Fachjournalisten mit Zukunft

Fachjournalisten, gleich ob in Kultur, Sport oder Technik, erfahren in den letzten Jahren ein ständiges Wachstum. Wir haben uns deshalb mit Michael Busch, Vorsitzender des Bayerischen Journalisten-Verbandes, und Sportredakteur Philip Hauck von den Neumarkter Nachrichten über den Bedarf und Chancen von Fachjournalisten unterhalten.

Fachjournalisten blicken in berufliche Perspektive. © pixabay

Gute Nachrichten für Fachjournalisten. Die Bundesagentur für Arbeit vermeldet einen Mangel an Fachkräften. Das bedeutet im Umkehrschluss auch einen Mangel an fachversierten Journalisten. Diese Entwicklung zeigt sich auch aus finanzieller Sicht, schließlich verzeichneten Fachmedienhäuser laut einem Bericht der deutschen Fachpresse im Jahr 2014 ein Umsatzplus von 1,3 Prozent.

Begrenzter Bedarf an Fachjournalisten

Im Berufsfeld ist es für Fachjournalisten weiterhin schwer.

Fachjournalisten spezialisieren sich auf ein Ressort. © pixabay

Der Bedarf ist zweifelsfrei da, aber nicht überall. Michael Busch, Vorsitzender des Bayerischen Journalisten-Verbandes, sieht den breit aufgestellten Redakteur manchmal noch im Vorteil. „In den Fachmagazinen ist eine fachliche Spezialisierung erforderlich, während im Tageszeitung- und Rundfunkgeschäft noch oftmals der Allrounder bevorzugt wird.“ Dabei bremst nicht nur das Medium, sondern auch die Finanzkraft der kleineren Verlage die fachkundige Journalistengattung aus. „Bei den Nürnberger Nachrichten gibt es für jeden Bereich einen Experten, vom Gerichts- bis hin zum Deutsche Bahn–Redakteur“, so Philip Hauck. Der Sportredakteur beliefert die Neumarkter Nachrichten mit Print-, Online- und Social Media-Inhalten und weiß: „Anderen Redaktionen fehlt da einfach das Geld.“

Fachjournalisten müssen Nische finden

Was müssen Fachjournalisten also tun, um einen Arbeitsplatz zu bekommen? Man solle das machen, was einem Spaß bereitet, „das spiegelt sich in den Ergebnissen deiner Arbeit wider“, findet Hauck. Auch Michael Busch stiftet seinem Vorredner bei. „Die Wahl des Schwerpunktes soll letztlich nicht von der beruflichen Perspektive abhängen, entscheidender ist die Affinität.“ Der Fachmann des Bayerischen Journalisten-Verbandes rechtfertigt seine Meinung mit dem stetigen Wandel im Journalismus. „Aktuell sucht man noch in der Technik, in wenigen Jahren vielleicht in der Wirtschaft“, so Busch. Generell ist es wichtig eine Nische in seinem Ressort zu finden. Bekannte Beispiele wie Darts-Kommentator Elmar Paulke zeigen schließlich, dass es möglich ist. Ein weiterer Aspekt darf dabei aber auch nicht vernachlässigt werden – die Kenntnisse des Journalisten. „Man muss heute eigentlich alles können“, sagt Philip Hauck und erklärt: Was man selbst könne, müsse niemand anderes erledigen. „Es ist Jobgarantie und berufliche Chance zugleich.“ Neben Artikeln für die Printmedien, der onlinegerechten Umsetzung für die Website, bis hin zum Social-Media-Post mit Video für zwischendurch – auch Fachjournalisten kommen an multimedialen Tätigkeiten nicht vorbei. Letztlich scheint es also wie überall im Berufsleben – man muss seinen eigenen Weg gehen und einfach gut darin sein.

 

VON MATTHIAS WEICHMANN

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