Auslandssemester oder Praktika im Ausland

Auslandssemester oder Praktika im Ausland

Immer mehr Studenten zieht es während ihres Studiums ins Ausland. Auslandssemester oder Praktika im Ausland  sind jedoch stets ein großer Organisationsaufwand. Bettina Huhn ist Leiterin des International Office der Hochschule Ansbach. Dort erhalten Studenten alle nötigen Infos rund um das Thema Auslandssemester, Praktika im Ausland und Förderprogramme. Im Interview mit medienfrage.de erklärt Sie, was bei einem Auslandsaufenthalt im Rahmen des Studiums möglich ist.

Medienfrage: Frau Huhn, was ist denn zu beachten bevor man Auslandssemester oder Praktika im Ausland machen kann?

Bettina Huhn: Die Beschränkungen sind an allen Hochschulen unterschiedlich. Bei uns ist es so, dass die Studenten mindestens ein Jahr vor Ort studiert haben müssen. Der Auslandsaufenthalt kann also frühestens im 3. Semester stattfinden.

Medienfrage: Sind Auslandssemester und Praktika im Ausland in jedem Studiengang möglich?

Bettina Huhn: Grundsätzlich ja. Natürlich gibt es nicht für jeden Studiengang das gleiche Angebot. Im Bereich Ressortjournalismus beispielsweise ist das Angebot nicht gerade üppig. Wir haben Partneruniversitäten in Australien und den USA an denen Journalismus möglich ist. Viele Studenten schrecken jedoch davor zurück in Englisch schreiben zu müssen. Die im Ausland besuchten Kurse und erreichte ECTS-Punkte werden übrigens auch auf das Studium in Deutschland angerechnet.

Auslandssemester oder Praktika im Ausland sind oft mit hohen Kosten verbunden

Auslandssemester oder Praktika im Ausland

Bettina Huhn, Leiterin des International Office der HS Ansbach

Medienfrage: Auslandssemester sind auch mit hohen Kosten verbunden. Wie finanzieren die Studenten den Aufenthalt?

Bettina Huhn: Die Meisten gehen zur Zeit tatsächlich auf eigene Kosten ins Ausland. Oft zu relativ teuren Hochschulen in den USA und wir können nur kleine Zuschüsse zu Reise- und Lebenshaltungskosten beisteuern. Würden sich mehr Studenten für ein Auslandssemester innerhalb Europas entscheiden, könnten wir sie mit Hilfe der ERASMUS Fördermittel deutlich besser unterstützen. Aber viele möchten nun mal lieber nach Kalifornien und sind bereit dafür rund 8000 Euro Studiengebühren aus eigener Tasche zu bezahlen.

Medienfrage: Wie viele Studenten nehmen die ERASMUS-Förderung in Anspruch?

Bettina Huhn: Dieses Jahr hatten wir lediglich 27 Studenten, die zum Studieren ins Ausland gegangen sind und vier, die ein Praktikum gemacht haben. Es wäre aber genug Geld da um noch deutlich mehr Studenten zu fördern.

Medienfrage: Was sind denn die beliebtesten Ziele für Auslandssemester oder Praktika im Ausland in Europa?

Bettina Huhn: Zurzeit ist der Favorit Norwegen. Das ist zwar ein teures Ziel, aber es hat sich damit noch keiner völlig verschuldet. Generell sind skandinavische Länder zurzeit sehr beliebt, das Bildungssystem dort ist sehr gut. Außerdem haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Studenten vor Ort sehr gut betreut und gefördert werden.

Medienfrage: Was würden Sie Studenten raten, die noch zweifeln ob sie ein Auslandssemester einlegen sollen?

Bettina Huhn: Macht es! Viele Studenten wollen bloß kein Semester länger studieren, doch die Arbeitgeber sehen in Absolventen, die schon mal im Ausland waren, einen großen Mehrwert. Von Zuhause weg gewesen zu sein, interkulturelle Erfahrungen gemacht zu haben und sich alleine bewährt zu haben ist für viele Firmen mehr wert als die Einhaltung der Regelstudienzeit.

 

Bildquelle:
https://www.flickr.com/photos/thedailyenglishshow/558576349

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