Eigene Firma mit 20: Journalist Niklas Faralisch

Niklas Faralisch ist freier Journalist und hat seine eigene Firma mit 20 gegründet. Sie heißt "Farali Productions", hat ihren Sitz in Berlin und existiert seit Mai 2015. Soweit so gut. Niklas Faralisch ist aber gerade einmal 20 Jahre jung und hat sein Abitur 2014 gemacht. Wie schafft man so früh den Sprung in die Selbstständigkeit der Medienlandschaft? Wie sieht die Arbeit unter der Doppelbelastung freier Journalist und Firmengründer aus? Ein Interview mit Niklas Faralisch.

Eigene Firma mit 20 Niklas Faralisch - selbstständiger Journalist

Wie bist du zum Journalismus gekommen?

Vor der Abitur hab‘ ich viel ausprobiert, auch viel Mist muss ich gestehen. Ich war beim Radio, im Schülerpraktikum beim Fernsehen und hatte eine kleine freie Mitarbeit. So richtig entfalten konnte ich mich dann erst nach dem Abitur. Ich habe das genommen, was mir am meisten Spaß gemacht hat und habe es ausgebaut. Trotz meiner 3,0 in Deutsch. Ich bin jemand der gerne reisen geht und nicht so der Fan vom Schreiben ist. Ich wollte nie im Print-Bereich landen.

Ich bin nicht Generation Praktikum, ich bin Generation Macher.

Wie bist du dazu gekommen deine eigene Firma mit 20 zu gründen?

Ich habe mich immer mehr selbstständig gemacht, losgelöst von Festverträgen, hin zur freien Mitarbeit.

Vielseitige Arbeit mit eigener Firma

Auch das gehört zur eigenen Firma: Niklas Faralisch im Interview

Jetzt habe ich meine eigene Firma mit 20. Ich hatte selbst anfangs garkeine Ahnung wie man eine Firma gründet. Ich habe mich relativ blauäugig online in Berlin angemeldet mit meinem Firmennamen. Dann wurde ich plötzlich angenommen und stand im Handelsregister. Mit 20 etwas eigenes, neues zu schaffen unter der ganzen Konkurrenz ist sehr schwer. Ich sage immer: du musst deinen eigenen Namen erklären können.

Ist eine eigene Firma mit 20 ein „Muss“ als freier Journalist?

Generell ist es eher unüblich als freischaffender Journalist seine eigene Firma zu haben. Ich wollte aber schon immer etwas eigenes haben neben der freien Mitarbeit. Da man als eigener Chef selber entscheiden kann wann und wo man arbeitet, habe ich meine Firma gegründet, Farali Productions. Die Firma läuft wirklich gut.

Wie funktioniert die Verwaltung einer eigenen Firma?

Mein Büro ist mein Laptop. Außerdem habe ich virtuelle Assistenten, die einen Teil meiner Arbeit übernehmen. Grundsätzlich übernehmen sie viel Bürokratie, wie E-Mails beantworten oder Rechnungen schreiben. Manchmal gehen sie auch für mich auf Meetings, wenn ich nicht hinfliegen kann. Sie sind nicht bei mir festangestellt sondern arbeiten auch freiberuflich. Das heißt sie müssen sich selbst versichern und bekommen einen Halbtagessatz bezahlt. Ich selbst muss meine Versicherungsbeiträge auch selber zahlen.

Wie sieht deine Arbeit in der Firma aus, überschneidet sie sich mit deiner Arbeit als freier Journalist?

Ich habe mittlerweile feste Partner mit meiner Firma und Sender mit denen ich gerne arbeite. Mit meiner Firma stelle ich so zusagen ein komplettes Produkt her, auf dem freien Markt nur einen Teil des Produktes. Das basiert alles auf Kontakten. Im Grunde bist du ein wandelndes Telefonbuch, das seine Täume verfolgt. Die Arbeit überschneidet sich häufig. Parallel zu meiner Firma, bin ich auf dem freien Markt verfügbar. Ich arbeite frei, zum Beispiel auf dem roten Teppich und mache Bilder. Ich erstelle außerdem Konzepte, gehe drehen, halte Vorträge, führe Interviews und gebe auch selber welche.

Wird das nicht häufig zu viel?

Ja es ist schon manchmal zuviel. Ich musste viel aufgeben für den Erfolg. Zeit für Familie, Freunde und Freizeit bleibt kaum. Die dauernde Erreichbarkeit, die der Job mit sich bringt ist auch eine Belastung und erlaubt oft nur wenig Schlaf. Es gibt aber die Magic Moments, die den Stress für mich wieder wett machen. Sei es das Treffen mit Katy Perry, die Reise zum Mount Everrest oder meine Arbeit beim Champions League Finale.

Welche Tipps kannst du angehenden Journalisten mit auf den Weg geben?

Auch das gehört zu Arbeit in der eigenen Firma mit 20: roter Teppichauftritt

Niklas Faralisch auf dem roten Teppich

Ich kann drei Tipps geben:

  1. Angehende Journalisten sollten sich immer den Ehrgeiz und die Motivation erhalten. Der Druck und die Konkurrenz in der Branche sind sehr hoch. Ohne Ehrgeiz geht man unter.
  2. Wichtig ist aber auch, Spaß an der Arbeit zu haben und vorher viel auszuprobieren. Viele Praktika zu machen, sei es nur ein Tag wo anders „reinschnuppern“.
  3. Am wichtigsten ist es meiner Meinung nach, aus seinen Schwächen, die man beispielsweise in der Schule hatte, seine Stärken zu machen. Immer an seine Träume zu glauben und hart dafür zu arbeiten, um seine Ziele zu erreichen, das ist der Schlüssel zum Erfolg.

Wenn wir dein Interesse am Beruf freischaffender und selbstständiger Journalist geweckt haben, kannst du hier mehr über den Beruf erfahren. Hier erfährst du mehr über Niklas Faralisch.

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