Als freier Cutter beim Fernsehen

Uwe Wrobel - Quelle: privat

Uwe Wrobel ist freier Cutter und Regisseur.  Nach einer Ausbildung zum Fernsehcutter beim Norddeutschen Rundfunk, studierte er an der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) in München. Er schloss 2004 das Studium mit einem Diplom als „Film- und Fernsehregisseur“ ab.  Heute gibt er als Dozent zusätzlich Workshops zum Thema Filmschnitt und seiner Arbeit als Cutter. Unter anderem an der Bayerischen Akademie für Fernsehen und der HFF München, sowie der Zeppelin Universität in Friedrichshafen.

Was hat dich dazu gebracht, Cutter zu werden?

Der eigentliche Grund war, dass ich zuerst keinen Studienplatz zur Ausbildung als Regisseur bekommen habe. Die Frage war: Was macht dir an zweiter Stelle Spaß? Also habe ich ein Volontariat und eine Cutterausbildung beim NDR begonnen. Nachdem ich dann Regie Studiert habe, bin ich jetzt beim Schneiden hängen geblieben.

Wie kommt es, dass du jetzt hauptsächlich als Cutter tätig bist?

(lacht) Ich sitze jetzt auch oft 15 Stunden im Büro und schneide, aber so viel Zeit über mehrere Wochen am Set zu verbringen, ist sehr kräftezehrend. Wenn du als Regisseur das umsetzen willst, was dich wirklich interessiert, braucht die Finanzierung unglaublich viel Zeit. Ich mache auch jetzt noch kleinere Auftragsarbeiten als Regisseur, aber der Finanzierung von größeren Projekten musst du oft mehrere Jahre hinterher laufen.

Was macht für dich die Arbeit im Schneideraum aus?

An erster Stelle steht, dass ich dramaturgischen Einfluss habe. Ich kann gestalten, wie die Geschichte erzählt wird. Mich freut es, wenn ich mir im Schneideraum ausdenken kann: „Wie mache ich daraus jetzt einen guten Film?“ Ich habe oft die Gelegenheit genutzt, mit Regisseuren zu arbeiten, die mir das Material zeigen und dann erst mal einen Vorschlag erwarten. Das hast du nicht bei jedem Projekt, aber ich habe mir immer Sachen ausgesucht, bei denen ich einen großen Einfluss darauf haben kann. Außerdem kannst du deine Technik-Affinität gut ausleben, wenn du dich um komplizierte Aufgaben wie Farbkorrektur und Mischung kümmerst.

Welche Eigenschaften braucht man, um als Cutter erfolgreich zu sein?

Zum einen ein Gefühl fürs Geschichten erzählen: Wie baue ich spannend eine Geschichte auf? Wahrscheinlich musische Qualitäten. Eine Portion psychologisches Geschick ist nützlich. Du brauchst Einfühlungsvermögen für die Leute, mit denen du arbeitest, damit du herausfinden kannst, was sie denn wollen. Manche wissen das am Anfang selbst nicht so wirklich. Irgendwie ist ein Cutter oft eine Art Psychologe im Schneideraum für die Regie.

Wann bist du mit deiner Arbeit zufrieden?

Wenn wir beim Zuschauer das emotional erreichen können, was wir uns im Schnitt vorgenommen haben. Man merkt schnell, wenn die Leute bei den Vorführungen an einer Stelle besonders betroffen sind oder lachen. Das größte Erfolgserlebnis ist, wenn du die Emotionen an einer Stelle im Film so beim Zuschauer auslöst, wie du dir das vorher ausgedacht hast.

Hast du Tipps für Leute, die sich für Filmschnitt interessieren?

Man sollte nicht nur auf einer Stelle treten. Heute musst du von Dramaturgie, Kameraführung, Texten und Tonaufnahme Ahnung haben. Du kommst nicht mehr weit, wenn du sagst: „Ich mache nur Schnitt.“ Die Tätigkeiten wachsen immer mehr zusammen, sodass du als einzelne Person selbst einen Film abgeben können musst. Man braucht einen Schwerpunkt, aber ein Grundwissen in den anderen Fachbereichen schadet nie.

 

Hilfreiche Informationen zum Berufsfeld Filmschnitt und der Ausbildung zum Cutter findet man hier:

https://www.ihk-berlin.de/aus_und_weiterbildung/Ausbildung/Ausbildungsberufe_von_A_bis_Z/Film_und_Videoeditoren/2262454

http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/docroot/r2/blobs/pdf/archiv/8541.pdf

http://www.bfs-filmeditor.de/service/aus-weiterbildung/

http://www.hff-muenchen.de/de_DE/home

http://www.fernsehakademie.de/de/startseite.html

http://dekra-hochschule-berlin.de/studium/fernsehen-und-film/

http://www.filmschule.de/Seiten/sgedit-prg.aspx

https://www.me.hs-mittweida.de/studium/informationen-fuer-bewerber/film-und-fernsehen.html

http://www.diemedienakademie.de

 

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