Bachelor – dann Masterstudium?

Masterstudium

Studieren oder direkt Praxis?

Praxis! Praxis! Praxis! Damit wird jeder angehende Journalist früher oder später konfrontiert. Stellt jemand die Frage: Was muss ich machen um Journalist zu werden? Bekommt er fast überall die gleiche Antwort: „Mach ein Praktikum.“ „Sammel Praxiserfahrung.“ „Mach ein Volontariat.“ Es steht in Internetforen, erfahrene Redakteure sagen es, sogar die Journalismus-Professoren legen ihren Studenten nahe, so viel Praxiserfahrung wie möglich zu sammeln. Doch ist ein Studium wirklich so unbrauchbar und vor allem, hat es nach drei Jahren Studium und einem Bachelor in der Tasche noch einen Sinn ein Masterstudium hinten dran zuhängen?

Verschiedene Meinungen zum Masterstudium

Die Meinungen gehen da stark auseinander. Keine Frage ist, dass Erfahrungen außerordentlich wichtig sind und einen enorm weiterbringen. Um das journalistische Handwerk von Grund auf zu lernen und gleichzeitig ein Bild von anderen wichtigen Kriterien, wie Medienrecht oder Medienethik zu bekommen, ist ein Studium aber bestens geeignet. In Deutschland gibt es einige Möglichkeiten, praxisnah Journalismus zu studieren, auch ohne eine Vermögen auszugeben.
Doch was kommt danach? Es gibt Berufe, in denen ein Absolvent ohne Masterstudium nicht einmal berücksichtigt wird. Im Journalismus ist das nicht so. Jedes Praktikum bringt einen Interessierten ein Stück näher an den Beruf. Allerdings machen der Medienwandel und die seit 2000 anhaltende Medienkrise es nicht gerade einfach, in dieser Branche Fuß zu fassen und sich dann auch noch einen Namen zu machen.

Da muss jeder um seinen Platz kämpfen und sich irgendwie abheben, herausstechen oder einen Platz in einer Nische finden. Vielleicht könnte der Master zu einem solchen Herausstellungsmerkmal verhelfen. Ein Master in Kombination mit Praktika und Volontariaten.
Auf Seiten wie Master and More  oder studieren-studium, sind die vielzähligen Angebote im In- sowie im Ausland aufgezählt. Und das sind nicht wenige. Es gibt den klassischen Master Studiengang „Journalismus“, aber auch viele ähnliche wie Medienentwicklung, Unternehmenskommunikation oder Kommunikationsmanagement. Studienorte sind zum Beispiel Mainz, Magdeburg oder Hamburg in Deutschland oder Wien, Groningen oder London im Ausland.
Allerdings sehen viele den Master nur als eine Alternative, wenn es mit dem direkten Berufseinstieg nicht sofort klappt.

Bibliothek HS Ansbach

Bibliothek HS Ansbach

Was sagen Studenten?

„Ich denke in dieser Branche braucht man nicht zwingend einen Master, in anderen Berufssparten ist das definitiv anders. Im Journalismus kommt es mehr auf Erfahrung, als auf akademische Qualifikationen an.“ Theresa Dahlhoff ist im fünften Semester und studiert Ressortjournalismus an der Hochschule in Ansbach. Die 21-Jährige ist sich noch nicht ganz sicher, was sie nach dem Bachelor machen möchte, am liebsten wären ihr aber ein Volontariat oder eine Anstellung als freie Mitarbeiterin. Nur wenn das nicht klappen sollte, käme für sie ein Masterstudium in Frage.
Lena Schulze hatte ähnliche Vorstellungen vor ihrem Bachelorabschluss. Die Bewerbung für einen Master war für sie eher ein Sicherheitsnetz, falls sie nicht direkt einen Job finden sollte. Auch sie hat Ressortjournalismus in Ansbach studiert und danach versucht in die Medienbranche einzusteigen. Seit dem Wintersemester 2015/16 gibt es in Ansbach den neuen Master Studiengang MIK.
„Bevor ich mich in einem weiteren Studiengang in Theorien verliere, sehe ich mehr Chancen in einem Direkteinstieg in die Arbeitswelt. Der MIK-Master in Ansbach ist Gott sei Dank sehr praxisorientiert. Der Großteil der Module ist als zentrales Projekt aufgebaut, in dem man eigene Themen verfolgen und umsetzen kann. Zudem ist die Gruppengröße durch den Neustart des Studiengangs mit fünf Teilnehmern nur sehr klein und macht Gruppenarbeiten und Kurse sehr angenehm.“
Trotzdem würde die 24-Jährige jederzeit aufhören, sollte sich ihre eine Chance für einen Job bieten. Allerdings sieht sie in einem Master nicht nur negative Aspekte. Für sie persönlich ist es nicht ganz das Richtige, aber sie denkt, für Leute, die sich auf etwas bestimmtes wie Fernsehjournalismus oder Technische Redaktion spezialisieren möchte, macht ein ausgewählter Master schon Sinn.

Letzten Endes muss wohl jeder selber entscheiden, ob er einen Master machen oder lieber direkt in die Berufswelt eintauchen möchte, ausreichend Möglichkeiten gibt es auf jeden Fall für beide Wege!

Flickr/ Luftphilia/ CC 2.0

Flickr/ Moyan Brenn/ CC 2.0

Flickr/ Markus Spiske/ CC 2.0

Interview:
Theresa Dahlhoff, Studentin an der HS Ansbach
Lena Schulze, Studentin an der HS Ansbach

Quellen:
http://www.master-and-more.de
http://www.studieren-studium.com

Autor: Samira Becker

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