FSK und USK – Wann sind Medien zu gewaltsam

Kinofilme ab 16 oder 18 sind für die Jugend wohl das coolste überhaupt, solange man nicht 16 oder 18 ist. Doch diese Filme haben nicht umsonst eine Altersbeschränkung. Doch wer bestimmt das überhaupt und wann ist ein Film, eine Serie oder ein Spiel nicht mehr jugendfrei?

In Deutschland erfolgt diese Bestimmung der Altersbeschränkung für Filme durch die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, kurz FSK. Insgesamt gibt es die wohl allseits bekannten fünf verschiedenen Stufen der Beschränkung. Kriterien sind hierbei Entwicklungsbeeinträchtigungen durch Gewalt oder Sexualität und medienrechtliche Unzulässigkeiten wie zum Beispiel Verstöße gegen die Menschenrechte.

FSK 0 Komplett ohne Alterbeschränkung

FSK_ab_6_logo_Dec_2008.svg  Ab sechs Jahren freigegeben

FSK 12 Ab 12 Jahren, oder ab 6 in Begleitung der Eltern

fsk 16Ab 16 ohne Ausnahme

fsk 18Keine Jugendfreigabe, somit ab 18

 

Ein Film, der nicht der FSK vorgelegt wird erhält automatisch keine Jugendfreigabe. Weiterhin können nur Filme ab 18 indiziert werden. Eine Indizierung geschieht durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, kurz BPjM. Ein Titel der auf dem Index landet darf weiterhin gespielt und unter der Ladentheke gekauft werden, aber nicht mehr beworben werden.

Je nachdem welche FSK vergeben wurde muss sich das Fernsehen mit ihren Sendezeiten danach richten. Programme ab 16 dürfen erst um 22 Uhr gezeigt werden, ab 18 sogar erst um 23 Uhr. Die privaten Sender können jedoch diese Regelung umgehen, wenn sie bei der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen, kurz FSF, einen Ausnahmeantrag stellen und den Film nach dem Ermessen des Gremiums schneiden.

Das Gleiche Prinzip der Selbstkontrolle gibt es auch bei den Videospielen. Spielehersteller können bei der Selbstkontrolle Unterhaltungssoftware, kurz USK, gegen Gebühr ihr Produkt einstufen lassen. Bekommt ein Spiel kein Kennzeichen der USK wird es meist indiziert. Von der Kennzeichnung ausgeschlossen ist nur Software zu Lehr-, Illustrations- und Informationszwecken. Die USK überprüft jedoch nur Spiele auf Datenträgern, Downloadspiele oder Browsergames befinden sich somit in einer Grauzone.

Im Falle einer Indizierung kommen die Medien auf unterschiedliche Listen. Sämtliche Titel die laut der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien beschlagnahmt werden sollten landen auf Liste B, der Rest auf Liste A. Der Besitz von Spielen aus Liste B ist jedoch nicht verboten, nur der Verkauf und die öffentliche Vorführung sind wirklich strafbar. Beispiele für indizierte Spiele ist die Mortal Kombat Reihe. Inhalt des Spiels: Seinen Gegner möglichst brutal umbringen. Die Indizierung ist in diesem Fall aufgrund des Jugendschutzes ziemlich klar nachzuvollziehen.

In einigen Fällen wurden Spiele und Filme nach einiger Zeit oder nach Schneiden des Mediums wieder vom Index entfernt. Einige Entscheidungen der FSK und USK sind manchmal etwas fragwürdig, doch für die eigentliche Indizierung eines Mediums ist der Staat, nicht die Selbstkontrolle zuständig. Doch beide dienen dem Schutz der Jugend vor der Verharmlosung von Gewalt.

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