Investigativer Journalismus

Investigativer Journalismus

Wie ein Detektiv vorgehen, verschiedenen Hinweisen folgen und immer mehr Lügen ans Licht bringen: Jeder Journalist träumt von einer großen Story. Aber investigativer Journalismus fordert einige Fähigkeiten, die nicht jeder aufweisen kann.

Investigativer Journalismus zielt auf die Enthüllung von Ereignissen und Zuständen wie Bestechung oder Amtsmissbrauch. Das sind Themen, die die Beteiligten grundsätzlich geheim halten wollen, weshalb der Journalist bei seiner Arbeit gegen viel Widerstand ankämpfen muss. Insgesamt ermittelt er vor allem gegen Behörden, staatliche Institutionen, große Unternehmen und deren Entscheidungsträger. Der Reporter will in der Regel Missstände und Machenschaften von großer Relevanz für die Allgemeinheit aufdecken. Er handelt also im öffentlichen Interesse.

Wie läuft investigativer Journalismus ab?

Investigativer Journalismus deckt Skandale auf, die die Beteiligten vertuschen wollen. Für die Arbeit muss der investigative Journalist viel investieren.

Der Journalist geht bei seiner investigativen Recherche immer nach dem Prinzip „von innen nach außen“ vor. Allgemein beginnt er seine Arbeit mit einem Verdacht oder Hinweis eines Insiders. Er überprüft den Tipp, befragt Betroffene, Beschäftigte oder andere möglichen Mitwisser, um seinen Verdacht zu erhärten und möglichst viele Belege zu sammeln. Danach stößt er weiter ins Zentrum vor, wo wichtige Entscheider, wie Geschäftsführer oder hohe Politiker ins Spiel kommen. Um gegen diese einflussreichen Kontrahenten anzukommen, ist ein geplantes Vorgehen, großes Vorwissen, sowie ausreichend Beweismaterial die Voraussetzung. Als letzten Schritt konfrontiert der Journalist die Angeklagten mit seinen wasserdicht recherchierten Fakten und holt sich so eine Stellungnahme zu den Vorwürfen ein.

Die Watergate-Affäre als Musterbeispiel

Das Musterbeispiel des investigativen Journalismus ist die sogenannte Watergate-Affäre aus den USA. Dank hartnäckiger journalistischer Nachforschungen zweier Reporter, kam eine Reihe an Amtsmissbräuchen von Regierungsmitgliedern auf. Ihre Enthüllungen führten letztlich sogar zum Rücktritt des damaligen Präsidenten Richard Nixon. Deshalb gilt die Watergate-Affäre noch heute als eines der größten politischen Skandale der US-Geschichte. Während des Präsidentenwahlkampfes 1972 brachen Beauftragte des Wahlkomitees der Republikaner in das Hauptquartier der Demokraten ein, um Abhörgeräte zu installieren. Die beiden Journalisten deckten trotz heftigen Widerstandes von Seiten der Betroffenen die Mitwissenschaft und das anschließende Vertuschen der Tat durch Nixon und seine engen Vertrauten auf. Sie ließen sich vom Gegenwind nicht abbringen, sammelten bei ihren Recherchen immer mehr Beweise und brachten am Ende die Intrigen der Republikaner ans Licht.

Nicht nur in der Vergangenheit haben Journalisten durch eine investigative Recherche Skandale und Manipulationen aufgedeckt. Auch in den letzten Jahren kamen sie einigen Machenschaften auf die Spur. Sei es die Steuerhinterziehung durch Hoeneß, der ADAC-Betrug oder die Korruption bei der FIFA. Jeder Fall begann mit einem Hinweis und endete mit einer exklusiven Story und viel Aufsehen in den Medien und bei der Bevölkerung.

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