Datenjournalismus: die besten Tools

Datenjournalismus ist eine relativ neue Art des Storytellings. Es geht darum, Geschichten mit Statistiken, Karten oder Diagrammen anzureichern. Der Leser wird so selbst zum Beobachter und bekommt die Möglichkeit, sich ein Stückweit ein eignes Bild zu schaffen. Datenjournalismus: die besten Tools

Was ist Datenjournalismus?

Datenjournalismus bedeutet interaktives Storytelling auf der Basis einer Datenrecherche. Dabei ist es wichtig, ein journalistisch relevantes Thema zu verfolgen. Dazu muss der Journalist eine passende, journalistische Frage aufstellen. Dann geht es darum, einen Datensatz zu dem Thema zu finden. Dieser muss eindeutig sein und ein klares Ziel haben. Das wichtige beim Datenjournalismus: die besten Tools.

Das wichtigste: Am Ende soll eine Geschichte stehen, die mit Daten angereichert ist. Bei dieser interaktiven Erzählform ist es sinnvoll, zwei Themen gegenüberzustellen. Ein Beispiel hierfür könnte die Verteilung der Raucher und die der an Lungenkrebs erkrankten Personen in Deutschland sein. Dabei stellt sich die Frage, inwieweit diese beiden Faktoren zusammenhängen. Anhand einer Statistik könnte man das gut darstellen und als Zusatz dem Artikel beifügen.
Datensätze werden im Datenjournalismus also nicht nur als Recherchequellen genutzt, sondern sind zentraler Gegenstand der Geschichte. Datenjournalismus bietet dem Leser so eine interaktive Rechercheumgebung, in der er sich ein eigenes Bild machen kann.

Wo finde ich Daten und Statistiken?

Um Statistiken zu finden, gibt es einigen öffentliche Seiten, die regelmäßig neue Studien und Zahlen veröffentlichen.
Eine der bekanntesten ist die, des statistischen Bundesamts, kurz Desatis. Die Bundesoberbehörde erhebt, sammelt und analysiert statistische Themen aus dem Bereich Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Die aufbereiteten Themen werden tagesaktuell veröffentlicht. Auf der Internetseite www.destatis.de sind unter „Datenbank GENESIS“ die Statistiken zu finden. Eine weitere Quelle für Journalisten ist die Internetseite des Bundeskriminalamts (BKA). Neben der Bundespolizei und der Polizei im deutschen Bund ist das BKA eines der drei Polizeien in Deutschland. Die Behörde veröffentlich auf der Seite www.bka.de unter „Publikationen“ und „Presse“ Kriminalstatistiken.
Eine weitere zuverlässige Quelle ist das Regierungsportal govdata. Die Internetseite (govdata.de) ist in mehrere Rubriken unterteilt. Dazu gehören unter anderem Punkte wie „Bevölkerung“, „Kultur und Sport“, „Politik und Wahlen“ sowie „Verbraucherschutz“.
Speziell für Gesundheitsthemen ist die Online-Datenbank der Gesundheitsberichterstattung des Bundes wichtig. Dort laufen Informationen aus über 100 Quellen zusammen: Grafiken, Texte und Definitionen. Nutzer finden die Informationen auf der Internetseite www.gbe-bund.de am besten über die an der Seite aufgelisteten Themen oder über die Stichwortsuche.
Bei allen Daten ist es für die Veröffentlichung wichtig, immer die Quelle zu nennen, von der die Statistiken stammen.

Datenjournalismus: die besten Tools

Wie bekomme ich beim Datenjournalismus die besten Tools? Um zu testen, ob es bei einer Statistik besondere Auffälligkeiten gibt, die es wert sind, weiter verfolgt zu werden, gibt es ebenfalls eine Methode: Der Ausreißertest. Unter www.alcula.com findet man einen Boxplot. Der ist dafür da, die Verteilung von Daten darzustellen. Er zeigt also, wo die größten Streuungsmaße sind und ob es Ausreißer gibt. Oft sind genau diese Ausreißer das Interessante oder Neue. Dann heißt es: dran bleiben. Denn im Datenjournalismus ist Durchhaltevermögen gefragt.

Was mache ich mit den Daten?

Zunächst muss der Journalist die Daten auf Richtigkeit prüfen und sich fragen: Wo habe ich die Daten her? Ist die Quelle vertrauenswürdig?
Dann ist es wichtig, sich die Daten genau anzuschauen. Was sagen sie eigentlich aus? Was sind die Bezugsgrößen?
Meistens sind die Zahlen in Exeltabellen aufbereitet- da ist es wichtig den Überblick zu bewahren. Von Vorteil ist es außerdem, grundlegende Dinge von Exel zu beherrschen. Um besser arbeiten zu können, hilft es auch, sich Libre Office herunterzuladen. Unter https://de.wikipedia.org/wiki/LibreOffice ist das möglich. Mit diesem Programm ist die Tabellenkalkulation einfacher. Die Funktionen sind ähnlich wie bei Exel.
Um zwei Datensätze gegenüberzustellen, kann der Verweis helfen. Er sorgt dafür, dass die Zahlen in richtiger Formation eingetragen werden. Im Internet bekommt man ganz einfach heraus, wie der SVerweis funktioniert.

Wie erstelle ich eine Karte mit meinen Daten?

Das Tool, um eine Deutschlandkarte zu erstellen heißt Cartodb. Unter www.cartodb.com. Dort kann sich

So könnte eine aufbereitete Deutschlandkarte aussehen

So könnte eine aufbereitete Deutschlandkarte für den Datenjournalismus aussehen

jeder einen Account erstellen und sofort loslegen. 
Ein Thema für eine Karte wäre beispielsweise: Wo gibt es in Deutschland die meisten Raucher?
Hierfür müssen die Daten in Libre Office den Bundesländern in Deutschland zugeordnet werden. Die Zahlen hierfür findet jeder auf www.geodatenzentrum.de. Auf dieser Seite unter  „Open Data“ und
„Verwaltungsgebiete“ gibt es verschieden Muster, z.B. für die Bundesländer in Deutschland. Es is auch möglich, nach Städten oder Landkreisen auf der Karte zu sortieren.
Nun müssen beide Datensätze in Carlo.db eingeladen werden. Das funktioniert unter „New Map“. Auf „Merge Dataset“ kann man dann die beiden Tabellen miteinander verbinden. Unter der „Mapansicht“ erscheint die fertige Karte. Nun kennen sie im Datenjournalismus: die besten Tools.

Wie kann ich andere Grafiken gestalten?

Der Datawrapper ist ein Tool, um zum Beispiel Balken-, Säule- oder Kreisdiagramme zu erstellen. Unter www.datawrapper.de funktioniert das auch ohne große Programmierkenntnisse. Anmelden kann sich jeder kostenlos. Das Wichtigste ist: Immer wieder ausprobieren und durchhalten! Denn wenn man sich etwas eingearbeitet hat, ist auch dieses Tool leicht zu verstehen. Datenjournalismus: die besten Tools.

Ein solches Balkendiagramm kann jeder einfach mit Datawrapper gestalten

Ein solches Balkendiagramm kann jeder Datenjournalismus einfach mit Datawrapper gestalten

Habe ich als Journalist Recht auf Daten?

Für alle Journalisten gilt das Informationsfreiheitsgesetz (IFG). Dieses Gesetzt gewährt jedem Anspruch auf amtliche Informationen von Bundesbehörden. Ausgenommen hiervon sind Informationen über laufende Verfahren und personenbezogene Daten. Das IFG gilt für alle Bundesländer in Deutschland, außer Bayern, Hessen, Baden-Württemberg Niedersachsen und Sachsen.
Allerdings haben Journalisten auch in diesen Ländern Anspruch auf Datenzugang. Dies ist im Presserecht und im jeweiligen Landespresserecht festgeschrieben.

Ronja Straub

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Quelle: Modul Datenjournalismus bei Thomas Liesen https://de.wikipedia.org/wiki/Datenjournalismus
http://datenjournalist.de
https://cartodb.com
https://datawrapper.de
Bilder: selbst gemacht, Screenshots von den Seiten

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