Medienskandale – Journalisten in der Pflicht

Die Macht der Medien ist groß. Sie informieren die ganze Welt, bilden Meinungen und decken Skandale auf. Wenn eine Sache groß durch die Presse geht, ist es am Ende oft das Fehlverhalten der Medienakteure, das alles noch viel schlimmer gemacht hat. Sogenannte Medienskandale. Aber was wäre, würden die Medien nicht darüber berichten? Warum ist es so wichtig, auch negative Schlagzeilen zu bringen?

Medienskandale

Medienskandale und ihre Folgen

Beim Suchbegriff Medienskandale spuckt Google viele bekannte Geschichten aus, bei denen sich die Medien nicht von ihrer besten Seite gezeigt haben. Das Desaster mit den gefälschten Hitler Tagebüchern 1983, der von Paparazzi verschuldete Tod von Prinzessin Diana und die würdelose Darstellung des toten Michael Jackson auf der Titelseite der Zeitung mit den vier Buchstaben. Und viele mehr. Die Geschichte der Presse geht weit zurück, dementsprechend groß ist auch die Masse an Medienskandalen. Das zeigt, dass Journalisten Fehler machen, dass sie gierig nach Informationen sind und skrupellos in deren Beschaffung. Sie gehen dabei, wie im Fall Michael Jackson, buchstäblich über Leichen, um die ersten und besten zu sein. Es geht um Geld, um Macht, um Ansehen.

Journalistische Sorgfaltspflicht ade!

Dass dieses Verhalten ganz und gar gegen die ethischen und zum Teil auch rechtlichen Richtlinien der Presse verstößt, ist klar. Alle Personen, die zum Gegenstand eines Skandals werden, sind aus ihrer Sicht Opfer und das lassen sie die Medienvertreter spüren. Sie verklagen sie, brummen ihnen Geldstrafen auf oder erwirken Unterlassungen. Ein Beispiel dafür ist der Kachelmann Prozess. Ein Medienskandal, weil sich die Journalisten zu sehr einmischten und den Schweizer noch vor Prozessbeginn und ohne Beweise als Vergewaltiger titulierten. Eine Handlung entgegen des Pressekodexes und reine Verdachtsberichterstattung. Auch Harald Glööckler klagte auf Schmerzensgeld, nach dem Vorwurf einer Boulevardzeitung, drogenabhängig zu sein. Ein Verdacht mit schweren Folgen: Rund 100 Beiträge bezogen sich im Nachhinein auf diese Quelle und schädigten so erheblich den Ruf des Modedesigners.

Im Dienst der Öffentlichkeit

Die Presse sorgt aber nicht nur für Skandale, sie deckt sie auch auf. Oft sorgen Medienakteure für die Enthüllung eines spektakulären Skandals, der für die Öffentlichkeit von Bedeutung ist. Sie machen auf Missstände und soziale Probleme aufmerksam und sind, im Rahmen ihrer Kontroll- und Kritikfunktion, ein Indikator für den Zustand der moralischen Ordnung in unserer Gesellschaft. Stichwort investigativer Journalismus. Das Paradebeispiel dafür war 1973/74 die Watergate Affäre, bei der zwei amerikanische Journalisten durch ihre Recherche gravierende „Missbräuche von Regierungsvollmachten“ öffentlich machten. In Deutschland machte sich Hans Leyendecker einen Namen als (investigativer) Journalist, indem er 1999 die CDU-Schwarzgeldaffäre unter dem früheren Bundeskanzler Helmut Kohl aufdeckte. Das Aufspüren derartiger Missstände ist für Gesellschaften von zentraler Bedeutung, da es beweist, dass Pressefreiheit ein geachtetes Gut ist. Und davon profitieren im Endeffekt nicht nur die Journalisten, sondern wir alle.

Von Alisha Dewald

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