Pageflow – Das neue Tool für Journalisten?

Multimedia Reportagen sehen toll aus - sind aber aufwendig. Das Programm Pageflow soll Abhilfe schaffen und jedermann ermöglichen, den digitalen Journalismus auszuleben und multimedial seine ganz individuellen Geschichten zu erzählen.

Pageflow ist ein noch recht neues Werkzeug zur Produktion von multimedialen Online-Reportagen. Es wurde vom Westdeutschen Rundfunk zusammen mit der Kölner Web-Agentur Codevise entwickelt und steht seit Mai 2014 zur freien Verfügung im Netz. Mit Pageflow hat der Nutzer die Möglichkeit, Audio, Video, Foto und Text zu einer Einheit verschmelzen zu lassen. So kann eine Geschichte aus vielen unterschiedlichen Facetten hochwertig präsentiert werden. Das Tool gilt somit als neue Form des digitalen Journalismus.

Was bedeutet „digitaler Journalismus“ oder auch „digital storytelling“?

Beim digitalen Journalismus kombiniert der Autor erzählende Elemente mit digitalen Inhalten, meist aus einem individuellen und sehr persönlichen Blickwinkel. Durch diese subjektive Erzählweise wirkt die Reportage authentisch und glaubwürdig. Der Autor hat mit dem digital storytelling außerdem die Möglichkeit, komplizierte Themen einfach und verständlich zu vermitteln. Es wird nicht nur für persönliche Geschichten und journalistische Reportagen verwendet. Auch in der Schul- und Hochschulbildung, für kulturelle und historische Projekte oder allgemein für Aufklärung bieten sich multimediale Reportagen an.

Vollbild-Erlebnis mit Pageflow

Pageflow zeichnet sich durch seine bildschirmfüllenden Fotos und Videos aus, die immer im Zentrum der Seite stehen. Der zugehörige, meist sparsam eingesetzte Text befindet sich am linken Rand. Die Geschichte wird in mehrere Kapitel unterteilt, sodass der Leser sich rauspicken kann, was ihn interessiert. Der Pageflow Editor selbst ist auch für Technikmuffel leicht zu bedienen. Audios, Videos und Fotos kann der Nutzer direkt in den Editor hochladen. Eine Umwandlung in die richtigen Zielformate erfolgt automatisch. Mit der Live-Vorschau kann die Arbeit noch einmal überprüft werden. Hinzu kommt die mögliche Verwendung mehrerer Nutzer Accounts. Dadurch können zum Beispiel verschiedene Mitarbeiter einer Redaktion am gleichen Projekt arbeiten. Technisch gesehen ist noch anzumerken, dass das Programm die Reportagen angeblich auf diversen modernen Endgeräten, also auch auf Smartphone und Tablet, optimal darstellt. Hier eine Beispiel Reportage des WDR

Nutzung von Pageflow

Seit Mai 2014 steht Pageflow für jedermann in Form einer Open Source auf der Plattform GitHub kostenfrei zur Verfügung. Allerdings sollte man sich für die ziemlich komplizierte Installation mit dem Betreiben von Servern und der Programmiersprache Ruby auskennen. Wer Pageflow aber nicht selbst installieren und einen eigenen Server betreiben will, kann auf auf den „Hosted Pageflow Service“ zurückgreifen. Dort gibt es die Tarife „Start“, „Run“, „Flex“ und „Pro“. Die Kosten variieren zwischen 8,50 Euro und 99 Euro monatlich, je nach Speicherkapazität, Anzahl der Nutzeraccounts, Zahl der Pageflows etc. Eine Flatrate für alle Kategorien gibt es ab 199 Euro im Monat. Hier die Tarife im Detail

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