XING – Ein Karriere-Netzwerk auf dem Durchmarsch

Mit mehr als 14 Millionen Mitgliedern weltweit gilt das Soziale Netzwerk XING als Vorreiter seines Metiers. Hier vernetzen sich Berufstätige aller Branchen. Sie suchen und finden Jobs, Mitarbeiter, Aufträge, Kooperationspartner, fachlichen Rat oder Geschäftsideen.

Bild: corporate.xing.com

Im August 2003 gründete Lars Hinrichs die Business Plattform OpenBC (Open Business Club), heute XING. Hier können sowohl Unternehmer als auch einzelne Nutzer ein Profil von sich anlegen, mit potenziellen Kunden oder Arbeitgebern schnell in Kontakt treten, Anzeigen online stellen oder sich an Fachdiskussionen beteiligen. Betreiber der Plattform ist die XING AG mit Sitz in Hamburg, welche seit 2006 auch an der Börse zu finden ist.

 

Die Qual der Wahl – Basis oder Premium?

Die Mitgliedschaft bei XING beginnt mit der Registrierung. Hier kann sich der Nutzer zwischen der kostenlosen Basis- oder der kostenpflichtigen Premium-Mitgliedschaft entscheiden. Bei einer Laufzeit von einem Jahr zahlt der User 7,95 € pro Monat und genießt viele Vorteile, die dem Basisnutzer verwehrt bleiben.

So ist es möglich, mit der Premium-Suche gezielt in bestimmten Profilbereichen zu suchen und herauszufinden, welche Mitglieder etwas an einem bestimmten Ort anbieten.
Der User kann sich beispielsweise alle in XING registrierten „Personalleiter“ in der Branche „Finanzwesen“ aus dem Bundesland „Bayern“ die unter Ich suche „Mitarbeiter“ angegeben haben, anzeigen lassen.

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Des Weiteren sieht der zahlende User genau, wer sein Profil aufgerufen hat und warum. Mit Hilfe einer umfangreichen Statistikauswertung werden ihm einmalige und wiederkehrende Besucher sowie die Suchbegriffe, welche zu seinem Profil geführt haben, angezeigt. So sieht der Nutzer genau, ob sich Recruiter oder Personaler für ihn interessieren und kann seine eigenen XING Handlungen besser kontrollieren.

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Für den Nutzer der Basis-Mitgliedschaft gilt: Kein Senden von Nachrichten ohne bestätigte Kontaktanfrage. Die Premium User hingegen können ihre Profilbesucher direkt kontaktieren, ohne sich vorher zu vernetzen. Zusätzlich haben sie jederzeit einen perfekten Überblick über die Neuigkeiten ihrer Kontakte. Sie erfahren so, welche Geburtstage anstehen, wer seine Daten aktualisiert oder sich beruflich verändert hat.

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Für bestimmte Berufsbereiche ist eine Premium-Mitgliedschaft ein Qualitätsmerkmal.
Aber auch die kostenfreie Basis Version der Plattform bietet dem Otto Normalverbraucher oder kleinen, mittelständigen und auch großen Unternehmen die Möglichkeit eines seriösen Internetauftritts. Allerdings sollte man beachten, das XING nicht von alleine funktioniert. Jeder User ist für die Gestaltung und die Professionalität seines Profils selber verantwortlich. Er darf sich keinesfalls darauf verlassen, dass ihm die Stellenangebote nur so zufliegen.

XING als Selbstvermarktungs-Tool

Das persönliche Profil bei XING ist, wie bei jedem anderen Sozialen Netzwerk auch, eine Art Visitenkarte. Die Herausforderung besteht darin, sich kurz und prägnant bestmöglich zu vermarkten. Das wird dem User durch die Rubriken Portfolio, „Ich such“ und „Ich biete“ ermöglicht. Zusätzlich kann er sein Profil mit einem Twitter-, Facebook– oder RSS Feed Account und vielen mehr verbinden. Erhofft sich ein privater oder gewerblicher Nutzer durch seinen XING-Auftritt berufliche Fortschritte oder Personalzuwachs, sollte er darauf achten, stets aktiv zu bleiben, sein Profil regelmäßig zu aktualisieren sowie Kundenbindungen und Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. Auch die Beteiligung an Fachdiskussionen oder die Teilnahme an XING Events erleichtern Berufstätigen und Unternehmen die wechselseitige Kommunikation untereinander.

 

XING für Unternehmen

Basis für alle Methoden der Personalbeschaffung mit Hilfe von sozialen Netzwerken ist das sogenannte Social Recruiting. Hier werden potenzielle Mitarbeiter beispielsweise von der Personalabteilung eines Unternehmens gesucht und direkt angesprochen (=Social Distribution). Besonders die jungen und gefragten Talente der heutigen Generation lassen sich nur noch bedingt über Print-Anzeigen mobilisieren. XING und Co. sind jedoch allgegenwärtig. Aus den Profilangaben, Interessen und dem Kommunikationsstil der User können Recruiter abwägen, ob die anvisierte Person in das eigene Unternehmen passen könnte oder nicht (=Internet Sourcing). Soziale Business-Netzwerke wie XING werden nun nicht mehr nur zu Marketingzwecken genutzt, sondern gelten als wichtiges Instrument der Unternehmenskommunikation.

Einer Studie über Recruiting Trends 2014 zufolge nutzen 19,8 Prozent der Top 1000 Unternehmen in Deutschland Soziale Medien zur Personalbeschaffung. Laut Statista.de stellt XING die beliebteste Online-Plattform im Bereich Social Recruiting dar, knapp gefolgt von Facebook und LinkedIn.

infografik_2995_Soziale_Netzwerke_als_Recruiting_Instrument_n

Bild: www.statista.de

 

Fazit

XING bietet seinen Usern viele Features, von denen sich andere Social Media Plattformen eine Scheibe abschneiden könnten. Dennoch zieht das Business-Netzwerk natürlich auch Nachteile mit sich. Kritiker bezeichnen die Datenschutzeinstellungen oft als nicht transparent genug und erschweren die Kontrolle persönlicher Daten. Immer häufiger beklagen sich Mitglieder über die wachsende Anzahl unerwünschter E-Mails mit fragwürdigem Inhalt von XING selber. Fraglich bleibt auch, ob die auf der Business-Plattform geknüpften Kontakte tatsächlich positive Effekte hinsichtlich lukrativer Aufträge und langfristig angelegter Geschäftsbeziehungen ausüben.
Fakt ist: XING befindet sich zwar aktuell auf der Überholspur, sollte seine Konkurrenz jedoch nicht unterschätzen.

To be continued…

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