Paid Content – „Bezahlschranken“ für Webseiten

Viele Websiten nutzen bereits das "Paid Content"-Prinzip. Zeitungen wie auch freischaffende Journalisten produzieren vermehrt Inhalte exklusiv für das Netz - und wollen damit natürlich auch Geld verdienen. Bisher funktionierte das hauptsächlich über Werbeanzeigen. Ist "Paid Content" eine passende Alternative? An sich schon, aber hinter diesem Prinzip steckt mehr als nur eine einfache "Bezahlschranke".

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Wer mit seinen Inhalten im Netz Geld verdienen will, hat zwei Möglichkeiten: Entweder schaltet er Werbeanzeigen auf seiner Seite – oder er lässt einfach die User für die Nutzung bezahlen. „Paid Content“, der „bezahlte Inhalt“, wird immer beliebter, vor allem beim Online-Auftritt von Zeitungen. Wir haben die vier wichtigsten „Bezahlschranken“-Modelle zusammengefasst.

„Paywall“ – Die „Paid Content“-Mauer!

Bei einer „Paywall“ kann der User keine kostenlosen Inhalte abrufen. Wenn er auf die Seite zugreifen möchte, wird er um die Zahlung eines Betrages gebeten, meist mit der Möglichkeit eines Abonnements. Erst bei getätigter Überweisung kann der Content genutzt werden. Dieses Modell ist zwar auf einigen Websites noch vertreten, war aber nicht immer erfolgreich: Die „New York Times“ verlor nach Einführung dieser „Bezahlmauer“ gut zwei Drittel ihrer Leser. Vor allem regionale Zeitungen setzen auf diese Art der Finanzierung – die Inhalte aus ihrer Print-Ausgabe gibt es auch gratis im Netz, für exklusiven Online-Content bitten die Herausgeber aber zur Kasse.

"Paid Content" bei der "Rhein-Zeitung"

Bezahlschranke vor einem Artikel der „Rhein-Zeitung“ (Quelle: www.rhein-zeitung.de)

 

 

„Freemium“ – Ein Teil gratis, ein Teil kostenpflichtig!

Der Begriff „Freemium“ setzt sich aus den zwei Wörten „Free“ und „Premium“ zusammen. Er beschreibt ein Modell, bei dem eine Website kostenlosen und kostenpflichtigen Content gleichermaßen anbietet. Ein Beispiel dafür ist „bild.de“: Auf den Großteil der Artikel kann der User frei zugreifen, aber es gibt auch Inhalte, die als „BILD plus“ bezeichnet werden und den Nutzer monatlich 99 Cent kosten.

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Weiterlesen? Bei „BILDplus“ nur gegen 0,99€ im Monat. (Quelle: www.bild.de)

 

„Metered Model“ – Wer mehr Inhalte will, muss auch mehr zahlen!

Das „Metered Model“ wurde 2011 von den „New York Times“ eingeführt. Hier darf der User in einem festgelegten Zeitraum auf eine bestimmte Anzahl von Inhalten gratis zugreifen, z.B. auf monatlich 20 Online-Artikel einer Zeitung. Sobald der Leser aber innerhalb der Frist diese Anzahl überschreitet, muss er für jeden zusätzlich genutzten Inhalt extra zahlen.

Paid Content - FNweb

„Metered Model“: Preisliste für Abonnements der „Fränkischen Nachrichten“ (www.fnweb.de) (Quelle: www.morgenweb.de)

 

„Social Payment“ – Bezahlen, um nicht bezahlen zu müssen!

Auf dieses „Paid Content“-Modell setzt beispielsweise die „taz“. Sie stellt alle ihre Inhalte im Netzt grundsätzlich kostenlos zur Verfügung. Damit das aber auch zukünftig so bleiben kann, bittet sie ihre Nutzer um eine freiwillige Spende – sprich: der User kann dafür zahlen, dass er weiterhin nichts zahlen muss. Ein solches Modell erfordert natürlich eine besondere Verbindung zur eigenen Community.

Paid Content taz

Zahlung aus Solidarität: „taz.de“ ruft zu freiwilligen Spenden auf, um weiterhin kostenlose Inhalte bieten zu können. (Quelle: www.taz.de)

 

Die Entscheidung liegt beim Herausgeber

Selbstverständlich muss sich ein Herausgeber von Online-Inhalten zunächst überlegen, ob seine Inhalte gut genug sind, dass er auch selbst dafür zahlen würde – bevor er genau das von seinen Nutzern verlangt. Doch wenn die notwendige Qualität geboten wird, kann er selbst entscheiden, für welches „Bezahlschranken“-System er sich entscheidet. Hat er die Art Verbindung zu seiner Community, dass er auf „Social Payment“ setzen kann? Oder greift er zum weit verbreiteten „Freemium“-Modell? Möglichkeiten gibt es viele. Und die immer steigende Verbreitung des „Paid Content“-Trends zeigt zudem: Die Nutzer sind durchaus gewillt, für Online-Inhalte zu bezahlen.

Eine Liste aller „Paid Content“-Angebote von deutschen Zeitungen gibt es hier.

Aaron Tanzmann, Gruppe A

 

 

Screenshots:

http://www.rhein-zeitung.de/themenwelten/ratgeber-fitnessund-gesundheit/ratgeber-gesund-und-fit-wellness_artikel,-Tanz-Dich-fit-mit-Zumba-Sen-Fi-oder-Bokwa-_arid,1410087.html

http://www.bild.de/bild-plus/gewinnspiele/bildplus-aktion/gewinnspiele/millionenspiel-43192934,var=a,view=conversionToLogin.bild.html

http://www.morgenweb.de/polopoly_fs/2.254!/pdf/marketing/FN_Preisliste.pdf

http://taz.de/Solidaritaet-der-Tausenden/!160719/

 

 

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