Modejournalist sein – Wie ist das so?

Modejournalist sein - ein Traum von vielen. Giulia Wilzewski, 21 Jahre alt, studiert Modejournalismus und Medienkommunikation an der Akademie für Mode und Design (AMD) in München. Im Interview erzählt sie, warum sie Modejournalistin werden wollte, wie es in der Fashion-Welt wirklich zugeht und ob tatsächlich immer alles Gold ist, was glänzt.

Modejournalist sein - ein Traum von vielen! (Foto: B. Menzel)

Warum hast du dich dazu entschieden, Modejournalistin zu werden?

Ich habe mich schon sehr früh für Sprachen interessiert, immer gerne geplappert und geschrieben und deswegen wurde mir schnell klar, dass Journalist der ideale Traumjob für mich ist! Mich faszinieren besonders Modezeitschriften und die vielen interessanten Menschen in der Modebranche. Außerdem lege ich selbst auch viel Wert auf mein Äußeres. Modejournalist sein war deshalb die beste Kombi für mich, da es Mode und Journalismus verknüpft.

Was waren deine Erwartungen an deine Ausbildung? Wurden diese erfüllt?

Ich habe mir erhofft, dass ich sowohl modisch, als auch journalistisch gesehen, die Grundlagen und Theorie, aber auch die praktischen Fakten, gelehrt bekomme. Diese Erwartungen werden grundsätzlich schon erfüllt. Hier an der AMD hat man rein journalistische und rein modische Fächer. Zum einen z.B. journalistisches Schreiben, Journalismus und Online-Journalismus. Und auf der Modeseite sind es dann z.B. Kostümgeschichte, Modetheorie und Modedesign etc. Natürlich gibt es hier und da ein paar Kleinigkeiten, die einen mal weniger interessieren und die man trotzdem belegen muss – aber das ist ja wohl in jedem Studium der Fall.

Was macht man so als Modejournalistin? Was ist ein Modejournalist?

Modejournalist sein beinhaltet die Aufgaben, über die neuesten Kollektionen der Designer zu berichten, sie auszuwerten und ins Zeitgeschehen einzuordnen, aber auch die Inspiration dahinter (z.B. geschichtliche Bezüge, kulturelle Aspekte) zu erkennen. Mode spiegelt auch immer eine gewisse Haltung wider und hat viel mit der Gesellschaft zu tun. Beim Modejournalismus muss man sich deswegen nicht nur mit der Mode an sich auskennen, sondern auch mit Geschichte, Soziologie, Wirtschaft, Politik…all diese großen Themengebiete beeinflussen Designer und die ganze Branche in ihren kreativen Prozessen. Außerdem führt man als Modejournalist auch Interviews mit wichtigen Personen der Modebranche und stellt Marken vor oder organisiert und konzipiert die Modestrecken für Zeitschriften.

Modejournalist sein – da gibt es einige Vorurteile, von wegen: „Man trifft viele Promis“ oder „Man hat an der glitzernden Welt der Mode tatsächlich teil“. Ist da was dran?

Als Modejournalist ist man natürlich oft live bei Events dabei und sieht und trifft viele coole Leute. Allerdings hängt es natürlich von der eigenen Position ab, ob man diese dann nur sieht oder eben auch wirklich mit ihnen zu tun hat. Neben des Studiums muss man tatsächlich selbst viel tun und Erfahrung durch Praktika und Nebenjobs sammeln, um sich einen Namen zu machen und nach und nach gute Kontakte zu knüpfen. Die Modebranche an sich ist oft weniger glamourös als es sich viele Menschen vorstellen. Modejournalist sein heißt lange Arbeitstage zu haben, meist eher wenig Geld zu verdienen und auch bei super glamourösen Marken oder Zeitschriften müssen viele nervige und ganz und gar nicht glamouröse Jobs erledigt werden. Das gehört alles dazu. Aber wenn man durch viel Arbeit und Können überzeugt, zahlt sich das alles aus und man hat die Chance, mit tollen Leuten an sehr chicen Parties und Events teilzunehmen. Das ist dann aber auch ein Job und sollte nicht mit dem normalen Privatleben verwechselt werden. Als Redakteur hast Du nämlich die Aufgabe, von solchen Feiern und Events zu berichten und bist sozusagen beruflich dort.

Wie findest du deine Tätigkeit im Modejournalismus? Bist du zufrieden?

Ja, mir macht es sehr viel Spaß, von der Modebranche zu berichten und dank meiner diversen Praktika habe ich mittlerweile viele gute Kontakte. Dadurch ergeben sich oft Gelegenheiten, spannende Persönlichkeiten zu interviewen und über diese zu berichten. Außerdem ist es auch sehr interessant, sich tolle Ideen für Fotostrecken auszudenken und die dann an tollen Ort umzusetzen. Was ich mit am spannendsten finde, ist, dass ich wirklich live mitbekomme, wie die Modebranche so tickt und sozusagen einen wahren Einblick hinter die Kulissen erhalte: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Es ist wichtig das zu wissen.

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