Journalismus ohne Abitur – wie geht das?

Journalismus ohne Abitur – ist das möglich? Ein heiß umstrittenes Thema, schließlich hat der Journalismus keine offizielle Ausbildung zum Vorsatz, also auch kein Abitur. Grundsätzlich also „ja“, das geht. Wie hoch die Chancen dazu sind, ist allerdings fraglich. Als Mensch mit eher durchschnittlicher mittlerer Reife muss man gegen eine astronomisch hohe Zahl an Konkurrenten antreten, die allesamt diverse Qualifikationen, wie zum Beispiel Abitur nachweisen können. Was tun?

Wie schafft man den Sprung in den Journalismus ohne Abitur?

Nun, das Wichtigste, um in diesem Studium doch noch Fuß fassen zu können, lässt sich auf drei Begriffe herunter brechen:

Journalismus ohne Abitur

Talent, Praxiserfahrung, Engagement.

Um auch ohne Abitur im Journalismus Fuß fassen zu können, sollte man vorweisen können, dass man in diesen drei Bereichen sehr viel zu bieten hat. Hat man von Einem der Drei zu wenig oder starke Defizite, sollte man sich besser früh genug für einen anderen Beruf entscheiden. Je früher, desto besser.

Für Jeden, der davon genug hat: Herzlichen Glückwunsch! Jetzt müssen Sie das nur noch nachweisen.

Wie geht das jetzt genau, so ohne Abi?

Nun, zunächst sollte man sich ein Medium suchen, für das man freiwillig als sog. „Freelancer“ arbeiten kann. Sei es mit Online Beiträgen, Videos oder Berichten. Man sollte schon während man noch in einem anderen Beruf arbeitet, immer wieder Arbeitsproben an eine Zeitung oder ein Medium schicken, damit man dort schon die ersten Kontakte knüpft. Hier ist es wichtig, über eine bestimmte Zeit lang zweigleisig zu arbeiten: einen sicheren Stand zu arbeiten, sich aber gleichzeitig ein zweites Standbein im Journalismus zu erkämpfen – was ohne Abitur und Studium ungleich länger dauern kann als mit. Der sichere Stand in einem Anderen oder Ähnlichen Beruf ist hierbei besonders wichtig, damit man nicht völlig ohne Arbeit dasteht, wenn man nicht sofort ein Volontariat oder ein Praktikum in einem journalistischen Beruf bekommt.

Talent

Ist immer wichtig im Journalismus. Dabei zählt das klassische Talent zum Schreiben, aber auch Talente in anderen Dingen. Da sich der Beruf des Journalismus immer mehr wandelt und in anderen Medienformen kultiviert, sollte man auch hier Interesse und Talent aufweisen können. Beispielsweise im Bereich Video und Audio. Viele klassische Journalisten haben hier noch ein Problem, da sie auf ihr Metier spezialisiert sind. Wichtig ist es jedoch, auch hier weit verbreitete Grundkenntnisse zu erwerben. Also Aufnahmetechniken, Schnitttechniken und natürlich Kenntnisse für verschiedene Online Portale und deren Schreibform. Es hilft beispielsweise, Grundkenntnisse in Form eines Blogs vorweisen zu können. Mit Posts in Video- oder Audioform. Gerade ohne Abitur kann diese Art von Praxiserfahrung einen sehr entscheidenden Vorteil bringen um sich aus der grauen Masse der übrigen Bewerber ohne Abitur abzuheben.

Praxiserfahrung

Sollte nie fehlen. Wie bereits erwähnt, kann man die über ein lokales Medium nebenher sammeln. Hat man beispielsweise gezeigt, dass man bestimmte Grundkenntnisse erworben hat, dann besteht eine höhere Chance, dass man auch ohne Abitur zu einem Volontariat zugelassen wird. Noch immer sehen viele Redaktionen dies als klassische Härteprüfung. Hier kann der Journalist in spe. Seine Kenntnisse und sein Engagement unter Beweis stellen um den Chefredakteur von sich und seiner Arbeit zu überzeugen.

Engagement

Das Wichtigste, aber zugleich auch Selbstverständlichste, deshalb steht es ganz unten:

in KEINEM Beruf kommt man ohne Engagement weiter, erst recht nicht im Journalismus. Wer im Journalismus ohne Abitur gegen Absolventen von Journalistenschulen, Studiengängen oder zumindest Bewerbern MIT Abitur antreten will, die allesamt 200% geben, sollte sich bewusst sein, dass er zumindest engagierter und fleißiger sein muss als die Übrigen und dass er sich auf einen Kampf mit harten Bandagen einlässt.

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