Öffentlich-rechtliche Sender: ARD und ZDF

Öffentlich-rechtliche Sender ARD und ZDF sind die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland. Bild: ARD/WDR, ZDF

Öffentlich-rechtliche Sender gibt es seit über 65 Jahren in Deutschland. 1950 gründeten die Landesrundfunkanstalten die ARD. 1954 ging das Fernsehen der ARD auf Sendung. 1961 kam das ZDF hinzu. Medienfrage gibt einen Überblick über das öffentlich-rechtliche Rundfunk- und Fernseh-System in Deutschland.

 

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges begann zwischen den Alliierten die Diskussion, wie das Rundfunkwesen in Deutschland zukünftig organisiert sein soll. Alle waren sich einig: Ein Missbrauch darf nicht mehr stattfinden. Nach britischem Vorbild der BBC wählten die Beteiligten die Organisationsform der öffentlich-rechtlichen Anstalt. Die Geburtsstunde des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, wie wir ihn heute kennen.

In der ARD


Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland


haben sich 1950 alle Landesrundfunkanstalten zusammengeschlossen, um ein gemeinsames Hörfunkprogramm zu veranstalten. Die damaligen sechs Rundfunkanstalten waren der Bayerische Rundfunk (BR), Hessischer Rundfunk (HR), Radio Bremen, Süddeutscher Rundfunk (SDR), Südwestfunk (SWR) und Nordwestdeutscher Rundfunk (NWDR). Drei Jahre später folgte das Fernsehen: Der Fernsehvertrag der westdeutschen Rundfunkanstalten, der im Juni 1953 unterzeichnet wurde, sah ein Programm von „höchstens zwei Stunden täglich“ vor. Das Gemeinschaftsprogramm „Das Deutsche Fernsehen“ ging im November 1954 auf Sendung. Damalige Höhepunkte waren die Live-Übertragung der Krönung von Queen Elizabeth II. sowie die Live-Berichte zum „Wunder von Bern“, der Fußballweltmeisterschaft 1954 in der Schweiz.

Machtkampf und Gerichtsurteil führten zur Gründung des ZDF

Die geplante Einführung eines zweiten Fernsehprogramms führte in den 50er-Jahren zu einem Machtkampf zwischen Bund und Ländern. Die Bundesregierung unter Konrad Adenauer plante ein privatwirtschaftlich organisiertes zweites Programm. Die Länder favorisierten eine öffentlich-rechtliche Organisation. Adenauers Vision scheiterte am Bundesverfassungsgericht: Das Gericht erklärte 1961 in einem Grundsatzurteil die Gründung einer Deutschland-Fernsehen GmbH für verfassungswidrig. So entstand im Juni 1961 das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF). Im Gegensatz zur ARD ist das ZDF zentralistisch aufgebaut. Das Sendezentrum befindet sich in Mainz.

Öffentlich-rechtliche Sender nach dem Ende der DDR

1991 traten nach der Wiedervereinigung zwei neue Mitglieder der ARD bei: der Mitteldeutsche Rundfunk (mdr) und der Ostdeutsche Rundfunk Brandenburg (ORB). 1998 fusionierten der SDR und SWF zum Südwestrundfunk (SWR) sowie 2003 der ORB und SFB zu Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Die neun gegenwärtig zur ARD zusammengeschlossenen Rundfunkanstalten betreiben seither „Das Erste“. Laut gesetzlichem Auftrag dienen die Angebote der Information, der Bildung und Unterhaltung.

Wer kontrolliert die ARD?

Bei den öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten ist der Intendant für das Programm verantwortlich. Ihn kontrollieren und beraten Rundfunk- und Verwaltungsräte. Die Aufsichtsgremien bestehen aus Vertretern der Parteien, Gewerkschaften und der Kirchen. Die Rundfunkräte wachen vor allem über die Einhaltung des Programmauftrags. Verwaltungsräte kontrollieren eher die Finanzen.

Gemeinsame Beteiligungen von ARD und ZDF

Öffentlich-rechtliche Sender sind nicht nur die ARD und das ZDF: In Kooperation betreiben beide Sender das Deutschlandradio, den Kinderkanal sowie den Ereignis- und Dokumentationskanal PHOENIX. Mit dem Österreichischen und Schweizer Rundfunk wird das deutschsprachige Fernsehkulturprogramm 3sat betrieben. Seit Mai 1992 gestalten ARD und ZDF mit dem französischen Fernsehen das Kulturprogramm ARTE.
Zusätzliche Programme verbreitet die ARD digital, wie die Spartenkanäle einsfestival, tagesschau24 und Eins Plus. Beim ZDF sind es die Kanäle zdf_neo, ZDF info und ZDF kultur. Das deutsche Fernsehprogramm fürs Ausland wird von der Deutschen Welle DW-TV gesendet.

 

VON TOBIAS OTT

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