Printjournalismus – Auslaufmodell statt Tradition?

Die Zeitung am Frühstückstisch, auf dem Weg in die Arbeit oder in der Mittagspause zu lesen, gehörte bei Generationen von Menschen einfach dazu. Sie war das altbewährte Medium, um sich über die aktuellen Geschehnisse auf der ganzen Welt zu informieren. Doch bereits seit ein paar Jahren findet in der Medienlandschaft ein Umbruch statt und der Printjournalismus muss um sein Überleben kämpfen.

Printjournalismus

Die Krux mit dem Web

Generation Internet; Stichwort Smartphone. Und nicht zu vergessen: die Apps. Die Technik beeindruckt uns, die Schnelligkeit und die Möglichkeit, immer und überall genau das aus dem Netz zu bekommen, was man gerade braucht. Einfach, kostenlos und unabhängig. Bei Kindern und Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen sind das oft natürlich Spiele, der Austausch in sozialen Netzwerken oder Musik Streaming-Portale. Aber neben Facebook und Co. informieren sich die jungen Leute auch über den Syrien-Konflikt und den Parteitag der AfD. Laut einer Studie der Uni Leipzig aus dem Jahr 2013 ist für 95 % der Teilnehmer zwischen zwölf und neunzehn das Internet die wichtigste Informationsquelle für Nachrichten. Mit 47% liegen Zeitungen und Zeitschriften nur noch auf dem dritten Platz. Ist das ein deutliches Zeichen für das Ende des Printjournalismus? Zählt ab jetzt nur noch Online?

Printjournalismus ade?

Fakt ist: Immer mehr Verlage, Redaktionen und Druckereien senken aufgrund von fehlenden Auflagenzahlen ihre Produktionen im Print Bereich drastisch oder stellen sie sogar ganz ein. Nicht nur Kleinbetriebe sind betroffen, auch riesige Konzerne geben ihre Print Produkte auf oder weiter. So wie es 2013 der einstige Gigant im Print-Olymp, die Axel Springer SE tat und der Funke Mediengruppe seine Zeitschriften und Regionalzeitungen überlies. Und damit laut Presse den Untergang des Printjournalismus deutlich machte: Print stirbt, die Zukunft liegt im digitalen Journalismus. So sehen das laut einer Umfrage des statistischen Bundesamtes (2010) auch 52,58% der Journalisten. Sie glauben, dass der Printbereich in ihrem Unternehmen durch den Einfluss der Wirtschaftskrise und den Wandel der Medienlandschaft komplett eingestellt wird. Bei einer statistischen Erhebung gaben 67,2 Prozent der Befragten an, dass zahlreiche heutige Tageszeitungen 2020 nicht mehr erscheinen werden. Begründet durch die rückläufigen Zahlen der Auflagen, deren Wert jedes Jahr kontinuierlich sinkt.

Zahlen wie diese sprechen natürlich eine deutliche Sprache. Und auch wenn man als Journalismus-Anwärter hofft, dass dieses Urgestein der Presse allen Prognosen entgegen Auflagen und Popularität steigert, muss man sich an einen negativen Gedanken gewöhnen:  Den Printjournalismus mit all seinen Qualitäten, Erfahrungen und natürlich auch Arbeitsplätzen wird es möglicherweise schon in ein paar Jahren nicht mehr geben. Er muss weichen für neue, digitale, schnellere und kostenlose Medien, die den Markt beherrschen. Aber wie in jedem Wandel steckt hier vor allem eines: Neue Möglichkeiten. Wir müssen sie nur nutzen.

Von Alisha Dewald

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