Volontariat – der Schritt zum Radiomoderator

Als Radiomoderator zu arbeiten zog Sebastian Panholzer nie in Erwägung. Im Interview erzählt er, warum er sich doch für Hörfunk entschieden hat.

Sinneswechsel: Der gelernte Optiker Sebastian Panholzer als Volontär bei Radio 95.5 Charivari (Quelle: 95.5 Charivari)

Im Juni 2014 hat Sebastian Panholzer das Ressortjournalismus-Studium an der Hochschule Ansbach mit dem Schwerpunkt Politik und Wirtschaft beendet. Seit September arbeitet der 26-Jährige als Volontär beim Radiosender 95.5 Charivari in München.

Welche Berufsvorstellung hattest du, als das Studium los ging?

Ich hatte gar keine Berufsvorstellungen, da ich zuvor eine ganz andere Ausbildung gemacht habe – zum Optiker. Ich wollte irgendwas mit Medien machen. Anfangs lag mein Hauptaugenmerk auf Print, das hat sich aber verflüchtigt. Während des Studiums war ich dann von jedem Medium mal begeistert.

Für was hast du dich letztendlich entschieden?

Eigentlich fürs Fernsehen. Aber ich bin beim Radio gelandet – bei dem Medium zu dem ich auf gar keinen Fall gehen wollte. Es hat mich überhaupt nicht interessiert. Ich habe während des Studiums beim Fernsehen Praktikum gemacht, bei Welt der Wunder und bei Galileo. Meine Entscheidung war dann, dass ich nicht hinter der Kamera bleiben, sondern davor stehen will.

Und warum dann doch Radio?

Mein bester Kumpel war beim Radio und begeistert davon. Zwischen Projektarbeit und Bachelor hab ich dann doch ein Praktikum gemacht – bei 95.5 Charivari. Da hab ich überraschend gemerkt, dass mir die Arbeit wirklich Spaß macht und ich sehr viel lerne, was mir später vielleicht auch mal vor der Kamera nützen könnte. Jauch und Gottschalk haben ja auch so angefangen (lacht). Für das Volontariat habe ich mich allerdings trotz Praktikum ganz normal bewerben müssen. Ich finde aber, ein Praktikum ist die beste Voraussetzung für eine Bewerbung. Da können die gleich mal sehen, was man kann.

Was genau sind deine Tätigkeiten?

Ich mache vor allem viele Interviews am Telefon, produziere kurze Beiträge und schreibe die Texte für die Radiomoderatoren. Dann gehe ich sehr viel auf Termine: von Pressekonferenzen der Polizei bis zum Audi Generation Award. Ab und zu mache ich bei den Nachrichten die sogenannten Aufsager, das steigert sich immer mehr. Außerdem stehe ich oft im Studio und übe das Sprechen, um bald meine eigenen Beiträge als Radiomoderator sprechen zu können.

Was reizt dich an deinem Beruf besonders?

Ich bin erst am Anfang, aber meine Spezialisierung wird dann auf Moderation liegen. Und das zu lernen ist nicht nur das Ziel, sondern auch der Reiz an der ganzen Geschichte. Außerdem verliere ich hier dann auch die Scheu, mit prominenten Personen zu sprechen.

Welche Eigenschaften braucht man deiner Meinung nach als Radiomoderator?

Man muss ein relativ selbstsicheres Auftreten haben. Zumindest bis zu einem gewissen Grad, denn auf wichtigen Terminen musst man präsent sein. Wenn du da schüchtern bist und ein dünnes Stimmchen hast, wirst du leicht überhört. Und ja, ich weiß, es ist eine oberflächliche Geschichte, aber man muss ein gewisses äußeres Auftreten haben, ein gepflegtes. Der Sender muss dich auf Termine schicken können, du repräsentierst ihn ja.

Gibt es etwas, was dich stört oder womit du nicht gerechnet hättest?

Nö, überhaupt nicht. Durch das Praktikum wusste ich, was auf mich zukommt. Naja gut, beim Radio verdienst du am wenigsten. Das ist unschön, vor allem hier in München. Aber das hat mich auch nicht überrascht.

Von welchen Erfahrungen aus der Studienzeit kannst du nun profitieren?

Von denen, die ich während der Praktika gemacht habe und während der Studienarbeiten. Zu meiner Zeit wurde Radio im Studium absolut stiefmütterlich behandelt. Das fällt mir jetzt auf, dass ich in diesem Bereich am wenigsten weiß, im Vergleich zu Print und Fernsehen. Es wäre besser zu wissen, wie man fürs Hören schreibt. Aber ich kann auf die Grundkenntnisse aus Print zurückgreifen, also wie man Interviews führt oder recherchiert.

Was hättest du gemacht, wenn es nicht geklappt hätte?

Ich hatte mich noch bei einem anderen Radiosender beworben. Aber ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Ich hab auf Risiko gespielt und war sehr optimistisch. Notfalls hätte ich mich noch bei Produktionsfirmen beim Fernsehen beworben.

Und nach dem Volontariat geht’s ab zum Fernsehen und vor die Kamera?

Das ist eine offene Geschichte. Nebenbei mache ich noch Moderationscoaching vor der Kamera. Ob ich dann gleich den Einstieg schaffe, kann ich nicht sagen. Vielleicht bleibe ich auch noch beim Radio.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*