Kulturjournalismus – Wie er heute funktioniert

Ob Journalismus im Theater, im Kino oder in Galerien. Kulturjournalisten sind Experten auf ihren Gebieten. Kulturjournalismus hat eine traditionelle Vergangenheit. In der digitalen Welt wird es für die Kulturjournalisten immer schwieriger, sich durchzusetzen. Welche Aufgabe haben sie eigentlich?

Die richtige Auswahl treffen

Die Vielfalt der Medien steigt stetig. Sie sind meist freizugänglich und ein Jeder kann sie nach Bedürfnis abrufen. Auch im Kulturbereich, vor allem bei den zahlreichen Neuerscheinungen auf dem Buch- und Filmmarkt, ist der normale Mediennutzer aufgrund der Vielfalt schier überfordert. Der Kulturjournalist trifft für den Nutzer eine Vorauswahl indem er selektiert, über welche Werke er berichtet. Die Aufgabe besteht darin seine Adressaten gesprächsfähig zu machen. Dafür muss der Kulturjournalist selbst erst einmal gesprächsfähig sein. Sachverstand ist mitunter die wichtigste Fähigkeit die er besitzen muss. Dabei ist Fachkenntnis nicht minder bedeutend.

Entertainer und Kritiker

Sämtliche Blatt oder Filmkritiken trafen in der Vergangenheit bereits Entscheidungen darüber ob ein Titel Bestseller oder Flop wird. Heutzutage haben Kulturjournalisten keinen so großen Einfluss mehr. Das liegt unter Anderem daran, weil sich der Leser seine eigene Meinung bildet. Sämtliche Kritiken verlagern sich ins Internet. Beispielsweise bei Amazon kriegt die Kritik der User immer größere Bedeutung. Im Kulturjournalismus ist allerdings höchste Vorsicht bei Kritiken zu wahren. Der Journalist muss mit Fingerspitzengefühl vorgehen, da der Leser unglücklich umgesetzte Kritik an einem Künstler und dessen Werk leicht als Neid auffassen kann. Die Aufgabe der Unterhaltung gehört ebenfalls zu den „Must Haves“ eines Kulturjournalisten. Es kommt immer darauf an in welchem Medium der Journalist tätig ist. Egal ob Journalismus mit Musik, Theater oder Büchern. Wo er im Printjournalismus lediglich versuchen kann humorvoll zu schreiben, bieten ihm Hörfunk und Fernsehen hingegen deutlich mehr Spielraum um den Mediennutzer zu unterhalten. Beispielsweise kann er eine Buch- oder Filmbesprechung als Dialog zweier Moderatoren inszenieren, um den Beitrag lebendiger zu gestalten. Noch wichtiger als im Radio ist die Inszenierung des Beitrages im Fernsehen.

Der Journalist als Trendsetter

Kulturjournalisten gelten als Agenda-Setter. Immer häufiger entdecken sie neue Trends und machen diese Publik. Der Grund: Neue Subkulturen wollen sich möglichst stark von ihrer Umwelt abheben. Dies geschieht meist in Metropolen, als Paradebeispiel gilt die Hip-Hop –Kultur, die sich in den 80ern entwickelte. In wenigen Jahren hatten die Vertreter dieser Subkultur neue Mode und Musikrichtungen etabliert, die vor allem durch die Berichterstattung von vielen Jugendlichen wahrgenommen wurde.

Zukunft des Kulturjournalismus  

Der Kulturjournalismus ist nicht das einzige Berufsfeld im Journalismus. Es gibt immer weniger Menschen die Bildung, Muße, Zeit und Geduld besitzen, sich auf Kultur einzulassen. Die wirtschaftliche Prognose ist daher eher düster und kritisch. Kultur ist schon immer eine Nische in der Nachrichtenwelt und diese werden bekanntlich als erstes geschlossen. „ Ich denke nur derjenige kann überleben der in seinem eigenen Sachbereich mit größter Kompetenz und stilistischer Brillianz eine Außenwelt präsentiert, so der Kommunikationstheoretiker Prof. Dr Bolz: „Nur was man mit größter Begeisterung tut, kann auch irgendwo noch Aufmerksamkeit finden.“

Den Kultur- und Boulervardjournalisten Claus Dreckmann im Interview findest du hier.

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