Erlösmodelle für Printmedien im Web

Im Zeitalter der Digitalisierung stehen Printmedien vor vielen Herausforderungen. Das Internet wird immer mehr als Hauptinformationsmittel genutzt.

Erlösmodelle für Printmedien

Statt zum Papier zu greifen, wird das Smartphone oder Tablet rangezogen. Deshalb sind die Presseverlage immer mehr dazu gezwungen auf kostenpflichtige Online Angebote zu setzen. Doch welche Erlösmodelle für Printmedien gibt es? 

Dazu müssen sie sich erstmal gegen die Konkurrenten im Web, wie Facebook und Twitter, etablieren. Es entsteht ein Kampf um die Aufmerksamkeit der Leser. Die Online Angebote könnten eine große Chance für die Zeitungsbranche bedeuten. Die mobilen Medien sollen ein neues Geschäftsmodell zur Finanzierung bieten, um die klassischen Erlösmodelle für Printmedien zu ergänzen und die finanzielle Zukunft zu sichern.
Das Problem jedoch besteht darin, dass zu lange kostenloser Inhalt im Netz verschenkt worden ist. Sind die Nutzer noch bereit für digital aufbereitete Medien zu bezahlen? Grundsätzlich scheinen Leser bereit zu sein, Zeit und Geld zu investieren, wenn ihnen ein entsprechender Mehrwert geboten wird. Die Medienangebote müssen echte und überraschende Inhalte liefern, damit sich die Aufmerksamkeit die der Nutzer investiert auch lohnt.

E-Paper: lesen meiner Lieblingszeitung wo und wann ich will

Bundesweit verlieren Zeitungen an Lesern der Printausgabe. Was nicht heißt, dass der Verlag an sich Leser verlieren muss. Zum Teil steigen Nutzer auf ePaper um und lesen die Zeitung am Tablet.
Das vertraute Layout des Printprodukts bleibt das gleiche, die elektronische Version ermöglicht jedoch zahlreiche Vorteile: Vergrößern oder Verkleinern oder das Abspeichern von Seiten als PDF. Sie kann jederzeit und auf jedem Gerät gelesen werden. Egal ob Zuhause, auf dem Weg zur Arbeit oder beim Reisen. Somit erfahre ich auch im Urlaub, was daheim passiert. Das ist möglich, da die Zeitung als PDF heruntergeladen und offline gelesen werden kann.

Zwar hat fast jede Zeitung eine Website die kostenfrei ist, sie erhält jedoch nur Auschnitte des täglichen Informationsangebots und ist daher weniger attraktiv für Leser. Das ePaper ist kostenpflichtig bietet jedoch zusätzliche Serviceleistungen, wie weitere ePaper des Verlages oder ein Archiv älterer Ausgaben. Außerdem bietet sie weitere Inhalte wie Videos, Bilder oder externe Links, was die Leseattraktivität erhöht.
Hier gilt das Erlösmodell des traditionellen Abonnements. Ich erhalte regelmäßig das ePaper meiner abonnierten Zeitung oder Zeitschrift und zahle dafür monatlich.

Online Kiosk

Neue Erlösmodelle für Printmedien

Klassische Medien müssen immer mehr auf Erlösmodelle im Web setzen

Ein weiteres, neues Geschäftsmodell, das nun aus dem Boden sprießt sind sogenannte Online Kioske. Diese wollen den Journalismus passgenau verkaufen. Komplette Zeitungen kaufen soll der Vergangenheit angehören. Der moderne Leser stellt sich sein eigenes Produkt zusammen und kauft nur noch die Artikel aus den unterschiedlichsten Printpublikationen die ihn interessieren.
Diese Art der Erlösmodelle für Printmedien, funktioniert ähnlich dem iTunes Modell – warum eine ganze CD kaufen, wenn ich mit einem Klick auch die zwei Lieder kaufen kann die ich will? Einmal angemeldet, lädt man sein Guthaben auf und kann dann die Texte, die einen interessieren, lesen.

Möglich machen es Plattformen wie das deutsche Pocketstory und das niederländische Blendle. Sie sind das iTunes des Journalismus. Diese Angebote sind als App für das Tablet oder das Smartphone zu erhalten. Die Idee dahinter ist ganz simpel – wenn Texte wenig kosten und bequem erreichbar sind, ist der Leser bereitwilliger sein Geld für Qualitätsjournalismus auszugeben.
Wie auch in der Zeitung sind die Inhalte in Rubriken unterteilt. Politik, Wirtschaft, Reise und Gesellschaft. Der Schwerpunkt liegt auf Qualitätstexten und längeren Lesestücke. Durch das Ergänzen von Bildern, Videos und O-Tönen wird auch hier ein neues Erlebnis für die Leser geschaffen. Die Preise liegen zwischen 0,30 Cent und 1,99 Euro. Ohne Bezahlung lassen sich meist nur die ersten Absätze lesen.
Bei den Online Kiosken wird auf das direkte Erlösmodell gesetzt, also durch den Verkauf der einzelnen digitalen Produkte. Bei denen ein Anteil an den Verlag geht, den anderen Teil erhalten die Plattformen selbst.

Micropayment: Eins der neuen Erlösmodelle für Printmedien

Auch das Münchner Startup LatePay versucht das bezahlen von Kleinstbeträgen im digitalen Journalismus zu etablieren. Hierzu hat es drei Verkaufmodelle entwickelt.

Im Ersten, Pay Per Use, addiert das System die Beiträge der gelesenen LaterPay Inhalte des Nutzers und verpflichtet ihn erst ab einer gesammelten Rechnungssumme von fünf Euro zur Registrierung und Bezahlung. Durch dieses System sollen die hohen Micropayment-Kosten vermieden werden. Denn fünf Euro zu zahlen ist einfach wirtschaftlicher als 10 Cent abzurechnen. Neben Pay per Use hat das Unternehmen noch zwei andere Verkaufsmodelle entwickelt. Das zweite Modell nennt sich Free to Read. Hier ist der komplette Artikel gratis, jedoch können einzelne Elemente wie Interview-Abschriften oder Fotogalerien, also zusätzliches Bonusmaterial, einzeln erworben werden.
Das letzte Modell im Bunde ist Single Sale. Dieses Verkaufsmodell widerspricht jedoch der üblichen LaterPay Philosophie, „erst konsumieren, später zahlen“, hier gibt es nämlich die Möglichkeit eines Direktverkaufs. Diese Bezahlform eignet sich vor allem für Special Interest Inhalte, die weniger auf Masse, dafür aber auf höhere Preise setzen.

Die Attraktivität all dieser Angebote ist die multimediale Aufbereitung. Die elektronischen Programme müssen einen schnellen Überblick liefern und eine möglichst einfache Leseführung beinhalten. Damit der Nutzer ein kostenpflichtiges Medienprodukt konsumiert, sollte das Bezahlen möglichst einfach und unkompliziert sein. Ob sich die neuen Erlösmodelle für Printmedien etablieren, wird sich mit der Zeit zeigen.

 

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