Glück im Nischen Journalismus

Nischen Journalismus Die Medienlandschaft befindet sich in einem großen Umbruch, in dem jeder Journalist seinen Platz finden und auch erkämpfen muss. Zeitungen und Zeitschriften bauen Personal ab, Umfänge der Publikationen sinken und eine Stelle als fest angestellter Redakteur ist nur noch sehr schwer zu bekommen. Die Arbeit als freier Mitarbeiter gewinnt immer mehr an Bedeutung. In solchen Zeiten ist es wichtig, sich zu behaupten, sich abzusetzen und einen Platz im Nischen Journalismus zu finden. Die Zukunft liegt in der Nische.

Einen Platz im Nischen Journalismus finden

Guter Journalismus braucht gute Ideen. Doch das Fehlen notwendiger Risikobereitschaft und finanzieller Möglichkeiten fördert die Ideenarmut. Nur wenige sind bereit in Betracht zu ziehen, einen Blog oder eine neue Zeitschrift über ein, thematisch eng begrenztes, Thema zu publizieren und in den Nischenjournalismus einzusteigen.
Doch das journalistische Geschäft ist schwierig und heutige Medienvertreter brauchen neue Visionen.
Es gibt bereits gut laufende Nischenprojekte. Da wären unter anderem das Magazin „Zeit Campus“, welches sich nur an Studenten richtet oder das Magazin „ramp“, welches für Autoliebhaber produziert wird.
Ebenso geeignet für Nischen Journalismus sind Trendthemen. Gibt es z.B. eine neuen Ernährungstrend der überall heiß diskutiert wird, da wäre im Moment das Thema „vegan“ anzusprechen, können Journalisten oder Spezialisten einen Blog mit neuen Rezepten oder Entwicklungen veröffentlichen. Dabei sollte der Publizist im Hinterkopf behalten, dass dieses Projekt nach wenigen Ausgaben beendet sein könnte. Davon sollte sich aber Keiner abschrecken lassen.

Die richtige Vorbereitung ist wichtig

Im Nischen Journalismus ist Fachwissen gefragt. Die Leser von Fachmedien sind meist Experten, die sich über neue Entwicklungen auf dem Laufenden halten wollen. Da Spezialisten wie Wissenschaftler oder Ingenieure allerdings oft in ihrer eigenen Branche genug Stellen zur Auswahl haben, ist das eine hervorragende Möglichkeit für Journalisten. Diese bringen entweder eigenen Wissen mit oder sie sind bereit, sich in einer Materie einzuarbeiten.
Vor dem Start eines neuen Blogs, sollte sich jeder Interessent erst einmal genau auf dem Markt um gucken. Welche Angebote gibt es bereits und welche Möglichkeiten habe ich, um mich davon abzusetzen? Die Kunst ist es, die Nische in der Nische zu finden. Sie darf dabei nicht zu klein sein und muss eine gewisse Vermarktbarkeit in einer gewissen Zielgruppe mitbringen. Absolut wichtig, nach Entstehung und Umsetzung der Idee, den Blog regelmäßig zu füttern. Das Aufbauen einer neuen Internetseite erfordert Ausdauer und viel Geduld. Im Durchschnitt braucht ein neues Webangebot mindestens drei Jahre, schreibt Karsten Lohmeyer, Chefredakteur Hagen+Pollmeier Corporate Publishing.

Geld verdienen mit Nischen Journalismus

Nun zum letzten wichtigen Punkt: Geld verdienen! Ein Blogger muss viel Zeit investiert haben, bevor er vom Bloggen leben kann. Wer weniger als ein Jahr tätig ist, verdient so um die 30-40 Euro im Monat, wer über ein Jahr hinauskommt, kann schon mit 300-500 Euro im Monat rechnen. Aber erst die Leute, die schon ein paar Jahre dabei sind und sich gut etabliert haben, kommen auf einen Verdienst von 2000-3000 Euro im Monat und die Elite kann sich sogar über 10.000 – 20.000 Euro freuen.
Das Geld verdienen hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Einerseits gibt es die Möglichkeit sich über Werbung und dem sogenannten Affiliate-Marketing zu finanzieren. Das bedeutet der Autor bekommt einen Erlös durch das Klicken auf einen Link auf seinem Blog.
Die nächste Möglichkeit besteht in der Finanzierung durch Sponsoren. Ebenfalls möglich ist es Geld durch Paid Content zu verdienen, sprich ein Artikel wird erst nach Bezahlung freigestellt.


Die Gründerin der Seite „Deine Korrespondetin„, ein Blog mit Geschichten über Frauen aus der ganzen Welt, Pauline Tillmann, hat das einmal versucht. Leider hatte sie keinen Erfolg.
Deutschland ist noch nicht bereit für eine derartige Bezahlschranke. Ich verlor einige Leser, sodass es schwierig wurde, das Projekt am Leben zu erhalten. Jetzt bieten wir die Geschichten wieder kostenlos an.“
In den USA hat sich die Methode bereits durchgesetzt und vielleicht ist es eines Tages auch in Deutschland eine Finanzier-Möglichkeit für Nischen-Journalisten.
Jeder, der eine Idee hat, sollte den Mut haben, diese auch umzusetzen und sein Ziel konsequent zu verfolgen. Einige andere, die sich bereits getraut haben, feiern heutzutage große Erfolge. Nicht aufgeben und das Glück in der Nische finden.

Flickr/ Maurice Velati/ CC 2.0

Interviewpartner: Pauline Tillmann, Gründerin von „Deine Korrespondentin“
Quellen:
http://www.fachjournalist.de
http://www.spiegel.de
http://www.mediummagazin.de

Autor: Samira Becker

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