Berufsbild Fotograf: Interview mit Uwe Niklas

Das Berufsbild Fotograf spricht viele Leute an. Welche Voraussetungen man mitbringen sollte und ob man in der Branche als Quereinsteiger überhaupt eine Chance hat, erfahrt ihr im Interview mit Uwe Niklas (46), diplomierter Fotodesigner und freischaffender Fotograf aus Nürnberg.

Berufsbild Fotograf Der Fotograf Uwe Niklas

Herr Niklas, Sie sind gelernter Gas- und Wasserinstallateur, wie sind Sie zum Fotografieren gekommen?

Ich war auf der Hauptschule, habe danach Realschulabschluss und Abitur nachgemacht auf dem zweiten Bildungsweg. Zum Fotografieren bin ich dann mit etwa 20 gekommen. Ich war allein auf Reisen in Schottland und so fasziniert von der Landschaft, wollte sie festhalten. Daraufhin habe ich mich zu einem Fotokurs angemeldet. Das hat mir so gut gefallen, dass ich anschließend das Fotodesign Studium angefangen habe. Parallel zum Studium habe ich bei Fotostudios assestiert und eigene Aufträge bekommen. 1999 habe ich mich selbstständig gemacht und seit 2005 arbeite ich als freischaffender Fotograf.

 

Was verdient man durchschnittlich und von welchen Faktoren ist das abhängig?

Das hängt von Faktoren ab wie:

  • Festangestellten-Verhältnis in einem kleinen oder großem Fotostudio
  • ob es einen Tarif gibt und
  • welchen Abschluss man vorweisen kann.

Das Durchschnittsgehalt eines festangestellten Fotografs beläuft sich nach der Ausbildung auf 1300 bis 1500 Euro Brutto. Die Krankenversicherung zahlt der Betrieb.

Bei mir als freischaffender Fotograf ist das anders. Die Bezahlung hier ist abhängig von der Auftragslage, sowie von eigener Qualität und Vermarktung. Für Firmen arbeite ich für einen festen Tagessatz. Dazu gehört die reine Arbeitszeit, sowie die Nachbearbeitungszeit. Bei mir beläuft sich der Tagessatz auf circa 900 Euro. Das hört sich erstmal gut an, aber monatlich zahle ich allein 500 Euro für die Krankenversicherung und weitere Versicherungen. Die muss ich, anders als bei festangestellten Fotografen, selbst bezahlen. Generell muss man als Freiberufler drei Viertel vom Tagessatzes für seine festen Ausgaben abziehen. Dazu gehören Steuern und Miete. Demnach verdiene ich circa 30 Euro Netto in der Stunde. Ich kann also nicht meckern, aber ich lebe nicht auf großem Fuß.

 

Welches Equipment braucht man und wieviel kostet das circa?

Es kommt darauf an, was für Jobs man machen will. Im Bereich Journalismus braucht man beispielsweiße ein, zwei Objektive und einen Blitz. Dazu kommt eine Kamera, das ist nicht so teuer. Wenn man Werbung oder Beauty Fotografie machen will, steigt man etwas höher ein. Meine erste Kamera beispielsweiße hat 800 Euro gekostet. Ich habe jetzt eine Kamera für 6000 Euro und die Gleiche nochmal als Ersatz, um gewappnet zu sein, wenn eine ausfällt. Insgesamt habe ich 50 000 Euro für mein Equipment in Lauf der Jahre ausgegeben. Dazu gehören aber auch Monitore, Objektive und eine mobile Blitzanlage.

 

Welche Eigenschaften sind wichtig , was sind Vor- und Nachteile im Berufsbild Fotograf?

Der Vorteil ist: man ist selbstständig. Der Nachteil ist: man ist selbstständig.

Manchmal arbeite ich 80 Stunden in der Woche, ich habe keine festen Arbeitszeiten. Dadurch bin ich aber auch sehr flexibel und kann mir meine Zeit selber einteilen. Außerdem habe ich keinen Urlaub, weil man für die Kunden flexibel bleiben muss. Ich stehe schon zum Teil unter dem Druck immer parat stehen zu müssen und nicht krank zu werden. Ich denke aber das ist Typsache. Wenn Fotografieren deine Leidenschaft ist, ist der Rest nebensächlich. Ärgerlich sind die vielen Laien-Fotografen, die zu einer zunehmenden Konkurrenz führen. Diese stellen oft extrem billige Angebote und machen dadurch die Preise kaputt. Das entwertet den Beruf Fotograf auch oft. Aber in der Regel setzt sich Qualität schon durch.

 

Wichtig ist es vor allem, gut mit seinem Equipment umgehen zu können und Ahnung von Belichtung und

Berufsbild Fotograf

Berufsbild Fotograf: Uwe Niklas in Aktion

Raumausleuchtung zu haben. Außerdem ist ein guter Draht zu Menschen von Vorteil. Als freischaffender Fotograf muss man außerdem sehr zuverlässig sein und sich mit Buchhaltung und Marketing auskennen.

Da mir meine Arbeit aber so viel Spaß macht, fällt es mir schwer sie als Arbeit zu sehen. Und das ist unbezahlbar.

 

 

Aufgrund der hohen Konkurrenz was sollte man beachten, gibt es Tipps um herauszustechen?

Ich habe mich trotz der Konkurrenz nicht spezialisiert. Es empfiehlt sich breit aufgestellt zu sein, vor allem in Aufträgen die häufig gefragt sind, wie Portraits, Reportagen und Image Geschichten. Qualität geht vor Quantität. Letzendlich spricht es sich einfach rum, wenn man einen guten Job macht. Wenn die Kunden zufrieden sind, empfehlen sie dich weiter und so wächst der Kundenkreis. Für meinen Beruf ist die Lust am Kreativen wichtig, genauso wie die Zuverlässigkeit. Kein Tag ist wie der andere. Veränderung und neues Ausprobieren gehören zum Berufsbild Fotograf dazu.

Erfahre mehr über das Fotografieren und Uwe Niklas.

 

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