Arbeitsmarkt Onlinejournalismus

Der Arbeitsmarkt Onlinejournalismus hat sich seit der Digitalisierung der Medien enorm verändert. Das liegt nicht zuletzt an der hohen Internetnutzung, die  auch in den letzten Jahren rapide gewachsen ist. Doch was sind die Merkmale dieser Veränderung und  wie sieht die momentane Situation im Hinblick auf Berufseinsteiger aus? 

Arbeitsmarkt Onlinejournalismus: 2015 waren knapp 80 Prozent der Deutschen online. 2015 waren knapp 80 Prozent der Deutschen online.

Wer könnte sich vorstellen vier Wochen ohne Internet zu leben? Die wenigsten. Denn lieber verzichten – laut einer aktuellen repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit –  67 Prozent der deutschen Bevölkerung einige Wochen auf Alkohol, als auf ihre heißgeliebten Onlinemedien. Mit 21 Prozent erklärt sich nur jeder Fünfte für ein  konsequentes Abschalten von Handy und PC bereit. Doch damit nicht genug. Verglichen mit den Älteren sind deutlich mehr jüngere Befragte gegen einen bewussten Verzicht ihres Smartphone.

WWW dominiert Informationsbeschaffung

Gerade junge Menschen informieren sich über das aktuelle Weltgeschehen mit Hilfe von Onlinemedien. Smartphone und Tablet haben, was die Abdeckung des täglichen Informationsbedarfs betrifft, traditionelle Medien längst abgelöst. Laut einer ARD/ZDF-Onlinestudie lag der Anteil deutscher Internetnutzer unter den 18- bis 24-Jährigen vergangenen Jahres bei rund 99 Prozent. Verglichen mit der Generation 60 plus, die lediglich circa 40 Prozent aufweist, stellt der Prozentsatz der Jüngeren mehr als das Doppelte dar. Insgesamt betrug die Anzahl der täglichen Onlinenutzer 44,5 Millionen. Vereinfacht gesagt: knapp 80 Prozent der Deutschen waren 2015 online. Davon nutzten über die Hälfte bei der Informationsbeschaffung die Onlinemedien.

Fußfassen im Arbeitsmarkt Onlinejournalismus

Der Arbeitsmarkt Onlinejournalismus steigt dank der enormen Internetnutzung.

Für Onlinejournalisten bietet der Arbeitsmarkt Onlinejournalismus momentan gute Chancen.

Der Arbeitsmarkt Onlinejournalismus hat durch den anbleibenden Anstieg der Internetnutzung daher einen Vorteil gegenüber Print. Laut Deutschem Journalistenverband (DJV) ist der Printbereich im Jahr 2012 mit 13.500 Festangestellten zwar weiter  vorherrschend, während der Arbeitsmarkt im Onlinesegment zu dieser Zeit nur 4.000 Journalisten verzeichnet. Doch verglichen mit den Zahlen zwischen 2005 und 2012 ist die Anzahl der beschäftigten Onlinejournalisten bundesweit von 1.500 auf 4.000 gestiegen. Ein beträchtlicher Anteil, denn in fast allen anderen Bereichen stagnieren oder fallen die Zahlen seit Jahren. Neben den insgesamt 43.500 Festangestellten, kommen etwa 26.000 freie Journalisten hinzu. Die genaue Zahl der Freiberuflichen lasse sich jedoch schwer schätzen, so der DJV.

So viel verdienen Journalisten 

Der Arbeitsmarkt Onlinejournalismus ist also ein wachsender Bereich, weshalb er gerade für Berufseinsteiger höhere Zukunftschancen verspricht. Durchschnittlich verdient ein deutscher Onlinejournalist gut 3.000 Euro brutto. Schwankungen bestehen zwischen den verschiedenen Bundesländern. Schleswig-Holstein (3.300 Euro), Saarland und Brandenburg (jeweils 3.200)  führen dabei die Gehaltsliste an. Thüringen hingegen fällt mit 2.700 Euro auf den letzten Platz. Genauso wie in anderen Berufen ist es für journalistische Anfänger üblich eine Ausbildung zu durchlaufen. Danach stehen dem Berufseinsteiger etwa 2.600 Euro zur Verfügung. Das Gehalt hängt jedoch auch vom Arbeitgeber, der Unternehmensgröße und möglichen Zusatzqualifikationen ab.

Bedeutung von Onlinemedien wächst

Höchste Nutzungsdauer von Smartphone und Tablet verbessern den Arbeitsmarkt Onlinejournalismus.

Smartphone und Tablet weisen momentan die höchste Nutzungsdauer auf.

Ein Grund für die positive Entwicklung  der Onlinebranche stellt das Mediennutzungsverhalten der Rezipienten dar, welches sich seit der Freischaltung des Internets 1991 und dem damit einhergehenden schnelleren Datentransfer deutlich geändert hat. Informationen sind seitdem kostenlos und zur Genüge im World Wide Web verfügbar. Die neuen Medien sind zudem noch dialogfähig, was die Konkurrenz für typische Tageszeitungen zusätzlich verstärkt. Nicht zuletzt ist die rasante Zunahme der Internetnutzung der immer weiter fortschreitenden Digitalisierung geschuldet. Während 1997 noch 6,5 Prozent gelegentlich das Internet genutzt haben, ist die Zahl der täglichen Nutzung im Jahr 2015 auf unglaubliche 79,5 Prozent gestiegen. Vor allem der mobile Gebrauch von Smartphones und Tablets hat zu diesem starken Anstieg beigetragen, der momentan die höchste Nutzungsintensität aufweist.

Hier gibt es weitere Informationen zur Mediennutzung in Deutschland.

Die Nutzer bedienen sich bei der regionalen und internationalen Nachrichtenbeschaffung immer häufiger aus Onlinemedien. Sie lesen Artikel und suchen im Web nach Informationen. Auch die ARD-ZDF Onlinestudie 2015 ergab eine tägliche Internetnutzung von 108 Minuten. Verglichen mit den Tageszeitungen, die nur noch eine durchschnittliche Nutzungsdauer von 30 Minuten aufweisen, haben die Onlinemedien die Gedruckten weit hinter sich gelassen. Gerade deswegen haben viele Zeitungen in den letzten Jahren ihr Onlineangebot aufgestockt. Im Januar 2016 verzeichnete „Bild.de“ mit rund 330,7 Millionen Visits (Anzahl der Besuche einer Website) gemäß der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V. (IVW) die höchste Anzahl der Onlinebesucher. Darauf folgen „Spiegel Online“ (234,2 Mio.) und „Focus Online“ (170,8 Mio.).

Starker Anstieg der Parallelnutzung 

Zudem tritt seit einigen Jahren eine Parallelnutzung von Internet und Fernsehen auf. Dementsprechend gewinnt der 2010 entstandene Begriff „Second Screen“ zunehmend an Bedeutung. Er beschreibt die Nutzung eines zweiten Bildschirms parallel zum laufenden Fernsehprogramm. So nutzen viele Anwender während des Fernsehkonsums gleichzeitig Onlinemedien auf ihren mobilen Endgeräten, was wiederum zu einer weiteren Zunahme der Internetnutzung führt.

Da die Nutzung von Onlinemedien steigt und die Digitalisierung immer weiter fortschreitet, ist davon auszugehen, dass die momentane positive Situation am Arbeitsmarkt Onlinejournalismus künftig anhält.

Hier geht es zur allgemeinen Arbeitsmarktlage im Journalismus und zu den Bereichen Hörfunk und Print.

Von Kristina Albert

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