„Der Beruf Redakteur ist jeden Tag anders“

Marianne Natalis (54) ist Redakteurin bei der Tageszeitung „Altmühl-Bote“ im mittelfränkischen Gunzenhausen. Sie berichtet im Interview über ihren Beruf Redakteur und erklärt, was ein junger Redakteur mitbringen sollte.

Beruf Redakteurin

Von Daniel Ammon

medienfrage.de: Welche Ausbildung haben Sie?

Marianne Natalis: Ich habe Geschichte und Politik studiert. Anschließend absolvierte ich ein Volontariat bei den Tageszeitungen „Nürnberger Nachrichten“ und „Altmühl-Bote“. Denn ich wollte schon immer zur Zeitung.

Seit wann sind Sie als Redakteurin beim „Altmühl-Boten“?

Seit 1991.

Wie sieht Ihr Alltag im Beruf Redakteur aus?

Er ist immer anders. Das ist gerade das Spannende am Beruf des Redakteurs. Als ausgebildete Redakteurin muss ich alles können: Artikel schreiben, die Post bearbeiten, Texte redigieren, entscheiden, was in die Zeitung kommt oder die Seiten der Zeitung bauen. Ich stelle auch Artikel online, denn das Thema Online spielt eine immer wichtigere Rolle.

Wie viele Stunden arbeiten Sie am Tag?

Das ist unterschiedlich. Das längste waren zwölf Stunden. Manchmal arbeite ich auch nur sechs Stunden- Die Arbeitszeit richtet sich danach, welche Termine anstehen, wie umfangreich die nächste Ausgabe wird, oder ob ein Kollege erkrankt ist und ich seine Termine wahrnehmen muss. Wenn ich sonntags arbeite, habe ich an einem Tag unter der Woche frei. Da kann man dann zwar viel erledigen, andererseits fehlt mir mit den Jahren der ruhige Sonntag schon auch.

Kann man von Ihrem Gehalt gut leben?

Ja. Ich erhalte ein Tarifgehalt. Davon kann man gut leben.

Hat der Beruf Redakteur Ihrer Meinung nach Zukunft?

Ich denke schon. Man muss mit Herzblut dabei sein. Dann wird man seinen Platz finden.

Was würden Sie einem Jugendlichen sagen, der als Beruf Redakteur  lernen möchte?

Ich wünsche ihm, dass er eine Stelle findet. Er sollte seine Augen für die Geschichten der Menschen offen halten und sich nicht verbiegen lassen. Er muss Grundsätze haben, die er beibehält. Stichwort Boulevardjournalismus. Als ich begonnen habe, war es noch undenkbar etwa ein Foto mit Blut auf der Straße zu veröffentlichen. Die Menschen, über die ich berichte – oder auch deren Angehörige –, müssen ihre Würde behalten.

Zum Online-Auftritt des „Altmühl-Boten“ geht es hier.

2 Kommentare zu „Der Beruf Redakteur ist jeden Tag anders“

  1. Karin Strobel // 8. Mai 2016 um 18:20 // Antworten

    Sachlich geschriebenener Artikel über einen besonderen Beruf.
    Gibt es den Beruf „Redakteur“ als Ausbildungsberuf?
    Wie lange dauert die Ausbildung?
    Nach dem Durchlesen des Artikels würde ich mir eine schlagkräftigere Überschrift wünsche, z.B. ……jeden Tag eine neue/andere Herausforderung.

  2. Heinrich Förthner // 1. Juli 2016 um 20:45 // Antworten

    Der Artikel vermittelt einen ersten Eindruck vom Berufsleben eines Redakteurs und macht für Interessierte eine Tür für weitere Fragen auf. Die Antworten sind sehr verständlich formuliert.

1 Trackbacks & Pingbacks

  1. Was macht ein Journalist? - Medienfrage

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*