Überlebenskampf mit nahezu aussichtlosen Chancen

Wie das Lokalfernsehen langsam ausstirbt

Das Bild in der deutschen TV-Landschaft hat sich in den letzten 50 Jahren stark gewandelt. Nachdem in den 60er Jahren nur die Wahl zwischen ARD und ZDF möglich war, ist das Angebot mittlerweile ins Unermessliche gestiegen. Leidtragender ist dabei das Lokalfernsehen, das es immer schwerer hat Nischen zu finden, die es ihnen ermöglichen für die Zuschauer attraktiv zu sein. Der Ausblick in die Zukunft lässt keine Besserung vermuten.

Regional-TV auf deutschen Fersehbildschirmen - ein immer selteneres Bild Foto: Christoph Zörkler

Fragmentierung des Angebots

Heutzutage hat jeder Haushalt im Schnitt mindestens einen Fernseher, in vielen Fällen sogar noch mehr. Der Fernseher ist ein Medium, das wir täglich für mehrere Stunden nutzen, sei es zur Unterhaltung, zur Information oder zu anderen Zwecken. Das bleibt ganz uns überlassen. Wir haben die Wahl zwischen mehr als 300 Kabelsendern aus allen denkbaren Genres. Nutzer mit Satellitenempfang empfangen oftmals das Zehnfache an Sendern. Dazu kommen Mediatheken und Video on Demand Dienste wie Maxdome oder Watchever, sowie das Pay-TV Format Sky. Wer da nichts findet ist selbst schuld!
Gerade für das Lokalfernsehen stellt das eine immense Bedrohung dar. Da es, wie der Name schon sagt, nur lokale Themen behandelt und dafür von Grund auf nur für eine sehr begrenzte Zahl von potenziellen Zuschauern interessant ist. Diese haben früher vor allem dann eingeschaltet, wenn das Programm der großen Sender nicht zu überzeugen wusste, sie aber dennoch nicht den Abend ohne fern zu sehen verbringen wollten. Jetzt reichen ein paar wenige Klicks und der Fernsehabend ist durch prall gefüllte Online-Mediatheken und Video on Demand gerettet.

Die unvermeidbare Folge: Mehr und mehr regionale Sender verschwinden vom Markt. Das Jahrbuch der Landesmedienanstalten aus dem Jahr 2013/14 vermeldete schon damals einen Rückgang um gut 10 Prozent, Tendenz steigend.

Aktueller Fall Südbaden TV

Das prominenteste und aktuellste Beispiel ist Südbaden TV aus Freiburg. Die Badener stellten den Betrieb Mitte Januar mit sofortiger Wirkung ein, wie das Medienmagazin dwdl berichtet.
Es werde zu wenig Kabelfernsehen genutzt, was die Haupteinnahmequelle sei.
Dass der Wandel der Medien hin zur Onlinewelt trotz allem auch bei den kleinen Sendern angekommen ist, zeigt auch dieses Beispiel: Die Online Angebote tv-suedbaden.de und baden.fm bleiben auf Grund von guter Besucherzahlen weiterhin bestehen.

Auf lange Sicht wird das Lokalfernsehen mit großer Wahrscheinlichkeit komplett aussterben. Auch die dritten Programme der ARD stellen eine regionale und vor allem finanzstärkere Konkurrenz dar, gegen die die kleinen nahezu chancenlos sind. Südbaden TV wird dabei nur ein Beispiel von vielen sein.

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