Faszination Snapchat: Wenn Startups durch die Decke gehen

Startups haben es schwer. Sie sind neu, unbekannt und ihnen stehen meist nur wenig finanzielle Mittel zur Verfügung. Die rar gesähten erfolgreichen brauchen viel Geduld und haben oft erst nach Jahren erste große Erfolge zu verbuchen. Deshalb verschwinden die Meisten von ihnen nach nur wenigen Monaten vom Markt. Doch wie überall gibt es auch hier Ausnahmen: Die Social & Messaging App Snapchat ist das Startup der letzten Jahre. Doch was macht Snapchat so erfolgreich und beliebt?

Bild: Snapchat Bild: Snapchat

Ob peinliche Bilder von Alkoholexzessen, Fotos auf denen der Gezeigte nur leicht oder gar nicht mehr bekleidet ist; alles Beispiele für Momentaufnahmen die keiner von sich im Netz wiederfinden möchte. Deshalb verschicken wir sie nicht, auch wenn sie vielleicht für unsere engsten Freunde durchaus amüsant wären. Seit 2011 gibt es dafür eine Lösung – Snapchat.

Das Unternehmen Snapchat

Robert Murphy und Evan Spiegel entwickelten die App, die es uns nun möglich macht auch diese unangenehmen Momente zu teilen. Anscheinend etwas nachdem sich viele gesehnt haben – schon nach knapp zwei Jahren vermeldete das Unternehmen durchschnittlich 350 Millionen versandte Nachrichten pro Tag und machte damit auch Facebook auf sich aufmerksam. Die Gründer lehnten das Kaufangebot allerdings ab. Eine Entscheidung die sich auszahlte. Nach einem Bericht der Wirtschaftswoche ist Snapchat der Social & Messaging Dienst mit dem größten Wachstum im Jahr 2014 und lässt damit die Konkurrenz mit Apps wie dem Facebook Messenger oder WhatsApp, die beide im Besitz von Mark Zuckerberg sind, hinter sich.

Wie funktioniert die App?

Das Prinzip ist einfach erklärt. Man knipst ein Foto mit der appeigenen Kamerafunktion, wählt aus, wie lange der Empfänger das Bild sehen darf (höchstens 10 Sekunden) und entscheidet sich anschließend wer das Bild bekommen soll. Diese Person kann das Bild jetzt genau für den ausgewählten Zeitraum ansehen, ehe es sich selbst zerstört und für keinen mehr sichtbar ist.
Wer denkt, er kann die App überlisten und während der Zeit einen Screenshot machen, hat sofort ein Problem: Der Sender bekommt eine Benachrichtigung und sollte sich überlegen, ob die betreffende Person nochmals einen sogenannten „snap“ geschickt bekommt.
Außerdem hat die App eine Chatfunktion. Sie funktioniert ähnlich; ist die Nachricht einmal gelesen, ist sie kein zweites Mal zu sehen.

Kritik an der App

Vor allem Datenschützern ist Snapchat ein Dorn im Auge. Zwar sind die Bilder für die Nutzer nicht mehr zu sehen, aber werden sie auch von den Servern gelöscht? Kursieren unsere intimen Fotos also doch bald im Internet? 2013 veröffentlichte eine Hacker Gruppe die Daten von fast 5 Millionen Nutzern und machte damit auf gravierende Sicherheitslücken aufmerksam. Erst Ende 2014 gab es erneut erhebliche Probleme mit Fotos von Nutzern, die ins Netz gelangten; durch ein Update wurde dieses Leck nun allerdings behoben, wie es von Seiten der Verantwortlichen heisst.

Ausbau des Services

Der Erfolg aus dem Jahr 2014 ist für Murphy und Spiegel allerdings noch lange nicht genug. Seit Januar 2015 können auch Videos von externen Anbietern wie dem Nachrichtenportal CNN oder dem Musiksender MTV angesehen werden. Auch in Zukunft soll die App stetig weiterentwickelt werden und so die Konkurrenten immer weiter auf Distanz zu halten. Eine Taktik, die sich auch andere Medienstartups abschauen sollten – nicht ohne Grund ist Snapchat eines der erfolgreichsten neu gegründeten Unternehmen der letzten 10 Jahre.

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