Praktikum in der Online-Redaktion

Die Anzahl der Onlinejournalisten steigt im Gegensatz zu den Redakteuren in anderen Bereichen immer weiter an. Eva Orttenburger hat ein Praktikum in der Online-Redaktion absolviert und war begeistert.

Für angehende Journalisten gehört ein Praktikum einfach dazu – egal ob bei einer Zeitschrift oder ein Praktikum in der Online Redaktion. „Ohne Praktikum läuft (fast) nichts mehr“, so auch der Deuschte Journalistenverband (DJV). Denn praktische Erfahrungen und eigene Veröffentlichungen in verschiedenen Medien sind die beste Referenz. Diese kann der junge Journalist auch bei einem Praktikum in der Online-Redaktion sammeln.

Schnelllebige Welt

Eva Orttenburger studiert Ressortjournalismus an der Hochschule in Ansbach und hat ihr Praxissemester in einer Online-Redaktion absolviert. „Ich wollte durch das Praktikum die schnelllebige Welt des Onlinejournalismus kennen lernen“, so Eva Orttenburger. Damit hat sie sich auf die wohl zukunftssicherste Schiene im Journalismus begeben: Laut DJV stieg allein von 2005 bis 2012 die Zahl der dort beschäftigten Journalisten von 1500 auf 4000 bundesweit. Und der Trend geht weiter nach oben. Das ist bemerkenswert, denn in den anderen Bereichen stagnieren die Zahlen oder gehen sogar nach unten.

Eva Orttenburger hat sich für ein Praktikum in der Online-Redaktion von nordbayern.de entschieden. Das Onlinenachrichtenportal hat seinen Sitz in Nürnberg und gehört zu den Nürnbergern Nachrichten. Ein Grund für die 21- Jährige, im Onlinebereich ihr Praktikum zu belegen, war die abwechslungsreiche Arbeit: „Ich konnte fotografieren, texten und war gleichzeitig für einigen unterschiedlichen Ressorts unterwegs.“ Die Journalismusstudentin gehörte zum „Team“- das sind die Redakteure, die sich um die Regionseiten von nordbayern.de kümmern. Außerdem ist es ihre Aufgabe den Redakteuren am Desk zuzuarbeiten. Das sind die „Chefs“, die die Hauptseite gestalten und den Überblick bewahren. Zu ihren Aufgaben im Team zählte neben dem Schreiben von Polizeimeldungen auch Agenturmeldungen anzulegen, Fußballfans aus Nürnberg zu interviewen und Tatortkritiken zu verfassen.

Verantwortung beim Praktikum in der Online-Redaktion

„Nach knapp zwei Wochen konnte ich selbstständig arbeiten“, so Orttenburger. Arbeiten- das bedeutet für die Studentin entweder Früh- oder Spätschicht während ihrem Praktikum in der Online.Redaktion. Wenn mehr anstand, waren auch Überstunden ganz normal. „Bei diesem Medium darf man nicht auf die Uhr schauen“, betont Orttenburger.
In solchen Situationen setzte öfters der Stress ein. „Aber ich denke, es ist in jedem Job so, dass man ab und zu an seine Grenzen stößt“, sagt Eva Orttenburger. „Und am Ende haben wir immer alles geschafft.“
Der große Vorteil: Die Studentin bekam bei ihrem Praktikum in der Online-Redaktion von Zeit zu Zeit immer mehr Verantwortung und konnte sich so in den Redaktionsalltag gut einleben. „Wer engagiert war, bekam auch die Chance zu beweisen, was er kann“, so die Ansbacherin. Neben ihr seien teilweise bis zu vier andere Praktikanten in der Redaktion gewesen- das sei nicht immer leicht gewesen: „Teilweise gab es dann zu wenige Ansprechpartner, die uns Praktikanten helfen konnten“, so die 21-Jährige. Andererseits halfen die Anfänger sich oft selbst weiter, was sehr lehrreich sein kann.

Zu 95 Prozent im Onlinebereich arbeiten

Für ihre Zukunft und die des Onlinejournlismus hat Eva während des bezahlten Praktikums in der Online-Redaktion viel gelernt. Zum Beispiel, dass Onlineredaktionen unabhängiger von den Zeitungen sein sollten: „Nicht nur abschreiben, sondern eigene Inhalte schaffen“, betont Journalismusstudentin. „Außerdem wäre es sinnvoll, mehr Geld in Mitarbeiter zu stecken.“ Sie möchte zu 95 Prozent nach ihrem Studium im Onlinebereich arbeiten. „Mir hat es einfach sehr viel Freude bereitet“, so Orttenburger.
Jedoch bedeuten Onlinenachrichtenportale für viele Nutzer momentan noch: Informationen für wenig oder kein Geld. Laut einer Statistik von 2014 von statista wollen 59 Prozent der 1000 befragten Personen nichts für Onlineinhalte bezahlen. 19 Prozent wollen zwei bis fünf Euro zahlen.
Onlinebesucher investieren lieber in Kommentare und geben ihre Meinung zu den Artikeln ab. Das hat auch Eva Orttenburger während ihres Praktikum in der Online-Redaktion bemerkt und fand das toll: „Ich konnte sofort die Reaktionen der Leute sehen“, so die Studentin. Zwar seien oft auch unschöne Kommentare dabei gewesen, die sie aussortieren musste, „aber allgemein ist das ein sehr guter Weg herauszubekommen, was den Leuten gefällt und was sie von uns lesen wollen“, sagt Orttenburger.

Ronja Straub

Quelle: statista.com 
             www.djv.de 

Bilder: Björn Bischoff, mit Einverständnis

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