Die Jungredakteurin – Einstieg in den Beruf Journalist

Geschichten erzählen, die bewegen. Das ist es, was Alexandra Amling so an ihrem Beruf als Printjournalistin liebt. Im Interview erzählt sie von ihrem Berufsalltag und warum man für den Beruf Journalist brennen muss.

Im der Berufswelt angekommen: Die Printjournalistin Alexandra Amling (Quelle: privat)

Vor zwei Jahren hat Alexandra Amling (25) das Ressortjournalismus-Studium an der Hochschule Ansbach mit dem Schwerpunkt Kultur beendet. Nach einem Volontariat beim Magazin Focus ist sie als Jungredakteurin zur FUNKE Women Group gewechselt. Sie lebt in München.

Welche Berufsvorstellung hattest du, als das Studium los ging?

Seit ich denken kann, wollte ich immer Printjournalistin bei einem Nachrichtenmagazin
werden. Das hat sich nie geändert.

Was genau sind deine Tätigkeiten als Jungredakteurin?

Die ganze Palette des Print: Von Recherche über Berichte, Interviews, Reportagen und Meldungen schreiben bis zu Pressekonferenzen besuchen und Bilder auswählen.

Wie bist du zu der Stelle gekommen?

Ich habe mich ganz einfach offiziell beworben und bin glücklicherweise aus einer Schar von Bewerbern rausgepickt worden. Ich glaube, mein Glück war das Volo bei Focus – das hat mir Tor und Türen geöffnet.

Was reizt dich an deinem Beruf besonders?

Ich finde es wahnsinnig spannend, den Menschen Geschichten zu erzählen, die sie so noch nie gehört haben. Menschen zu treffen, die schwere Schicksalsschläge hinter sich haben. Menschen, die etwas Besonderes bewegt haben – Menschen, die beeindrucken. Das ist für mich tatsächlich das aufregende und spannende an diesem Beruf. Man weiß nie, was auf einen zukommt.

Welche Eigenschaften braucht man deiner Meinung nach für deinen Job?

Vor allem Neugierde – ohne diese Eigenschaft kann man Geschichten nur lauwarm erzählen. Außerdem unglaublichen Biss, um sich in diesem Haifischbecken durchzuboxen. Und, ganz wichtig: Ein Herz für diesen Job. Keiner, der in den letzten 15 Jahren den Beruf des Printjournalisten ergriffen hat, ist davon ausgegangen, einen Beruf mit Zukunft zu haben oder das große Geld damit zu machen. Man muss dafür brennen – und dann lebt man diesen Job.

An was musstest du dich erst gewöhnen?

Meinen Namen in einem der größten Nachrichtenmagazine Deutschlands gedruckt zu sehen. Das war für mich wie Geburtstag und Weihnachten gleichzeitig – und ich blicke immer noch sehr ungläubig darauf. Beim Magazinjournalismus speziell musste ich mich daran gewöhnen, viel Zeit und Kreativität in meine Geschichten stecken zu können. Ich kannte davor nur Tageszeitung und den Stress, der damit verbunden war: Teilweise bis zu zehn Artikel tagesaktuell schreiben und recherchieren, alles wie am Fließband in die Tasten hacken, nicht viel Zeit für Kreativität. Die Entschleunigung im positiven Sinne war neu für mich.

Von welchen Erfahrungen aus der Studienzeit kannst du nun profitieren?

Vor allem von der Hochschulzeitschrift Kaspar – dadurch, dass ich dort Chefredakteurin war, war ich in komplett alle Produktionsabläufe eingebunden und konnte von der Pike auf lernen, wie ein Magazin entsteht. Sehr nützlich sind auch die Erfahrungen in den anderen Bereichen Foto, TV und PR, da heutzutage auch von Printjournalisten ein umfassendes Wissen in diesem Bereich gefordert wird. Das steigert die Chancen, in dem Job Fuß zu fassen.

Was hättest du gemacht, wenn es nicht geklappt hätte?

Mein Plan B war immer der Bereich PR. Falls ich nach dem Studium kein Print-Volo bekommen hätte, hätte ich mich wohl als PR-Trainee beworben. Aber es ist zum Glück alles so gelaufen, wie ich es mir von Anfang an gewünscht hatte.

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