Sind die Rechercheergebnisser sicher?

Das erfühlende Gefühl nach einer guten Interview ist für viele Journalisten das Größte. Es gab interessante Zitate, spannende Hintergrundinfos, viele Daten und tolle Bilder. Daheim angekommen, wird das Rechercheergebnisse auf dem eigenen Computer gespeichert. Alles ist gut, doch wenn das Schneiden am nächsten Tag beginnt, stürzt der Mac ab. Alles ist weg! Doch welche Möglichkeiten gibt es, die Daten noch zu speichern?

Timo Stoppacher: Kennt sich mit der Sicherung der Rechercherergebnisse aus.

So macht es der Experte

Timo Stoppacher ist freier Journalist und Dozent. Folglich muss er viele Daten und Rechercheergebnisse speichern und dies so sicher wie möglich. Seine Datensicherung läuft relativ einfach ab. An seinem Windowscomputer hängt eine USB 3.0 Festplatte. Mehrmals täglich speichert der Blogger seine Texte, Bilder und MP-3 Sammlung. Die Platte wird jedoch regelmäßig gegen ein identisches Modell ausgetauscht und in einen Safe gelegt. Das passiert im Zweiwochenrhythmus. So verliert Timo Stoppacher beim Versagen des Computers beziehungsweise der Festplatte nicht seine ganzen Daten. „Ich fühle mich so relativ sicher, es kann natürlich immer passieren, dass das Haus abbrennt und der Safe schmilzt, aber das ist wohl höhere Gewalt“, meint der freie Journalist.
Die Möglichkeit seine Notizen mit der Hand mitzuschreiben nutzt er eher selten. Wenn es schnell gehen muss, schreibt Timo Stoppacher zwar mit, tippt seine Mitschriften doch so schnell wie möglich ab. Bei sehr vielen Zetteln und Notizbüchern, kann auch sehr schnell etwas verloren gehen. Außerdem entsteht sehr schnell Unordnung. „Recherche digital ist einfach komfortabler, PDF-Dateien, E-Mail und Fotos lassen sich einfacher elektronisch speichern“, erklärt der Blogger.

Die Rechercheergebnisse in die Wolke?

Die meisten Journalisten recherchieren nicht investigativ, deswegen sollte die Angst vor Hackern nicht zu groß sein. Timo Stoppacher fürchtet eher Viren, die den Computer sperren, sodass der Journalist, um wieder an seine Daten zu kommen, ein Lösegeld zahlen muss. Um solchen Attacken auf seine Daten vorzugreifen weiß der Blogger einfache Tipps: „ Ich surfe nicht auf Webseiten, die Viren enthalten können, fragwürde Mailanhänge bleiben geschlossen und wenn eine Mail von einer fremden Bank kommt, um mein Konto zu eröffnen, klicke ich sicher nicht auf den Link.“ Die Befürchtung vor einem echten Datendiebstahl, also einem Einbruch, ist für Timo Stoppacher größer. Bevor der Einbrecher sich den sperrigen Computer unter den Nagel reißt, schnappt dieser sich eher kleine Dinge wie Laptop und Festplatte. Für solchen Kleingram gibt es schließlich einen Safe.

Die Möglichkeit Daten in einer Cloud zu speichern, besteht zusätzlich. Brisante Informationen sollten jedoch nicht in einer Wolke gespeichert werden. Das Nutzen von kleineren Cloud Anbietern, die keine großen Server in den USA haben, sind laut Timo Stoppacher sicherer. Letztendlich muss der Nutzer unterscheiden, ob er seine Daten sichern will oder Dateien komfortabel andere zukommen lassen möchte.

Jedem das Seine

Es gibt in aktuell eine Menge Möglichkeiten seine Daten zu speichern. Ob in der Cloud, auf einer Festplatte oder ohne Backup. Jeder muss selbst entscheiden, was seinem persönlichen Geschmack entspricht.

Quellen:

Bildquelle:

  • Twitterprofilbild von Timo Stoppacher ( Rechte vorhanden, Fotograf Thilo Schmülgen)

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