Mobbing im Netz – Die Tränen sind echt

Beleidigt, gehänselt, bedroht oder lächerlich gemacht. Mobbing unter Teenagern gibt es längst nicht mehr nur auf dem Schulhof. Fast jeder fünfte deutsche Jugendliche wurde schon einmal im Netz gemobbt.

Mobbing im Netz

Beim Mobbing im Netz werden die Betroffenen über Websiten oder soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Ask.fm schikaniert. Das passiert entweder über Beschimpfungen und Gerüchte, aber auch über peinliche oder intime Fotos die verbreitet werden. 
Das tückische an Cybermobbing: Jeder kann mitlesen, mitmachen und es passiert meist anonym.

„Im Internet tut es mehr weh. Sie verletzen dich mit Worten die sie im echten Leben niemals sagen würden“, weiß Julia. Sie wurde selbst jahrelang Opfer anonymer Hassnachrichten.
Mehr als die Hälfte der Jugendlichen findet die Schikane im Netz schlimmer als Mobbing im realen Leben. Die Bosheiten im Web haben einen negativen Einfluss aufs Selbstbild der Teenager. „Ich habe angefangen an mir selbst zu zweifeln, habe den Worten Glauben geschenkt.“ Hiflosigkeit, Depression und Scham sind Gefühle, die mit den Attacken im Internet verbunden sind. „Ich habe mich niemanden anvertraut, dazu habe ich mich einfach viel zu sehr geschämt“, erzählt Julia.

Was ist besonders an Cybermobbing?

Mobbing im Netz unterscheidet sich in einigen Punkten vom Mobbing offline:

Mobbing

Rund um die Uhr können Täter ihre Opfer im Netz schikanieren

  • Rund um die Uhr:
    Das Opfer hat keine Chance zu entkommen, die Cyber-Bullies verfolgen einen bis nach Hause. Möglich macht es das mobile Internet mit dem die Täter rund um die Uhr angreifen können. Die eigenen vier Wände bieten keinen Rückzugsort mehr. Das Opfer hat keine Chance sich den Mobbing-Attacken zu entziehen.
  • Inhalte verbreiten sich extrem schnell:
    Die herabwürdigenden Inhalte verbreiten sich rasend schnell an einen unüberschaubar großen Personenkreis. Tausende Menschen können die Taten verfolgen, kommentieren oder sogar unterstützen. Da das Internet nichts vergisst, selbst gelöschte Inhalte können immer wieder auftauchen, werden Opfer immer wieder damit konfrontiert. Das Außmaß von Cybermobbing ist somit viel größer als das Mobbing offline.
  • Bullies können anonym agieren:
    Wer anonym im Netz unterwegs ist, muss kaum mit negativen Kosequenzen rechnen. Diese Sicherheit lässt die Hemmschwelle bei den Tätern sinken. Skruppelos hacken sie auf ihren Opfern rum und kennen dabei oft keine Grenzen.

Wie wird gemobbt?

Mobbing

Die Opfer von Cybermobbing  fühlen sich meist hilflos und alleine

  • Schikane: Wiederholtes Senden von beleidigenden und verletzenden Nachrichten
  • Verleumdung: Verbreiten von Gerüchten an einen großen Personenkreis
  • Bloßstellen: Vertrauliche Informationen werden an weitere Personen weiter geleitet
  • Ignorieren: Bewusster Ausschluss von sozialen Aktivitäten, Gruppen, Chats etc

Wie kann ich mich vor Mobbing schützen?

Schütze deine Privatsphäre

  • Persönliche Daten wie Wohnadresse oder Handynummer haben nichts im Internet verloren. Sie könnten sonst von Cyber-Bullies gegen dich verwendet werden.
  • Nutze bestimmte Einstellungen, damit nicht alles was du in sozialen Netzwerken veröffentlichst von Millionen Usern einsehbar ist.
  • Spreche nicht öffentlich über persönliche Probleme oder Sorgen z.B Ärger mit den Eltern oder Liebeskummer.

Hilfe-Hotlines 

 

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