Geld regiert die Welt – Das Gehalt des Journalists

Das Gehalt eines Journalisten beeinflusst viele Faktoren zu bestimmen Das Gehalt eines Journalisten ist nur sehr schwer zu bestimmen

Als ich klein war, glaubte ich, Geld sei das wichtigste im Leben. Heute, da ich alt bin, weiß ich: Es stimmt.“ Dieses Zitat von Oscar Wilde bringt eine der elementarsten Fragen derer, die über ein Journalismus-Studium nachdenken, auf den Punkt. Wie hoch ist ein Journalisten-Gehalt?

Das Medium ist entscheidend für das zu erwartende Gehalt

So unterschiedlich wie die Berufsfelder, ist das zu erwartende Gehalt. Eine Aussage darüber wie hoch das Gehalt später sein wird, ist also sehr schwer zu treffen und abhängig davon für welchen Karriereweg man sich später entscheidet. Dieser Artikel kann also nur als grobe Richtung zur Orientierung verstanden werden und ist ein Bild des Jetzt-Zustands.Wer sich intensiv mit dem Berufsbild auseinandergesetzt hat, wird bereits festgestellt haben, wie schnelllebig die Medienbranche ist und genauso schnell ändern sich die Gehälter. Es handelt sich größtenteils um flächendeckende, tarifvertragliche Vereinbarungen mit dem Deutschen Journalisten Verband. Zu berücksichtigen ist also auch, dass interne Gehaltsvereinbarungen hier nicht berücksichtigt werden können, da diese oft vertraulich sind. Details zu den einzelnen Gehältern können auf der Homepage des Deutschen Journalistenverbands nachgelesen werden.

Printmedien zahlen besser als erwartet

Die Journalisten des aussterbenden Mediums stehen besser da, als dies vermutlich angenommen wird. Als festangestellter Redakteur beginnt der fertige Absolvent bei einer Tageszeitung mit einem Einstiegsgehalt von rund 3.100 Euro, welches sich im Laufe seiner Karriere abhängig von der Anzahl seiner Berufsjahre bis zu 5.300 Euro steigern kann. Chefredakteure verdienen frei vereinbar etwas mehr.

Das Glück eine Festanstellung zu bekommen, haben allerdings nur wenige. Die meisten beginnen als freier Journalist. Die Entlohnung erfolgt nach Zeilen und variiert zwischen 50 und 150 Cent pro Zeile. Die Höhe ist dabei von der Art des Druckrechts, also Erst- oder Zweitdruckrecht, sowie der journalistischen Darstellungsform abhängig. Eine Nachricht oder ein Bericht bringen deutlich weniger als beispielsweise eine Reportage oder Glosse.

Redakteure in Tageszeitung mit Regelqualifikation (abgeschlossenes Studium,o.Ä.)
1. bis 4. Berufsjahr 3.155 Euro
ab 5. bis 8. Berufsjahr 3.661 Euro
ab 9. bis 14. Berufsjahr 4.224 Euro
ab dem 15. Berufsjahr 4.648 Euro

Doch auch Redakteure bei einer Zeitschrift stapeln gehaltstechnisch eher tief. Beginnend mit einem Gehalt von etwa 3200 Euro kann sich der Arbeitnehmer auf einen Betrag bis zu 4600 Euro steigern. Hat dieser eine besondere Position inne, wie etwa Leiter eines Ressorts oder ausbildender Redakteur liegt das Gehalt zwischen 4400 und 5450 Euro. Bei allen hier genannten Zahlen handelt es sich um das monatliche Bruttogehalt.

Redakteure in Zeitschriften in Gehaltsgruppe I (ohne besondere Stellung)
1. bis 3. Berufsjahr 3.198 Euro
ab 4. bis 6. Berufsjahr 3.589 Euro
ab 7. bis 9. Berufsjahr 4.094 Euro
ab. 10. bis 14. Berufsjahr 4.431 Euro
ab 15. Berufsjahr 4.609 Euro

Klarer Verlierer sind die privaten Rundfunkanstalten

Beim Verdienst der angestellten Redakteure in den Rundfunkanstalten gibt es einen großen Unterschied zwischen den öffentlich-rechtlichen und den privaten Sendern. Erstere zahlen deutlich mehr als die privaten. Die Gehaltsspanne ist sehr groß und erstreckt sich von 2137 Euro bis zu rund 9000 Euro. Der klare Vorteil des öffentlich-rechtlichen Rundfunks liegt klar in der Möglichkeit sich vergleichsweise schnell aus den niedrigeren Gehaltsstufen heraus zu arbeiten und so auf ein angemessenes Gehaltsniveau zu kommen, welches durchschnittlich etwa bei 4000 bis 6000 Euro liegt.

Bei den privaten Rundfunkanstalten dagegen ist das deutlich schwieriger und die obere Grenze von vornherein niedriger. Sie liegt bei etwa 4915 Euro, das Einstiegsgehalt bei 2027 Euro. Auszubildende werden mit 677 Euro während des ersten Jahres entlohnt. Im zweiten und dritten Lehrjahr entsteht ein Anspruch auf 739 und 835 Euro.

Keine einheitliche Regelung im Online-Bereich

Für den Beruf des Online-Redakteurs, oder „social-media Manager“, gibt es noch keinen flächendeckenden Tarifvertrag, in dem die Gehaltsansprüche des festangestellten Redakteurs geregelt ist. Die Arbeitgeber orientieren sich häufig an den für Printmedien geltenden Verträgen. Das Gehalt eines Online-Redakteurs mit zwei Jahren liegt geschätzt bei etwa 3000 Euro.

Die Privatwirtschaft hat die Nase vorn

Wer über ein Journalismus-Studium nachdenkt, um eines Tages reich oder berühmt oder beides zu sein, sollte sich von diesem Gedanken verabschieden. Der Journalismus ist aber nicht nur eine brotlose Kunst. Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit privatwirtschaftlicher Unternehmen findet die Arbeit entsprechende Entlohnung. Ein PR-Mitarbeiter verdient jährlich rund 70.000 Euro. Einen Tarifvertrag gibt es nicht. Die Bedingungen werden betriebsintern ausgehandelt und sind abhängig von der innehabenden Position.

Berufsgruppe Betriebszugehörigkeit Gehalt
Marketing-Manager 1. bis 4. Berufsjahr rund 3.400 Euro
ab dem 5. Berufsjahr rund 4.300 Euro
PR-Manager 1. bis 4. Berufsjahr rund 3.100 Euro
ab dem 5. Berufsjahr rund 4.200 Euro

Bildredakteure können ihren Marktwert steigern

Anders als bei den Wort-Redakteuren haben Bildredakteure oder Fotojournalisten, die Möglichkeit ihr Gehalt durch Steigerung des Marktwerts ihrer Bilder zu verbessern. Das durchschnittliche Gehalt eines einfachen Redakteurs liegt bei etwa 3000 Euro.

Deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern

Freie Journalisten aus den Bundesländern Nord-Rheinwestfalen und Rheinland-Pfalz verdienen rund 1200 Euro mehr, als die Freien aus Sachsen-Anhalt, die mit einem durchschnittlichen Einkommen von 1025 Euro das Schlusslicht bilden. Bayern liegt mit 2052 Euro im oberen Mittelfeld. Von den neuen Bundesländern überbietet dies lediglich Thüringen mit einem Durchschnittsverdienst von 2124 überbieten.

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