Manipulierte Diagramme – Vorsicht vor diesen Fallen

Manipulierte Diagramme treten in verschiedenen Formen auf und sind nicht immer leicht zu erkennen. Selbst die faktentreuste Grafik kann durch falsche Gestaltung ein verzerrtes Bild von der Wirklichkeit liefern. Dieser Artikel verrät, was ein gutes Diagramm ausmacht und wo Fehlerquellen liegen.

Pacman

Qualitätskriterien für gute Diagramme

Ein Diagramm ist laut Wikipedia „eine grafische Darstellung von Daten, Sachverhalten oder Informationen. Je nach der Zielsetzung des Diagramms werden höchst unterschiedliche Typen eingesetzt. Die Bandbreite von bildhaften Elementen bis rein abstrakten Gebilden ist dabei sehr groß“.  Was alle verschiedenen Arten eint, sind die Kriteriten, die für eine saubere Darstellung der Wirklichkeit notwendig sind:

  1. Eine Überschrift muss vorhanden sein und dem Leser kurz, aber präzise, den Inhalt der Grafik widergeben, zum Beispiel: „Griechenland: Staatsverschuldung von 2004 bis 2015 (in Milliarden Euro)
  2. Wie im Journalismus üblich, darf eine vollständige Quellenangabe nicht fehlen. Es ist zu klären: Aus welcher Erhebung stammen die Daten? Wer hat die Erhebung durchgeführt? Und auf welchem Stand sind die Daten?
  3. Bei prozentualen Angaben ist die Nennung der Fallzahl, also die Anzahl der befragten Fälle, besonders wichtig.
  4. Achsen (Säulen- und Balkendiagramm) und Segmente (Kreisdiagramm) müssen vorhanden und vollständig beschriftet sein.
  5. Bei bestimmten Diagrammen ist eine Legende notwendig, beispielsweise wenn verschieden farbige Graphen übereinander liegen. Dann muss die Legende über die Bedeutung der Farben aufklären.
  6. Größen müssen immer im korrekten Verhältnis zu einander stehen.
  7. Es darf keine perspektivische Verzerrung geben, zum Beispiel durch 3D-Darstellung.

Beispiele für Manipulierte Diagramme

Es folgen einige Beispiele, um die oben genannten Punkte zu veranschaulichen. Quellenangaben fehlen bewusst, da die folgenden Daten frei erfunden sind.

Beispiel 1:

Manipulierte Diagramme - Durchschnittlicher Fernsehkonsum pro Tag

==> Hier fehlt die y-Achse komplett, was zur Folge hat, dass der Leser keine genauen Daten (in Stunden oder Minuten) erhält. Viel mehr als die Rangfolge der Nationen lässt sich hier also nicht herauslesen.

Beispiel 2:

Manipulierte Diagramme - Umfrage: Heißt es die oder das Nutella?

==> Die Fallzahl ist nicht angegeben. Ob hundert oder tausend Leute teilgenommen haben, ist somit nicht klar. Das ist aber wichtig, um die Repräsentativität der Studie einschätzen zu können.

Beispiel 3:

Verschiedene Diagramme zum selben Thema - Variante A

Variante A

Verschiedene Diagramme zum selben Thema - Variante B

Variante B

==> Beide Diagramme zeigen die selben Daten, doch während Variante A nur den Auschnitt von 75 bis 85 Punkten zeigt, deckt Variante B das gesamte Punktefeld ab. Schüler D wirkt in Variante A deshalb wie ein Versager. In Variante B ist jedoch zu sehen, dass er gut in der Klausur abgeschnitten hat, wenn auch nicht so gut wie die Anderen. Je nach Perspektive können die selben Daten also unterschiedliche Wirkungen entfalten.

Beispiel 4:

Manipulierte Diagramme - Anzahl der Kernwaffen von 1950 bis 2010

==> Durch die Dreidimensionalität gehen hier einige Daten verloren. Der Ersteller dieses Diagramms hat die grafische Gestaltung höher gewichtet als die inhaltliche Aussage, dabei sollte es genau anders herum sein.

Fazit

Diagramme sind etwas Tolles. Sie helfen uns komplexe Sachverhalte einfach und anschaulich darzustellen und zu verstehen. Doch nicht alle grafischen Darstellungen zeigen uns ein unverzerrtes Bild von der Wirklichkeit. Neben den hier gezeigten Beispielen gibt es noch zahlreiche andere Arten wie uns  manipulierte Diagramme täuschen können. Oft lohnt sich ein zweiter Blick, um festzustellen, dass die Grafik etwas anderes aussagt, als anfangs vermutet.

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