Was kann Radio von YouTube lernen?

  Sie sind die Rockstars der jungen Generation und haben Millionen Follower auf YouTube, Instagram &CO. Die YouTuber Gronkh, YTITTY, LeFloid und Dagi Bee verzeichnen Hunderttausende Videoaufrufe. Ihre riesige Reichweite macht sie immer interessanter für die Werbebranche. Längst sind sie Teil von großen Werbekooperationen. Eine der wichtigsten Marketingstrategien überhaupt ist momentan das sogenannte Influencer Marketing.

Redakteur ©Pixabay

Kurze und knackige Informationen 

YouTube

Moritz Wasserek arbeitet für die Social-Publishing Fan-App-Plattformen CrowdRadio für Radiomacher und CrowdTV für YouTuber ©Moritz Wasserek

„Beiträge mit einer Länge von maximal zwei Minuten stehen bei Online-Usern besonders hoch im Kurs“, erklärt Moritz Wasserek. Wasserek arbeitet als Buisness Developer für die Social-Publishing Fan-App-Plattformen CrowdRadio für Radiomacher und CrowdTV für YouTuber. Der sogenannte „Snackable Content“ ist Folge der Informationsflut die jeden Tag über Mediennutzer hereinbricht. Aber auch die Aufmerksamkeitsspanne der User nimmt immer mehr ab. Etwa acht Sekunden können sich die Nutzer konzentrieren, dann sinkt das Interesse rapide. Der Trend geht zu kurzen aber knackigen Infos, die sich in Form von Posts, Videos und Bildern schnell und leicht nebenbei konsumieren lassen. Sei es auf dem Weg zur Arbeit oder in der Mittagspause ein kurzer Blick aufs Smartphone. „Die Online-User erwarten aber trotzdem eine hohe Qualität der Nachricht und diese sollten möglichst leicht teilbar sein“, weis Wasserek. Ein geringes Datenvolumen und eine plattformübergreifende Verfügbarkeit ist deshalb Pflicht. Außerdem muss Inhalt, um als „Snackable Content“ zu gelten für eine breite Masse mühelos verständlich sein.

Modernes Radio muss verstärkt auf visuelle Inhalte setzten, um sich auf Dauer im Konkurrenzkampf um die Aufmerksamkeit der Nutzer durchzusetzen.

Erfolgsfaktor: Eigene Persönlichkeiten

Der aber wohl größte Erfolgsfaktor von YouTubern ist der Einsatz ihrer eigenen Persönlichkeit. „Broadcast yourself“, der einstige Slogan von YouTube, ist längst Programm. Mit Hilfe von YouTube-Partnernetzwerken, wie Studio71, Allyance Network und Divimove werden die meist jungen Akteure zu einer eigenen Marke aufgebaut. Durch scheinbar private Einblicke in das Leben der YouTube-Stars und die Möglichkeit mit ihnen über soziale Netzwerke, wie Facebook, Twitter, Instagram & Co in Kontakt zu treten, entsteht eine starke Bindung. „Für ihre Fans sind sie Vorbilder und auch Vertraute“, bemerkt Moritz Wasserek.

Und auch im Radiobereich gibt es solche Personalities. Dazu zählt beispielsweise Morningshow-Moderator BigNick vom Sender 89.0 RTL. Über 10.000 Follower hat er bereits auf Facebook. Fast täglich versorgt er seine Anhänger mit Selfies und kurzen Videos. Aber auch die N-JOY-Moderatoren Kuhlage & Hardeland sind bekannte Persönlichkeiten im Radio. Ihre Facebook Seite kann mittlerweile über 60.000 Likes verzeichnen. Und auch sie liefern täglich Schnappschüsse und viele andere Beiträge, um ihre Fans bei Laune zu halten. So hat sich das Duo mit der Zeit Reichweite weit über das Radioprogramm hinaus aufgebaut.

YouTube und Werbung

Auf YouTube haben sich in letzter Zeit neue Werbeformen etabliert. Dazu zählen unter anderem Creative Placements, Visual Placements und Branded Content. So holte sich unter anderem Kit Kat die YouTuber Luke Mockridge und Joyce für ihre jüngste Werbekampagne ins Boot. Und auch die Techniker Krankenkasse warb vor wenigen Monaten mit YouTube-Star LeFloid und gewann damit den Deutschen Award für Online-Kommunikation.

Diesen Erfolgsfaktor lassen die Radioschaffenden momentan aber noch außen vor. Dabei bietet ihre Reichweite ein interessantes Werbeumfeld.

Was Radiomacher von YouTubern halten, könnt ihr hier lesen!

 

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