Praxissemester: Erfahrungen von Studenten

Studieren und probieren – so lautet die Devise! Wer etwas mit Medien studiert, kommt an einem Praktikum nicht vorbei. Vorlesungen im Studium sind das eine, doch richtige Erfahrungen sammeln Studenten meistens erst im Praxissemester. Medienfrage hat bei zwei ehemaligen Praktikanten mal nachgehakt:

Medienfrage: Ihr studiert beide Ressortjournalismus in Ansbach und habt euer Praxissemester bereits hinter euch. Wo habt ihr euch denn beworben?

Stefan Kölbel: Ich war in meinem Praxissemester bei einem neu gegründeten Basketballverein, den „Gladiators Trier“, im Bereich PR und Öffentlichkeitsarbeit tätig.

Matthias Regler: Einen Teil meines Praxissemesters habe ich im Verlagshaus Hubert Burda Media in München verbracht. Dort habe ich ein dreimonatiges Praktikum im Bereich Online-Videojournalismus bei BUNTE.de gemacht

MF: Was waren denn eure konkreten Aufgaben und durftet ihr vieles selbstständig machen?

Stefan Kölbel: Eigentlich habe ich alles gemacht: Angefangen beim Moderieren von Pressekonferenzen, dem Erstellen der Website, dem Veranstalten von Presse- bzw. Promoterminen, Fotoshootings, der Betreuung des Social Media Auftritts des Vereins, bis hin zum Organisieren eines Trainingslagers in Frankreich. Natürlich kommen auch noch die klassischen Aufgaben wie Hörfunkbeiträge produzieren, Interviews führen oder Pressemitteilungen verfassen dazu.

Matthias Regler: Nach einer kurzen Einarbeitungszeit habe ich nach und nach immer mehr Aufgaben übertragen bekommen. Irgendwann war ich dann ein vollwertiges Teammitglied und durfte alles machen. Ob Off-Texte schreiben, Videos schneiden oder Texte einsprechen. Bei dem Praktikum wird einem nicht langweilig. Als Praktikant wird man dort ernst genommen und Themenvorschläge dürfen in der Regel auch umgesetzt werden. Ich hatte zudem die Möglichkeit an den roten Teppichen in München Prominente zu interviewen.

MF: Inwiefern hat euch das Erlernte aus dem Studium weitergeholfen?

Stefan Kölbel: Das Studium ist das Studium und die Welt da draußen ist eine komplett andere. Also klar, das Studium hilft in gewisser Weise natürlich. Man kennt sich ein bisschen aus, weiß zum Beispiel, wie man mit Schnittprogrammen umgehen muss, aber letztendlich kommt es im Praxissemester dann doch oft anders. Natürlich macht man Fehler, aber aus denen lernt man, ich bin an meiner Aufgabe gewachsen.

Genau da kommen einem als Journalist schon manchmal ethische und moralische Bedenken. Es ist dann auch immer ein sehr schmaler Grat zwischen journalistischer Ethik und der Sensationsgier der Zuschauer.

Praxissemester

Ein Praxissemester bei BUNTE.de gewährt Einblicke in den Boulevardjournalismus

Matthias Regler: Die Vorkenntnisse aus meinem Studium waren mir im Praxissemester eine wirklich große Hilfe. Gerade das ganze Wissen aus den TV-Journalismus-Vorlesungen konnte ich super anwenden. Allerdings gab es auch einige Dinge, die bei uns in der Redaktion anders gemacht wurden. Beispielsweise unterscheidet sich das Texten im Bereich Boulevard komplett von dem, was wir in Print-Journalismus gelernt haben. Doch genau da kommen einem als Journalist schon manchmal ethische und moralische Bedenken. Es ist dann auch immer ein sehr schmaler Grat zwischen journalistischer Ethik und der Sensationsgier der Zuschauer.

MF: Wenn ihr ein Fazit ziehen müsstet, wie würde es ausfallen?

 Stefan Kölbel: Ich bin nach Trier gekommen, wusste nicht ganz was auf mich zukommt und habe dann gesagt: Ok, ich gebe 100%, egal was kommt. Die Arbeit mit den Profisportlern, Fans, den Sponsoren, den Agenturen und Journalisten war in jeder Sekunde bereichernd. Ich bereue keine Sekunde harte Arbeit, keine Überstunde, keinen Fehler, den ich gemacht habe. Schlussendlich bin ich noch als Werkstudent übernommen worden und habe einen unbefristeten Arbeitsvertrag unterschrieben – das ist auch nicht alltäglich. Eins darf man aber nie vergessen: Der Job im PR ist nicht wie in einer Redaktion, wo du kommst, deine Stunden machst und dann wieder nach Hause gehst. Im PR musst du 24 Stunden erreichbar sein und immer auf Knopfdruck wissen, wie oder was gemacht werden muss und wie der beste Weg ist. Flexibilität, Leistungsbereitschaft und Hingabe spielen dabei eine große Rolle.

 Ich bereue keine Sekunde harte Arbeite, keine Überstunde, keinen Fehler den ich gemacht habe.

 Matthias Regler: Bei BUNTE.de habe ich extrem viel gelernt und bin absolut glücklich, dass ich die Erfahrungen dort machen durfte. Meine Highlights waren selbstverständlich die Termine, bei denen ich den Prominenten ganz nahe kam und sie interviewen durfte. Die Liste der berühmten Personen, welche ich während des Praktikums getroffen habe ist lang: David Garrett, Nico Rosberg und Paul Janke sind nur einige Namen. Am Anfang war ich noch sehr ehrfürchtig, aber ich habe eins in der Zeit bei BUNTE.de ganz genau gelernt: Auch Stars scheißen nur auf Porzellan. Dennoch sind es die absoluten Highlights während des Praktikums. Einblicke in eine Welt zu bekommen, die einem sonst verschlossen bleibt.

 

Das könnte Sie ebenfalls interessieren:

http://medienfrage.de/2016/07/14/praktikum-im-journalismus-kaffeekocher-oder-durchstarter/

http://medienfrage.de/2016/06/26/praktikum-rechte-als-praktikant/

http://medienfrage.de/2016/07/14/journalismus-praktikum-bezahlung/

 

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*