Fotojournalismus in Hannover

Fotojournalismus in Hannover findet hauptsächlich im modernen Gebäude am Expo Plaza statt

Journalismusstudiengänge gibt es viele in Deutschland. Aber nicht nur mit Texten oder Filmen kann ein Reporter seine Geschichte erzählen. Auch Fotos haben die Macht, eine Gesellschaft zu bewegen. Mehr noch, Bilder können zu Ikonen werden und sich in die Köpfe der Menschen brennen. Der Studiengang Fotojournalismus in Hannover möchte die Fähigkeit vermitteln, solche Bilder zu schaffen.

Von Sandra Mooshammer

10.000 Studenten in fünf Fakultäten – das ist die HS Hannover, zweitgrößte Hochschule in der Landeshauptstadt von Niedersachsen. Neben vielen technischen Studiengängen sowie einer Fakultät zu Gesundheits- und Sozialwesen bietet die Hochschule mehrere Studiengänge im Bereich Design, Information und Kommunikation an. Dazu gehört auch „Fotojournalismus und Dokumentarfotografie“. Trotz der Größe der Hochschule ist der Studiengang relativ klein, weniger als 40 Studenten werden pro Jahrgang nach einem strengen Auswahlverfahren aufgenommen.

So ist Fotojournalismus in Hannover aufgebaut

In den ersten drei Semestern lernen die Studenten die Grundlagen des Fotojournalismus kennen. Interdisziplinäres wie die Geschichte des Designs oder Ansätze der Kommunikationswissenschaft stehen ebenso auf dem Stundenplan wie Bildsprache, Reportage, Bildbearbeitung oder redaktionelles Wissen wie Layouting. Die Studenten lernen aber nicht nur Theorie, sondern gehen auch nach draußen und fotografieren eigene Bildstrecken.

Ab dem vierten Semester folgt der zweite Studienabschnitt – die Studierenden haben nun bereits die wichtigsten Kenntnisse und können diese in anderen Fächern anwenden, die mehr ins Detail gehen. In den Semestern 4, 6 und 7 beschäftigen sie sich beispielsweise mit PR, Fotografieren im Studio oder Prominentenfotografie. Zusätzlich folgen reflektierende Module wie Medienethik oder Seminare zur Selbstvermarktung.

Studenten von Fotojournalismus in Hannover schulen ihren Blick für Motive und die optimale Umsetzung

Studenten von Fotojournalismus in Hannover schulen unter anderem ihren Blick für Motive und die optimale Umsetzung

Das fünfte Semester ist für die Studenten von Fotojournalismus in Hannover als verpflichtendes Praxissemester vorgesehen, wo sie in Bildredaktionen oder als Fotografen Erfahrung sammeln sollen. Die Hochschule Hannover bietet hier mehrere Kooperationen an, unter anderem mit der FAZ, aber das Praktikum ist prinzipiell überall möglich. Dazu wird ein Bericht sowie ein Portfolio erstellt.

Im achten Semester endet das Studium schließlich mit der Bachelorarbeit. Rolf Nobel, Professor für Fotografie an der HS Hannover, hält es jedoch für sinnvoll, Fotojournalismus nicht zwingend in der Regelstudienzeit abzuschließen, sondern so viele Erfahrungen an der Hochschule zu sammeln wie nötig. Somit ist es sogar gern gesehen, wenn Studenten interessehalber ein paar Semester länger bleiben.

Ausland

Für Fotojournalisten sind die Möglichkeiten, ins Ausland zu gehen, begrenzt. Wie auch bei anderen Studiengängen kann sich natürlich jeder selbst einen Auslandsaufenthalt organisieren, aber Kooperationen seitens der Hochschule gibt es wenige. Zwar hat auch die Fakultät III, die Fotojournalismus beinhaltet, Verbindungen zu anderen Hochschulen, von Estland über Portugal bis nach China. Wie Michael Trippel, ebenfalls Professor für Fotografie, allerdings in einem Interview sagt, besäßen die meisten dieser Hochschulen keine oder nur rudimentäre fotografische Ausstattung. Daher seien laut Trippel Auslandsaufenthalte eher sinnvoll, um fremde Kulturen kennenzulernen, als um sein Studium im Ausland effizient fortzusetzen. Die Hochschule sei allerdings dabei, weitere Kooperationen aufzubauen.

Das Praxissemester im Ausland zu absolvieren ist dagegen problemlos möglich, sofern es eine passende Praktikumsstelle gibt. Das fünfte Semester – also das vorgesehene Praxissemester – ist dafür geeignet, als weiteres ideales Zeitfenster für einen Auslandsaufenthalt gibt die Hochschule das vierte Semester an.

Bewerbung für Fotojournalismus in Hannover

Interessierte Bewerber reichen zunächst bis Mitte März eine Fotomappe ein, die mindestens drei Bildstrecken enthält. Jede Strecke sollte ein bestimmtes Thema verfolgen und zehn bis zwanzig Fotos umfassen. Die HS Hannover bietet dafür auch spezielle Mappenberatungstermine an. Nach der Sichtung der Mappen erhält etwa die Hälfte der Bewerber eine Einladung zur Eignungsprüfung. Dabei ist auch eine Hausaufgabe enthalten, die der Bewerber bis zum Prüfungstermin erledigen und dort vorstellen muss. Die Prüfung selbst besteht aus drei verschiedenen Aufgaben (zwei fotografische Arbeiten und eine Collage), von denen zwei bearbeitet werden sollen. Alles zusammen wird mit Punkten benotet, wer abschließend mindestens fünf Punkte erhält, kann sich für den Studiengang Fotojournalismus in Hannover einschreiben.

Durch die strenge Auswahl nach fotografischen Kriterien, aber auch gesellschaftlichem Interesse oder sozialem Engagement verkleinert sich der Kreis der Bewerber im Lauf des Verfahrens extrem. Nur etwa ein Drittel bis ein Viertel bekommt letztendlich einen Studienplatz angeboten.

Das sagen die Studierenden

Studentin Chantal Seitz ist, wie nach ihren Angaben die meisten ihrer Kommilitonen, von der Umsetzung von Fotojournalismus in Hannover begeistert. Besonders lobt sie die Betreuung durch die Dozenten. Seitz kritisiert allerdings, dass Module wie Recherche, Medienethik, Recht oder Selbstvermarktung erst in höheren Semestern vorgesehen sind: „Das könnte man von Anfang an gut gebrauchen.“ Außerdem wird journalistisches Schreiben zwar im ersten Semester unterrichtet, ihr kommt es dennoch zu kurz. „Ich finde, das darf man dazu erwarten, weil es dazugehört“, meint Seitz – im Journalismus steht fast jedes Bild im Kontext eines Artikels oder hat zumindest eine Bildunterschrift.


Alles Wichtige auf einen Blick:

  • Studiengang: Fotojournalismus und Dokumentarfotografie
  • Abschluss: Bachelor of Arts (B.A.)
  • Hochschule: Hochschule Hannover
    Fakultät III – Medien, Information und Design
    Expo Plaza 2
    30539 Hannover
  • Fachsemester: 8
  • Studenten pro Jahrgang: 35-40
  • Studienbeginn: jedes Wintersemester
  • Zulassungsbeschränkung: ja, Bewerbung mit Fotomappe bis 15.03. jedes Jahres, anschließend eventuell Einladung zur Eignungsprüfung plus Hausaufgabe
  • Studienkosten: ca. 390€ Semesterbeitrag (inkl. Karte für den Nahverkehr)
    ca. 100-150€ Materialkosten pro Semester
  • Ansprechpartner: Rolf Nobel (0511/92962345, Mail: rolf.nobel(at)hs-hannover.de)
    Allgemeine Studienberatung (beratung(at)hs-hannover.de)
  • Weitere Infos: www.fotostudenten.de
    www.hs-hannover.de
    f3.hs-hannover.de

 

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Beitragsbild: Charlotte Sattler
Bild Fotograf: By Nicolás García – Own work, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1681558

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