Als Moderator in Hörfunk und Fernsehen

Tilmann Schöberl - Quelle: BR

Tilmann Schöberl moderierte von 1986 bis 1990 die Morningshow bei Radio Charivari in Regensburg, wo er sein Studium zum Diplombetriebswirt 1990 abschloss. Nach einer kurzen Zeit bei Bayern 3 war er bis 1997 bei Antenne Bayern Radiomoderator und Redaktionsleiter. Seitdem moderiert er wieder beim Bayerischen Rundfunk auf Bayern 1. Zudem führt er Mittwochs im Fernsehprogramm des BR durch die Bürgersendungen „Jetzt red i“ und bietet seine Dienste als Moderator auch für Messen, Events und Galas an.

Sie haben Betriebswirtschaft studiert – wie kamen Sie zum Radio?

Ich habe mich immer neben dem Studium für Medien interessiert und ein wenig als freier Journalist geschrieben. Damals gab es einen Aushang an der Uni: „Noch zu gründender privater Rundfunksender sucht freie Mitarbeiter.“ So kam dann der Einstieg bei Radio Charivari in Regensburg, einem der ersten lokalen, privaten Radiosender in Bayern. Dort konnte ich mich neben der Hochschule ausprobieren.

Was hat Sie daran fasziniert?

Das war damals eine neue Art, Medien zu machen. Es gab „nur“ den Bayerischen Rundfunk als große Anstalt in München und vor Ort in Regensburg noch keine elektronischen Medien wie Fernsehen und Hörfunk. Das war für mich etwas neues, spannendes mit Aufbruchstimmung. Deshalb hatte ich mich dafür entschieden, dort anzufangen. Als ich fertig studiert hatte und von den Bewerbungen auch ein paar Angebote im Vertrieb bekam, habe ich schon reiflich überlegt: „Kann ich in den Medien beruflich Fuß fassen, interessiert mich das und macht es mir Freude?“ Letztendlich hat der Bauch gesagt: „Probier mal diesen Weg.“

Welche Eigenschaften braucht man, um ein guter Radiomoderator zu sein?

Wirklich wichtig ist, dass man sich breit für alles interessiert, das betone ich immer. Es klingt zwar ein bisschen komisch: Sich für alles zu interessieren heißt ja auch, sich für nichts wirklich zu interessieren. Aber genau das macht jemanden aus, der in einem Massenmedium arbeitet. Dass du von Allem ein wenig Ahnung hast und in Wirtschaft, Sport, Kultur oder Politik ein breites Interesse zeigst. Jemand der als Journalist oder Moderator in einem breiten Markt arbeitet und sich nicht für die gesamte Zeitung oder das gesamte Programm interessiert, hat meiner Meinung nach eher seinen Beruf verfehlt.

Was macht Sie bei der Arbeit zufrieden?

Das Gute an dem Beruf ist, dass du jeden Tag neue Themen bekommst und jeden Tag mit neuen Leuten zu tun hast. Dadurch wird er nie zur Routine und es wird nicht eintönig. Du hast immer wieder eine neue Herausforderung und musst dich in ein neues Thema einarbeiten. Das macht wirklich Spaß.

Sie arbeiten auch als Moderator im Bayerischen Fernsehen. Wie unterscheidet sich die Arbeit vor der Kamera im Vergleich zum Radio?

Die Arbeit beim Fernsehen ist mit mehr Aufwand verbunden, als der Hörfunkbereich. Die ganze Technik um Licht und Kamera braucht einfach mehr Leute, die an einem Produkt mitarbeiten. Aber der grundsätzliche journalistische Prozess ist ähnlich: Es geht vor allem darum, Informationen zu vermitteln. Das ist bei Hörfunk, Zeitung und Fernsehen ähnlich. Der technische Aufwand ist natürlich beim Fernsehen am größten, weil du das Kamerabild als zusätzlichen Bereich hast, der alles etwas mühsamer und aufwändiger macht.

Was machen Sie lieber?

Ich denke es ist für jeden Journalisten gut, wenn er unterschiedliche Werkzeuge hat, mit denen er arbeiten kann. Ich schreibe auch ein wenig und mache Industriemoderationen. So bin ich ganz zufrieden, dass ich unterschiedliche Bereiche bearbeiten kann. Als freier Mitarbeiter kann man so auch das Risiko eines Verdienstausfalls etwas streuen.

Letztes Jahr haben Sie nach 17 Jahren die Radiomoderation der Morgensendung auf Bayern 1 an einen Kollegen abgegeben. Was war der Grund dafür?

Wenn man seit 25 Jahren Frühschicht auch bei anderen Sendern morgens aufstehen muss, kann man glaube ich irgendwann sagen: „Ich mag meine Lebenszeit jetzt ein wenig sozialverträglicher organisieren.“ Ich wollte nicht mehr für zwei Wochen pro Monat oder mehr um zwei, drei Uhr früh aufstehen. Aber die Morgensendung ist beim Radio eine spannende Zeit und ich würde es Jedem empfehlen, dort für einige Zeit zu arbeiten. Weil du mit den Leuten in den Tag startest, kannst du alles Aktuelle aufnehmen, was in der Nacht passiert ist und hast die Möglichkeit, viele Leute zu erreichen.

Welche Tips für junge Leute mit dem Berufswunsch Radiomoderator können Sie geben?

Zunächst sollte man sein Handwerkszeug lernen. Wenn man journalistisch schreiben und texten, sowie Hörfunk- oder Fernsehbeiträge machen kann, hat man eine gute Basis. Danach kann man sich ausprobieren und sollte herausfinden, ob man Talent mitbringt und Freude am moderieren hat. Man muss den Chef oder den Vorgesetzten davon überzeugen, eine Chance auf eine Probesendung zu bekommen. Beim Radio kann man das zu hörerschwachen Zeiten in der Nacht oder per Aufzeichnung schnell mal machen. Beim Fernsehen ist das schwerer, wenn du ein Studio mit Kameraleuten zum moderieren brauchst. Das ist auch wahnsinnig geschmäcklerisch. Wenn sich fünf Leute eine Moderation anhören, bekommst du vier unterschiedliche Meinungen. Deswegen muss man als Chef oder Chefin auch mal mutig sein, wenn man Neulingen eine Chance gibt. Auch wenn unter Umständen noch ein paar Ecken und Kanten vorhanden sind.

1 Kommentar zu Als Moderator in Hörfunk und Fernsehen

  1. Bitte nicht immer bei Ansagen den schönen Ort Rehau mit Hauen in Zusammenhang bringen.Der Ort heisst Rehau
    ……………..ein Reh auf einer Au………
    siehe auch Stadtwappen

    Grüsse aus dem Fichtelgebirge
    Herbert

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