Boulevard in England (Journalismus)

Boulevard in England ist eine Form des Journalismus, es befriedigt die Sensationsgier der Leser. Doch es ist nicht immer leicht an die Informationen zu kommen, die interessant sind. Die Journalisten der Boulevardzeitschriften in Großbritannien benutzen oft unlautere Recherchemethoden und gehen dabei auch über Leichen. Was den Boulevardjournalismus auszeichnet und welche unlauteren Methoden die Journalisten anwenden, lesen Sie im Folgenden.

Boulevard in England Boulevardjournalismus in England

Boulevardjournalismus im Allgemeinen

Eine Boulevardzeitung ist ein Druckerzeugnis, welches regelmäßig und in hoher Auflage erscheint. Der Ursprung des Namens „Boulevard“ liegt im frühen Straßenverkauf („Boulevard“ von französisch „Straße“) von Zeitungsblättern. Es gab damals noch keine Abonnements, deswegen mussten die Zeitungs-Aufmacher die potentiellen Leser zum Kauf anregen durch spannende Themen. Als erste richtige Boulevardzeitung wird gelegentlich der „San Francisco Examiner“ aus Amerika bezeichnet. Doch genaue Belege dafür gibt es nicht.

Merkmale des Boulevardjournalismus

Boulevardzeitungen gestalten häufig skandalöse Aufmacher, sodass der Blick eines potentiellen Lesers sofort hängen bleibt. Es gibt große und bunte Überschriften, viele Bilder und Texte, die kaum tiefgründig sind. Die Artikel sind nicht ausführlich und bieten wenig Hintergrundinformation. Die Themen, die behandelt werden, müssen die Leute sofort inhaltlich ansprechen. Das funktioniert leicht, wenn Nachrichten personalisiert, emotionalisiert und dramatisiert werden. Die drei großen Themenbereiche einer typischen Boulevardzeitung sind Prominente, Polizeiberichterstattung und Sport. Damit spricht der Boulevardjournalismus einen großen Teil der Durchschnittsbevölkerung an.

Boulevard in England

In Großbritannien geht es viel härter und wilder zu, als im deutschen Boulevardjournalismus. Die Briten bedienen sich unlauteren Recherchemethoden, hören Verbrechensopfer ab oder werden als sogenannte „Shooter“ (skrupellose Paparazzi) tätig. Dagegen ist die BILD-Zeitung in Deutschland harmlos. Vielleicht ist das auch den unterschiedlichen Pressekodizes geschuldet. In Deutschland achtet der Pressekodex sehr auf die Moral. Er versucht bei den Journalisten ein Bewusstsein für moralisch richtiges Handeln zu schaffen. Der Ediitors Code of Practice aus Großbritannien hingegen, hält nur die Frage nach dem Legal und Illegal fest. Von Moral ist hier nicht die Rede.

Der Markt für Boulevard ist hart umkämpft

In Großbritannien kämpfen die Boulevardblätter wie die Tiger gegen die Konkurrenten und um die Leser. Sie gehen dabei auch über Leichen und bedienen sich unlauteren Recherchemethoden. Daran hat auch der Leser eine gewisse Mitschuld, denn er möchte brisante Geschichten lesen, möglichst aus dem Privatleben der Promis. Die Leser sind sensationsgierig und die Boulevardpresse versucht diese Gier mit allen Mitteln zu befriedigen. Ein Grund für den extremen Konkurrenzkampf in Großbritannien ist, dass es ein viel höheres Angebot gibt. In Deutschland hat beispielsweise die BILD-Zeitung die höchste Auflage. Sie muss nicht ums Überleben kämpfen. In England gibt es dagegen rund ein Dutzend solcher Zeitungen, die versuchen, sich gegenseitig auszustechen. Es gibt zum Beispiel „the Sun“, „daily Mail“ oder „Daily Mirror“.

„News of the World“ 2011 eingestellt

Die “News of the World” war eine von den großen Boulevardblättern von Großbritannien. Sie hatten sich ihren Platz an der Spitze hart erkämpft. Doch dann der Skandal: Das Blatt soll die Telefonate von tausenden Promis, Politikern und sogar von Angehörigen von getöteten Personen abgehört haben. Die Welle der Empörung schlug hoch und am 11. Juli 2011 musste sich die Zeitung dem Druck der Öffentlichkeit geschlagen geben und stellte ihre Arbeit ein. „News oft the World“ ist ein Beispiel, bei dem die skrupellosen Machenschaften ans Licht gekommen sind. Doch wie viele andere Boulevardzeitschriften verwenden gleiche oder ähnliche Methoden, um am Markt zu überleben und die Sensationsgier der Leser zu befriedigen?

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