Die Bildredakteurin

Ihre Foto-Objekte sind schnell, doch Simone Katheder entwischt keines. Im Interview erzählt die Bildredakteurin von ihrem crossmedialen Job und warum man kein Autofan sein muss, um bei der Motorpresse zu arbeiten.

Beruflich von Autos begeistert: Simone Katheder (Bild: Heidrun Hönninger)

Simone Katheder (27) hat Multimedia und Kommunikation mit den Schwerpunkten TV-Journalismus und 3D-Animation an der Hochschule Ansbach studiert. Seit 2013 arbeitet sie als Bildredakteurin beim Axel Springer Auto Verlag in Schwabach bei Nürnberg.

Welche Berufsvorstellung hattest du, als das crossmediale Studium los ging?

Die war relativ klar: Ich wollte Fotoredakteurin werden und bin es dann auch geworden.

Wo arbeitest du jetzt und wie bist du zu dieser Stelle gekommen?

Ich bin beim Axel Springer Auto Verlag in Schwabach. Davor war ich ein halbes Jahr bei Sky in München. Dort hat es mir als Bildredakteurin zwar auch sehr gut gefallen, aber ich wollte wieder heim in die Umgebung von Weißenburg. Da ist Schwabach einfach näher an meinem Heimatort als München. Das Stellenangebot hab ich ganz klassisch in der Zeitung gefunden.

Was genau sind deine Tätigkeiten?

Ich buche Fotografen, suche die Locations für die Fotoshootings aus, recherchiere Bilder, kläre die Bildrechte und stelle Honorare aus. Dann filme und schneide ich aber auch Videos. Auf meinem Vertrag steht zwar Bildredakteurin, aber im Grunde bin ich für den kompletten crossmedialen Multimedia-Bereich zuständig.

Was reizt dich an deinem Beruf besonders?

Die crossmediale Arbeit ist total abwechslungsreich, auch wenn es sich nur um Autos dreht. Jeden Monat kommen neue Modelle auf den Markt. Als Koordinatorin für die Shootings bin ich selber öfters mal mit dabei, auch wenn ich nicht selbst fotografiere. Und dann zu schauen, wie bringt man auf den Fotos und in den Filmen zum Beispiel die Schnelligkeit am besten rüber – das finde ich absolut geil. Wie beim letzten Shooting mit drei verschiedenen Generationen von Ferraris am Kasseler Flughafen. Da hätte ich sogar selbst fahren dürfen, hab‘ mich dann aber doch nicht getraut.

Klingt so, als würdest du dich auch privat sehr für die Fotoobjekte interessieren.

Autos? Nein, überhaupt nicht. Das ist überhaupt nichts für mich (lacht). Aber meine Arbeit finde ich super spannend und ich könnte mir ehrlich gesagt nichts anderes vorstellen. Dabei hätte ich mich fast nicht auf die Anzeige beworben. Denn von der Beschreibung her dachte ich, dass ich keine Chance hätte, genommen zu werden. Jetzt bin ich echt froh, dass ich mich getraut habe und es geklappt hat.

Von welchen Erfahrungen aus der Studienzeit kannst du nun profitieren?

Durch die verschiedenen crossmedialen Bereiche in meinem Studium hab ich jetzt ein großes Querschnittswissen. Ich kann zum Beispiel nicht nur Fotos bearbeiten, sondern kenne mich crossmedial aus. Hier (in der Redaktion, Red.) verstehen zwar alle was von Print, aber niemand weiß, wie man Videos macht. Da bin ich die einzige.

An was musstest du dich erst gewöhnen?

An den enormen Zeitdruck und die krassen Terminvorgaben. Dann gibt’s immer wieder diese Tage, da kommt jemand eine Stunde vor Redaktionsschluss und will noch ein Bild aus Amerika. Aber du weißt, dass die gerade schlafen (lacht). Da muss man echt die Nerven bewahren können.

Was hättest du gemacht, wenn es nicht geklappt hätte?

Dann wäre ich wahrscheinlich wieder nach München, weil da einfach die Jobauswahl viel größer ist.

Welche Eigenschaften braucht man deiner Meinung nach für den Beruf?

Man muss gut mit Zeitdruck umgehen können und sehr genau und gewissenhaft arbeiten. Man muss auch gut organisieren und improvisieren können, sollte mal was nicht klappen. Und das passiert öfter als gedacht.

 

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