Mein journalistisches Volontariat

Abitur in der Tasche, dreijähriges Studium im Medienbereich absolviert. Das reicht oft leider nicht für den Traumjob „Irgendwas mit Medien“. Ein Volontariat gilt oft als Voraussetzung für eine Karriere im Journalismus. Aber was ist das genau und wie bekomme ich eins?

Das Volontariat als Ausbildung

Wenn du nach deinem absolvierten Studium in die Medienbranche einsteigen möchtest, wirst du wahrscheinlich nicht an einem Volontariat vorbeikommen – das klingt jetzt aber negativer als es in Wirklichkeit ist! Ein Volontariat ist eine große Chance und bietet dir die Möglichkeit, deinen zukünftigen Beruf in allen Facetten kennenzulernen und zugleich viele wichtige Kontakte zu knüpfen. Das Volontariat ist eine Art Redakteurslehre, es gibt heute kaum noch Nachwuchsjournalisten die eine Festanstellung bekommen, ohne vorher ein Volontariat gemacht zu haben. Mit dem Abschluss darf man sich in Deutschland Redakteur nennen.

Während des Volontariats rotiert man mindestens 15 und maximal 24 Monate durch die Redaktionen und lernt so die verschiedenen Ressorts kennen. Die Tarifverträge sehen vor, dass der Volontär mindestens zwei Monate in jeweils drei Ressorts gewesen sein muss. Die meisten Volontariate werden im Printbereich absolviert c.a 2000 pro Jahr. Danach folgt das im Hörfunk mit c.a 500 Stellen pro Jahr und Rundfunk mit 300. Nachirchtenagenturen und Anzeigenblätter liegen mit c.a 100 Volontariate pro Jahr drunter. Für Onlinemedien gibt es noch keine Schätzzahlen. Bei Tageszeitungen ist die Lokalredaktion für alle Pflicht, außerdem muss jeder Volontär in der Politik oder Nachrichtenredaktion gewesen sein. Aus den übrigen klassischen Ressorts Wirtschaft, Kultur und Sport kann man sich eins aussuchen.

Abitur als Grundvorraussetzung

Die Plätze im Volontariat sind rar und dementsprechend umkämpft. Ein Volontariat ohne Abitur zu bekommen ist heutzutage nahezu unmöglich. Die Mehrheit aller Volontäre hat auch ein Studium hinter sich. Die meisten Volontäre sind übrigens Frauen mit 57 Prozent. Was man studiert hat  ist relativ egal. Ob Medizin, Politikwissenschaften oder Kunstgeschichte. Die Kunst ist es dem Ausbildungsredakteur versichern, dass einem das Studium eine Menge Fachwissen vermittelt hat, das für sein Medium geradezu unerlässlich ist. Die Möglichkeit ein Journalismus Studium ist natürlich auch eine Option. Kommunikationswissenschaften, Medienmanagement oder gleich Journalismus. Heutzutage gibt es viele Studiengänge in der Medienbranche. Die Medien werden selbst immer mehr zum Thema und wer da Ahnung hat, kann auch in diesem Bereich seine journalistische Nische finden

Durch journalistische Praxiserfahrung zum Erfolg

Mit Abi, Bachelor oder Master hat man noch lange kein Volontariat in der Tasche. Um einiges Bedeutender als der Abschluss mit einer Eins vor dem Komma ist die Praxis im Journalismus. Wer nicht schon in der Schülerzeitung gearbeitet und nach der Schule journalistische Erfahrungen gesammelt hat, muss sich ranhalten. Spätestens während des Studiums sollte man gelegentlich Texte schreiben und Kontakte zu Medienmachern knüpfen. Das eine oder andere Praktikum in den Semesterferien erhöht die Chancen. Bewerben im Journalismus heißt nicht gleich einen Platz in der gewünschten Redaktion zu bekommen. Denn wie beim Volontariat gilt auch schon beim Praktikum: Die Zahl der Bewerber übersteigt die Plätze um ein Vielfaches – insbesondere während der Ferien. Wer in der Ferienzeit nicht so viel Glück hat, sollte beispielsweise überlegen, ein halbes Jahr Urlaubssemester zu machen um Praxisluft zu schnuppern, wenn andere im Hörsaal sitzen.

Wege nach dem Volontariat

Im besten Fall wird der Volontär direkt zur Festanstellung übernommen. Wer den Chefredakteur während des Volontariats von seinen Fähigkeiten nicht überzeugen konnte, für den wird das Verfassen von Bewerbungen wieder genauso wichtig wie das Schreiben guter Reportagen. Nicht alle Volontäre bekommen am Ende ihrer Ausbildung direkt einen Arbeitsvertrag. Wer bei einer Tageszeitung oder Zeitschrift volontiert, muss die Entscheidung des Verlags drei Monate vor Ausbildungsende mitgeteilt bekommen.

Wie viel ein ausgelernter Redakteur verdient findest du hier.

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