Rocket Beans TV Finanzierung im Internet

Rocket Beans TV Finanzierung leicht gemacht. Der Online-Sender steht dank verschiedener Bezahl-Modelle sehr erfolgreich da. Die starke Community und die vielseitigen Möglichkeiten wie Crowdfunding, Branded-Content oder Werbung ermöglichen den Machern eine gute finanzielle Basis.

Rocket Beans TV Finanzierung nach den Ideen von Arno Heinisch Arno Heinisch spricht auf der Transforming Media Konferenz über die Finanzierung von Rocket Beans TV

von Philipp Jakob

Im Januar 2015 ging der erste unabhängige Online-Sender in Deutschland an den Start: Rocket Beans TV. Geschäftsführer Arno Heinisch rief gemeinsam mit den Moderatoren Daniel Budimann, Nils Bomhoff, Etienne Gardé und Simon Krätschmer einen Sender ins Leben, der 24 Stunden am Tag sowohl Liveprogramm als auch aufgezeichnete Formate zeigt – ausschließlich im Internet und komplett kostenlos.

Dies geschieht über die Online-Plattform Twitch.tv, auf der nach Angaben von Heinisch täglich 120.000 Unique Visitors mit einer durchschnittlichen Verweildauer von 2 Stunden auf das Programm von Rocket Beans TV zugreifen. Beeindruckende Zahlen, doch eine Frage bleibt: Wie lässt sich das finanzieren?

Rocket Beans TV Finanzierung: Werbung und Branded Content

Der Sender ist grundsätzlich kostenlos über Twicht.tv zu sehen, auf YouTube haben die Macher zusätzlich eine Art Mediathek eingerichtet – natürlich ebenfalls komplett kostenlos. Dennoch läuft die Rocket Beans TV Finanzierung offensichtlich ziemlich gut. Immerhin sind mittlerweile über 40 Festangestellte an dem Projekt beteiligt. Das Geheimnis? Statt sich auf ein Finanzierungsmodell für den Sender zu beschränken, ist Rocket Beans TV gleich auf mehreren Säulen aufgebaut.

Neben den Werbeeinnahmen über Twitch.tv und Youtube, erzielt der Sender auch Erlöse über Affiliate-Links zu Amazon, Product Placement in den Sendungen oder Branded-Content-Formaten. Wichtig dabei sei laut Heinisch, die absolute redaktionelle Freiheit. „Branded-Content-Formate transportieren Inhalte, deren Aussage zum Image einer Marke passen“, erklärt Heinisch gegenüber dem Handelsblatt. „Der Sponsor sieht sich als reiner Enabler und taucht selbst in dem Format, neben einer einzigen, kurzen Erwähnung, gar nicht auf.“

Crowdfunding aus der Community

Einfluss auf die Sendung habe der Sponsor damit nicht. Und wenn doch, dann würden sich die Fans des Formats sicherlich schnell darüber beschweren. Denn ein weiterer Vorteil im Kampf ums Überleben ist für Rocket Beans TV die starke Community. Zwar ist der Sender ein Nischenprodukt mit einer relativ kleinen Zielgruppe, die zeichnet sich jedoch durch eine sehr treue Fanbase aus, die auch bereit ist, Geld zu zahlen.

So finanziert sich der Sender neben den bereits erwähnten Modellen auch und vor allem durch die zahlungswillige Community. Über Crowdfunding sammelten Heinisch und seine Kollegen Spenden, mit denen das Projekt in der Anfangszeit finanziell gestemmt wurde. „Wir haben 20.000 E-Mails von Leuten bekommen, die uns finanziell unterstützen wollten“, freute sich Heinisch auf der Transforming Media Konferenz in Nürnberg. 

Merchandise und Zukunftsaussichten

Neben dem Crowdfunding-Modell betreibt der Sender auch einen eigenen Merchandise-Shop, über den ebenfalls etwas Geld in die Kassen gespült wird. „Mit einer einzigen Einnahmequelle allein können wir den Sender nicht finanzieren. Erst zusammen wird ein Schuh draus“, so Heinisch.

Das ambitionierte Projekt zeigt, wie die verschiedenen Finanzierungsmodelle im Internet dem Journalismus neue Möglichkeiten bieten, die es so vorher nicht gab. Sowohl freie Journalisten als auch Verlage könnten sich durch den Mix der unterschiedlichen Modelle eine Zukunft in der digitalen Welt schaffen. Rocket Beans TV hat das „Neuland“ Internet auf jeden Fall schon längst für sich erschlossen.

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