profitierte von dessen Übung, während sie selbst langsam zur eigenverantwortlichen Kamerafrau heranwuchs. Ganz nach dem Motto „learning by doing“. Die Fertigstellung ihrer Doktorarbeit sei parallel gelaufen. Eine Herangehensweise, zu der sie niemandem raten würde. Die Bekanntschaften und Erlebnisse beim Dreh aber machten die Unbequemlichkeiten mehr als wett und die Quereinsteigerin fasste nach und nach Fuß in der Branche.

Am Ziel angelangt

Von Anfang an hatte Ismeni Walter Spaß an der Arbeit. Die Behauptung in der freien Wirtschaft sei trotzdem anstrengend gewesen. Die Mühe, die sie in die Magazinbeiträge steckte, hätte kaum Würdigung gefunden. Eine Vermarktung unter ihrem Namen unmöglich gewesen. Von daher war es nun an der Zeit, längere Dokumentationen in eigener Regie zu produzieren. Das Know How dafür hatte sie jedenfalls. Eines Tages aber tat sich eine weitere Chance auf: über einen Kollegen erfuhr sie von einem freien Lehrstuhl in Ansbach. Umgehend ergriff Ismeni Walter die Initiative und hat nun die Gelegenheit, ihre Erfahrungen weiterzugeben. Lediglich das Filmen komme momentan etwas kurz.

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