Rundfunkbeitrag und Journalisten

In Deutschland gibt es ein duales Rundfunksystem. Dieses besteht einerseits aus dem privatrechtlichen, kommerziellen Rundfunk und andererseits aus dem gemeinnützigen, öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Zur Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Medien gibt es den Rundfunkbeitrag. Doch müssen Journalisten den Beitrag auch bezahlen? Rundfunkbeitrag und Journalisten- passt das zusammen?

Was ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk und warum gibt es ihn?

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland soll für ein umfassendes und vielfältiges Programmangebot in den Bereichen TV, Radio und Internet sorgen. Da der öffentlich-rechtliche Rundfunk kein privatwirtschaftliches Unternehmen ist, kann eine unabhängige und von Politik und Wirtschaft unbeeinflusste Berichterstattung erfolgen.

Zu den öffentlich-rechtlichen Sendern gehören 22 Fernsehsender und 67 Radiosender wie zum Beispiel die Landesrundfunkanstalten der ARD, ZDF oder Deutschlandradio. Ein wichtiges Merkmal des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist die uneingeschränkte Verbreitung des Programmangebots für alle. Das bedeutet, jeder in Deutschland kann die öffentlich-rechtlichen Sender über Sendernetze, Satelliten und Kabelnetze empfangen.

Wie finanziert sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk?

Eine Mischung aus Rundfunkbeitrag und Werbung (rund sechs Prozent) finanziert den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Regionale Programme von Arte, PHOENIX, RD, 3sat und KIKA sind jedoch werbefrei, genauso wie Deutschlandradio.

Was ist der Rundfunkbeitrag und wer muss ihn bezahlen?

Der Rundfunkbeitrag ist eine monatliche Gebühr von derzeit 17,50 Euro, die jeder Haushalt, jedes Unternehmen und jede Institution bezahlen muss. Seit dem 01. Januar 2013 spielt es für die Zahlung des Beitrags keine Rolle mehr, ob und wie viele Empfangsgeräte sich in einem Haushalt oder einer Betriebsstätte befinden. Man kann sich also nicht vom Rundfunkbeitrag entbinden lassen, auch wenn man weder Fernseher noch Radio besitzt. Diese Änderung wird mit dem technischen Fortschritt begründet. Heutzutage ist es nicht mehr kontrollierbar, ob jemand zum Beispiel mit Smartphone oder Tablet die öffentlich-rechtlichen Sender nutzt.

Rundfunkbeitrag und Journalisten?

Grundsätzlich muss jeder Haushalt, auch der eines Journalisten, den Rundfunkbeitrag bezahlen. Es ist dabei egal, ob der Journalist bei den öffentlich-rechtlichen Medien oder bei einem Privatmedium beschäftigt ist. Rundfunkbeitrag und Journalisten, das passt also zusammen.

Muss ich als freier Journalist einen zusätzlichen Rundfunkbeitrag bezahlen?

Grundsätzlich nicht. Freiberufler arbeiten normalerweise von zu Hause aus. Den Rundfunkbeitrag in Höhe von 17,50 Euro im Monat muss ein freier Mitarbeiter natürlich bezahlen. Es kommt aber keine Gebühr für den heimischen Arbeitsplatz hinzu. Allerdings ist für ein Auto, das nicht nur pritvat genutzt wird, ein Beitrag von derzeit 5,85 Euro monatlich fällig. Hier die wichtigsten Infos für Freiberufler und Selbstständige

Wer legt die Höhe des Rundfunkbeitrags fest?

Die Höhe des Rundfunkbeitrags legt die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) fest. Die KEF ist ein unabhängiges Gremium, das aus 16 Sachverständigen besteht. Die Ministerpräsidenten der Bundesländer berufen je ein Mitglied für die Dauer von fünf Jahren.

Die Rundfunkanstalten müssen ihren Finanzierungsbedarf bei der KEF anmelden, diese prüft den Beitragsbedarf und gibt eine Empfehlung zur Höhe des Rundfunkbeitrags ab. Festgelegt wird der Rundfunkbeitrag im Rundfunkfinanzierungsstaatsvertrag, dem die Parlamente der 16 Bundesländer in Deutschland zustimmen müssen.

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