Arbeitsmarkt Journalismus – Überblick

Nach Angaben des Deutschen Journalisten-Verbandes nahm die Zahl der arbeitslosen Journalisten und Redakteure zwischen 2011 und 2014 jährlich zu. Dennoch entscheiden sich viele für den Beruf des Journalisten. Doch stehen die Chancen für eine feste und gut bezahlte Anstellung wirklich so schlecht ?


Hier finden Sie einen groben Überblick über die verschiedenen Branchen, Gehälter und konkrete Fakten über den Arbeitsmarkt Journalismus.

von Luzia Ohmann

Arbeitsmarkt Journalismus : Print

Die Digitalisierung hat den Printjournalismus weitgehend verändert. Mehr als die Hälfte ihrer Auflagen mussten Zeitungen und Zeitschriften seit der Etablierung des Internets Einbußen. Laut einer Umfrage von Statista über die zukünftige Entwicklung des Printjournalismus, gaben mehr als 62 Prozent der Befragten an, dass bis 2020 zahlreiche heutige Tageszeitungen nicht mehr erscheinen werden. Rund 37 Prozent sind sich zumindest sicher, dass der Printjournalismus drastisch an Bedeutung verlieren wird.

Das Durchschnittseinkommen eines Print-Journalisten

Vielen Printredakteuren bleibt keine andere Möglichkeit als sich freiberuflich über Wasser zu halten. Das ist nicht einfach, kann aber trotzdem funktionieren. Laut einer Umfrage des DJV’s bekommt ein freier Journalist im Durchschnitt ein Nettoeinkommen von 2440 Euro im Monat. Bei freiberuflichen Journalistinnen ist es noch weniger. Ca 1895 Euro verdienen diese Monatlich.

Das durchschnittliche Gehalt bei Zeitungsredakteuren ist deutlich höher. Laut dem DJV liegt der Tarifgehalt für Tageszeitungsredakteure im Einstellungsjahr bei 3155 Euro Brutto. Ab dem 11. Berufsjahr sind sogar mehr als 4500 Euro möglich. Viele Verlage verfügen jedoch über einen Haustarifvertag, der eine Bezahlung unterhalb der DJV-Grenzen ermöglicht.

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                                      Weitere Infos zum Arbeitsmarkt des Printjournalismus gibt es hier


Arbeitsmarkt Journalismus : 
Hörfunk

Das Radio ist hinter dem Fernsehen das am zweitmeisten genutzte traditionelle Medium in der Bevölkerung. Es wird ebenso Zuhause, wie unterwegs und auch am Arbeitsplatz gehört. Laut einer Statistik der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse e.V. beträgt die durchschnittliche tägliche Hördauer einer Person ca. 178 Minuten. Trotz kleinere Einbußen in den letzten Jahren ist der Hörfunk wohl das Medium, welches am wenigsten Veränderungen durch die Digitalisierung aufweist.

Volontariat im Hörfunk 

Der Arbeitsmarkt Journalismus hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Auch junge Hörfunkvolontäre werden nach ihrer Ausbildung nicht sicher übernommen.

Die Volontariatsplätze im Hörfunk sind vor allem bei jungen Journalisten sehr begehrt.

Die Ausbildung zum Hörfunkredakteur erfolgt in Ca 80 Prozent der Fälle über ein Volontariat. Meist sind ein abgeschlossenes Studium, praktische Erfahrungen sowie langjährige freie Mitarbeit für die Ausbildung Voraussetzung. Das Volontariat dauert in der Regel zwei Jahre. Je nach Ausbildungsjahr erhalten die Volontäre  zwischen 1.400 € und 1.800 € Brutto im Monat.

Trotz der guten und intensiven Ausbildung eines Volontariats werden höchstens ein Drittel der Volontäre übernommen. Die große Mehrzahl der Absolventen muss sich also anderweitig bewerben oder aber einer freien journalistischen Tätigkeit zuwenden.


Weitere Informationen zum Arbeitsmarkt des Hörfunkjournalismus gibt es hier

Arbeitsmarkt Journalismus : Online

Das Berufsfeld des Journalisten hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten entscheidend verändert. Vor allem der Online-Journalismus hat sich etabliert und ist nicht mehr wegzudenken. Alles wurde schneller, es entstand eine interaktive Beziehung zwischen den Lesern und dem Verfasser und Online-Redaktionen gelangen an Informationen, die sie früher nie oder (zu) spät erhalten hätten.

Viele sehen die Zukunft des Journalismus in Online-Zeitungen. Trotzdem schreiben die meisten Online-Angebote noch keine schwarzen Zahlen und leben zumeist von den Mutterhäusern. Daher sind die Online-Redaktionen mit wenig Personal ausgestattet und können nur schwer ein eigenes Profil  entwickeln.

Gehalt und Ausbildung 

Die Übersicht: Arbeitsmarkt Journalismus dient als grober Leitfaden für junge Journalisten.

Die Online-Angebote haben sich in den letzten Jahren rasant vergrößert.

Online Redakteure verdienen im Durchschnitt 3000 Euro Brutto im Monat. Das Gehalt richtete sich aber stark nach dem Unternehmenssitz. So zahlen Arbeitgeber in den alten Bundesländern durchschnittlich mehr. In Städten ist das Einkommen zudem höher als in ländlichen Gegenden. In den Medienhochburgen, wie Berlin oder Hamburg, besteht eine hohe Konkurrenz an Bewerbern. Hier ist der Lohn deshalb geringer.

Die Ausbildung zum Online-Redakteur erfolgt in den meisten Fällen über ein Journalismus Studium. Des Weiteren werden Studiengänge angeboten, die sich auf den Online-Journalismus spezialisieren. Hierbei ist nicht nur das journalistische Handwerkszeug fester Bestandteil des Lehrplans, sondern es wird auch intensiv auf die technischen Grundlagen des Online-Journalismus eingegangen. Diese Studiengänge sind beispielsweise an der Fachhochschule Köln und der Hochschule Darmstadt zu finden.

Arbeitsmarkt Journalismus: Überblick über das Gehalt eines Online Redakteurs
Weitere Informationen zum Arbeitsmarkt des Onlinejournalismus gibt es hier

Arbeitsmarkt Journalismus: TV

Der Weg zum Fernsehredakteur erfolgt, wie in den meisten Bereichen, über ein Journalismus Studium und/oder ein Volontariat. Wie beim Hörfunk ist auch beim TV die Anzahl der freien Volontariatsstellen eher gering. Genaue Statistiken sind leider nicht verfügbar.
Ein TV Redakteur verdient bei 40 Arbeitstunden pro Woche im Durchschnitt 3800 Euro Brutto. Dies ist aber stark vom Unternehmen und der Arbeitserfahrung abhängig.

Fakt ist: Wer auf der Suche nach seinem Traumberuf auf den Journalismus stößt, sollte diesen Wunsch gut prüfen. Trotzdem muss man sich nicht abschrecken lassen. Es gibt immer wieder qualifizierte Journalisten die viel erreichen. Auch Uwe Ritzer, ein langjähriger Journalist, ist sich sicher: „Wer gut ist, wird es auch zu etwas bringen!“

Hier geht es zu Uwe Ritzer’s Interview

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  1. Arbeitsmarkt für Journalisten: Print - Medienfrage

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