Die Boulevard-Journalistin im Ausland

Franziska Pahle ist im schweizer Klatsch und Tratsch zu Hause. Im Interview erzählt die gebürtige Pfälzerin von ihrem Berufsalltag.

Schreibt über Stars und Sternchen: Franziska Pahle (Foto: Paul Seewer, Ringier Verlag)

Letztes Jahr hat Franziska Pahle das Ressortjournalismus-Studium an der Hochschule Ansbach mit dem Schwerpunkt Technik beendet. Seit August 2014 arbeitet die 28-Jährige als Redaktorin bei der schweizer Blick-Gruppe in Zürich.

Welche Berufsvorstellung hattest du, als das Studium los ging?

Ich hab mir von Anfang an vorstellen können, später mal im Print- oder Onlinebereich oder in der PR tätig zu sein.

Was machst du jetzt genau?

Ich bin Redaktorin, so heißt die Redakteurin in der Schweiz, bei der Blick-Gruppe. Der Blick ist die Boulevard-Zeitung hier, das Pendant zur deutschen Bild-Zeitung sozusagen. Ich bin im „People“-Bereich und schreibe für Blick Online und den Blick am Abend, manchmal auch für den Blick selbst.

Du schreibst also über Stars und Sternchen. Wen hast du schon alles interviewt?

Bisher habe ich unter anderem mit Revolverheld, Kool Savas, den Frontmann von den Beatsteaks, Dr. Bob vom Dschungelcamp und Jesse Rich gesprochen, der ist 2012 Dritter bei Deutschland sucht den Superstar geworden. Hier wurde mehr über ihn berichtet, er kommt ja aus der Schweiz.

Wie bist du zu der Stelle gekommen und warum gerade die Schweiz?

Mein Freund hat in der Schweiz einen Job bekommen, deshalb habe ich auch dort nach Stellen gesucht. Eine Kollegin von ihm kannte die „People“-Teamleiterin und hat mich auf die Redaktion aufmerksam gemacht. Beworben habe ich mich dann aber ganz normal auf das Stellenangebot im Internet.

Was reizt dich an deinem Beruf besonders?

Ich persönlich lese gerne Geschichten über Promis und Boulevard-Themen. Dass ich mich damit auch im Beruf beschäftigen kann, finde ich klasse – genauso, wie für Print und Online zu schreiben. Mir macht beides Spaß. Ich musste mich hier nicht für das eine oder andere Medium entscheiden. Und irgendwie ist es schon cool, wenn dir abends auf dem Heimweg Leute in der Tram gegenübersitzen und die Zeitung in der Hand haben, an der du morgens noch geschrieben hast.

Was genau sind deine Tätigkeiten?

Ich führe Interviews, recherchiere, schreibe Artikel und suche die passenden Bilder dazu heraus.

Im Boulevard wird gerne mal aus einer Mücke ein Elefant gemacht und viel dramatisiert. Wird da nicht oft viel zu wertend statt neutral geschrieben?

Als Journalist kannst du im Bereich Boulevard schon eine Position beziehen. Und es stimmt auch, dass die Artikel knackig provozierend formuliert sein dürfen. Ich versuche einfach, auf lustige und unterhaltsame Weise über die Stars und Sternchen zu schreiben.

An was musstest du dich erst gewöhnen?

Die Schweizer haben für manche Sachen andere Bezeichnungen. Hier fährt man zum Beispiel Velo und nicht Fahrrad und geht ins Spital, nicht ins Krankenhaus. Dieses Vokabular musste ich für das Schreiben erst lernen. Die Lebensunterhaltskosten sind deutlich teurer als in Deutschland, dementsprechend ist dann aber auch das Gehalt angepasst. Und hier muss man sich selbst krankenversichern, das zahlt man monatlich selbst. Daran musste ich mich auch erst gewöhnen.

Welche Eigenschaften braucht man deiner Meinung für deinen Beruf?

Man sollte auf jeden Fall eine Affinität für Boulevard haben. Wenn man sich nicht dafür interessiert oder keinen Spaß daran hat, dann wird einem der Beruf auch keine Freude machen, denke ich. Und man muss unter Druck arbeiten können.

Von welchen Erfahrungen aus der Studienzeit kannst du nun profitieren?

Ich kann hier eine breite Palette von den Sachen anwenden, die ich währende des Studiums gelernt habe. Wie man zum Beispiel recherchiert oder Interviews führt. Im Technikschwerpunkt haben wir viel mit Webquest, Webseitengestaltung, Photoshop und InDesign gemacht, auch das hilft mir jetzt sehr.

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Hinter der Fassade des Boulevardjournalismus

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