Journalistin in den USA

Journalistin in den USA Diesen Ausblick kann Sarah Gordy als Journalistin in den USA in ihrer Freizeit täglich genießen

Die sechsundzwanzigjährige Sarah Gordy hat das geschafft, was sich viele junge Menschen wünschen – dort wohnen, wo andere Urlaub machen: Sie ist Journalistin in den USA. Vor knapp zwei Jahren ist die gebürtige Kasselerin nach Los Angeles ausgewandert, um als Freelancer im Ausland zu arbeiten.

Sarah Gordy lebt und arbeitet als Model und Journalistin in den USA

Wie sie ihren Traum zur Wirklichkeit gemacht hat und was man beachten muss, wenn man in den Vereinigten Staaten leben möchte, erzählt Sarah in einem kurzen Interview.

Wie sah dein Leben vor aus, bevor du Journalistin in den USA wurdest?

Ich bin in Kassel geboren und habe ganz normal mein Abitur gemacht. Danach habe ich drei Semester Jura in Bayreuth studiert und Gott sei Dank gemerkt, dass das so gar nichts für mich ist. Ich wollte irgendwas mit Medien machen und habe dann ein Teilstipendium an Akademie für Neue Medien in Kulmbach bekommen. So bin ich zum ersten Mal mit dem Journalismus in Kontakt gekommen.

Und dann, wie ging’s weiter?

Ich habe ziemlich viel praktische Erfahrungen gesammelt, unter Anderem bei Radio afk max und dem aha Magazin in Nürnberg und dem Spießer Magazin in Dresden.

Du bist vor deiner Auswanderung schon mehrmals in die Staaten gereist – bis dahin aber immer wieder nach Deutschland zurück gekehrt. Wir hast du deinen Plan, endgültig Journalistin in den USA zu werden, in Angriff genommen?

Als Erstes habe ich mich für ein Visum beworben. Am Anfang wollte ich ein Model Visum, da ich schon seit Jahren nebenbei als Model arbeite und das leichter zu bekommen ist. Doch dann hat es dank meines Jugendpresseausweises letztendlich sogar mit dem Journalisten Visum geklappt. Wer einen Presseausweis hat kommt auf dem amerikanischen Konsulat glaubwürdiger rüber. Der Jugendpresseausweis gilt bis zu einem Alter von sechsundzwanzig Jahren. Zusätzlich braucht man für die Einreise ein spezielles Schreiben. Dieses muss vorweisen wo, und vor allem für welche Redaktion, man in den Staaten arbeiten wird. Um das Visum zu bekommen ist es wichtig, dass man angeben kann wie viel man in Zukunft verdient. Als Mitarbeiter von – sagen wir mal Pro 7 – gestaltet sich das vermutlich leichter. Als Freelancer (freier Arbeiter) ist das komplizierter. Auf dem Konsulat wollten sie nicht einmal meine Arbeitsproben sehen. Das Schreiben und der Presseausweis mussten genügen um zu überzeugen.

Das mit dem Visum hat ja dann glücklicherweise geklappt. Was gab es denn danach noch für Schwierigkeiten bei der Einwanderung?

Erst mal ist es schwer überhaupt eine Unterkunft vor Ort zu finden. Das sollte man sich vorher bewusst sein und genügend Budget für die ersten Monate einplanen. LA ist viel teurer als Deutschland. Ich hatte Glück und bin mit einer Freundin gemeinsam ausgewandert. Wir teilten uns die Kosten für das Appartement. In den USA hat jeder Bürger eine eigene social security number. Die bekommt man recht easy – allerdings wird anhand dieser die Kreditwürdigkeit geprüft. Ist diese nicht gegeben, weil man noch zu wenig verdient, sieht’s mit der Wohnung erst einmal schlecht aus.

Aber mit dem Journalisten Visum in der Tasche kann es doch nicht so schwer sein, einen vernünftigen Job zu finden.

In LA lassen sich viel leichter Kontakte knüpfen als in Deutschland, das stimmt – alleine schon weil viele wichtige Medienevents hier direkt vor meiner Haustüre stattfinden. Andere Journalisten müssten dazu erst in die Staaten reisen. Und haben die keinen vernünftigen Presseausweis dabei, können sie eigentlich schon wieder nach Hause fliegen. Trotzdem gehen die Menschen hier gehen einfach viel unbedarfter ihrer Leidenschaft nach – jeder tut das, wovon er nachts träumt.

Aber?

Naja man stellt sich das oft leichter vor als es ist. Erstens versprechen die Leute hier oft Dinge, die sie niemals einhalten und zweitens bleibt dann immer noch das Problem mit der Arbeit. Als deutscher Journalist in den Vereinigten Staaten darf man nicht für amerikanische Produktionsfirmen arbeiten. Ausschließlich für deutsche oder nichtamerikanische Redaktionen – vermutlich weil sie Angst haben, dass wir ihren eigenen Leuten den Job wegnehmen. Da bleiben nicht mehr so viele Möglichkeiten. Die „Bild“ hat einen Standort in LA. Ob man da arbeiten möchte, ist allerdings die andere Frage.

Hört sich an, als wäre ein Job als Journalistin in den USA kaum erreichbar?

Das stimmt so auch nicht. Ich bin zwar gerade in Mutterschutz und habe jetzt die Greencard, weil ich mittlerweile mit einem Amerikaner verheiratet bin und vergangenes Jahr ein Baby bekommen habe – trotzdem bin ich in der Vergangenheit mit meiner Arbeit hier als Journalistin und Model ganz gut über die Runden gekommen. Eine gute Vorbereitung und vor allem die nötige Portion Mut und Risikobereitschaft sind schon wichtig um in den Staaten überleben zu können – was mir immer geholfen hat ist die Seite amerika-forum.de – dort tauschen sich Journalisten untereinander viel über ihre Erfahrungen in den USA aus. Im Zweifelsfall aber immer auf die offizielle Seite des Governments verlassen. Dort findet man alle richtigen Fakten und Informationen zum Thema Auswanderung und Visa.

 

Quellen:

Interview mit Sarah Gordy

http://www.amerika-forum.de/

https://www.usa.gov/

Bilder:

Sarah Gordy (Bildrechte vorhanden)

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