Die Junior-Redakteurin beim Fernsehen

Kindern Wissen vermitteln, das reizt Sarah Schultes besonders. Im Interview erzählt sie von ihrem Beruf als Redakteurin beim Fernsehen.

Spaß bei der Arbeit: Junior-Redakteurin Sarah Schultes und Moderator Johannes Büchs (Foto: Milena Virchow)

Vorletztes Jahr hat Sarah Schultes das Ressortjournalismus-Studium an der Hochschule Ansbach mit dem Schwerpunkt Medizin und Biowissenschaften beendet. Die 25-Jährige ist Junior-Redakteurin bei der Produktionsfirma tvision GmbH in Köln.

Welche Berufsvorstellung hattest du, als das Studium los ging?

Ganz am Anfang war meine Vorstellung vom Journalismus klassisch: Print und Fotografie, in Richtung Magazin.

Was machst du jetzt?

Ich arbeite als Junior-Redakteurin bei der Produktionsfirma tvision GmbH in Köln. Wir machen pädagogische Kindersendungen für die Öffentlich-Rechtlichen, zum Beispiel „Wissen macht Ah“ oder „Die Sendung mit der Maus“.

Eine 180 Grad Wendung also.

Ja, wobei mich Fernsehen schon immer interessiert hat. Aber gerade am Anfang war das noch weit weg. Ich dachte, dass es unglaublich schwer ist, da reinzukommen. Ich kannte auch nichts bei mir zu Hause in der Umgebung, wo man in Richtung Fernsehen hätte gehen können. Aber das hat sich dann während des Studiums geändert.

Wie bist du zu der Stelle gekommen?

Während des Praxissemesters habe ich ein Praktikum bei dieser Firma gemacht. Eigentlich wollte ich zum WDR, habe dann aber erfahren, dass der Sender die Sendungen, die mich interessiert haben, nicht selbst produziert, sondern produzieren lässt. Bei tvision zum Beispiel. Während ich nach dem Praxissemester an meiner Bachelorarbeit schrieb, rief mich die Chefin an und bot mir ein Volontariat an. Danach wurde ich übernommen.

Was genau sind deine Tätigkeiten?

Ich bin bei der Kindersendung „neuneinhalb“. Meine Aufgaben sind Recherche, Dramaturgie sowie Drehbuch schreiben, Regie führen und Co. Ich bin verantwortlich für die Entstehung der Sendung. Wobei ich da jetzt auch nicht allein bin, sondern im Team mit meiner Redaktion arbeite. Jeder ist immer für eine Folge verantwortlich.

Was reizt dich an deinem Beruf besonders?

Mir gefällt es, Themen, egal ob aktuell, medizinisch oder gesellschaftspolitisch, kindgerecht aufzuarbeiten. Und dass ich immer wieder neue Themen habe, für die ich genug Zeit habe, mich einzuarbeiten und das Drehbuch zu schreiben. Bei der Umsetzung habe ich viele Freiheiten in der Gestaltung und kann richtig kreativ werden. Und es macht mir sehr viel Spaß, im Team zu arbeiten.

Welche Eigenschaften braucht man deiner Meinung nach für deinen Beruf?

Auf alle Fälle Teamfähigkeit, weil man als Redakteur Moderatoren, Kameraleute und Cutter anleiten können muss. Es ist wichtig, dass man nicht schüchtern ist – du musst den Leuten Anweisungen geben und genau sagen können, was du willst.

Warum hast du dich für diesen Job entschieden?

Für mich ist Fernsehen so das allumfassende Medium, bei dem alles zusammenkommt: Text, Bild, Musik. Außerdem macht mir die Themenarbeit wahnsinnig Spaß und finde es klasse, dass ich den Kindern Wissen vermitteln kann.

An was musstest du dich erst gewöhnen?

An die Verantwortung, die ich als Redakteurin habe. Zum einen für meine Arbeit, aber auch für die Arbeit der anderen. Und an die offene Art der Rheinländer. Mit denen setzt man sich an den Tisch und kommt gleich ins Gespräch – das kennt man ja in Franken nicht so. (lacht)

Von welchen Erfahrungen aus der Studienzeit kannst du nun profitieren?

Ich finde es super hilfreich gelernt zu haben, wie man filmt und schneidet. Auch das fachliche Wissen aus meinem Schwerpunkt hilft mir immens weiter. Man unterhält sich mit den Leuten vom Fach dann einfach auf einer anderen Ebene.

Was hättest du gemacht, wenn es nicht geklappt hätte?

Gute Frage. Ich glaube, ich hätte mich entweder für einen Master-Studienplatz oder beim WDR für ein Volo beworben.

 

 

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