Praktikum in Namibia bei der Allgemeinen Zeitung

Praktika sind in der Ausbildung zum Journalisten sehr wichtig. Je mehr Praxiserfahrung die angehenden Medienschaffenden in verschiedenen Unternehmen sammeln, desto bessere Chancen haben sie später am Arbeitsmarkt. Noch hilfreicher ist es, wenn die Studenten ein Praktikum im Ausland machen und somit gleich eine weitere Sprache trainieren und festigen können. Der Germanistik-Student Alexander Stiehle (26) hat die Chancen erkannt und hat freiwillig ein dreimonatiges Praktikum bei der Allgemeinen Zeitung in Windhoek, Afrika gemacht.

Praktikum im Ausland Praktikum in Namibia

Hochschule: Wieso wolltest du das Praktikum in Namibia bei der Allgemeinen Zeitung (AZ) machen?

Alex: Ich wollte unbedingt Auslandserfahrung sammeln und das möglichst mit meinem Berufswunsch verbinden. Praktika in den USA etc. haben schon viele gemacht, aber 3 Monate in Namibia zu arbeiten und zu leben ist schon etwas spezieller. Außerdem habe ich schon vorab erfahren, dass man als Praktikant sehr viel Verantwortung übernehmen darf, was für mich sehr reizvoll war.

HS: Was musstest du vor der Abreise alles organisieren?

Alex: Die Organisation vorab war relativ aufwendig: Ich musste ein Visa beantragen wofür ich wiederrum ein polizeiliches Führungszeugnis und vieles anderes benötigt habe. Außerdem musste ich meine Impfungen auffrischen lassen und Flüge buchen. Aber wenigstens um eine Unterkunft musste ich mich nicht kümmern. Die habe ich von der Zeitung gestellt bekommen. War zwar nicht das Hilton-Hotel, hat aber völlig gereicht.

HS: Wie sah der erste Arbeitstag aus?

Alex: Ich war so müde! Ich bin ja die ganze Nacht durchgeflogen und war dementsprechend ganz schön fertig. Nachdem ich ein paar Stunden geschlafen habe, bin ich in die Redaktion und ich bekam eine kleine Einarbeitung, aber viel mehr war am ersten Tag nicht geplant.

HS: Was waren deine Aufgaben während des Praktikums?

Alex: Ich war für fünf der acht Seiten der Wochenendausgabe, die jeden Freitag erschien, zuständig. Seite eins war eine größere Reportage über ein Thema meiner Wahl. Kulturtipps waren auf Seite zwei, Seite drei Kinoprogramm und Seite vier der Veranstaltungskalender. Bei der AZ kannst du sehr eigenständig arbeiten. Ich bin für meine Geschichten teilweise quer durchs Land gereist und habe so viele tolle Dinge erlebt. Land und Leute sind einfach umwerfend. Das Team der AZ ist auch super nett und hilfsbereit. Die meisten Kollegen sind mir absolut auf Augenhöhe begegnet. Aber es gibt natürlich immer Ausnahmen.

HS: Welche Sprache wird in der Redaktion gesprochen?

Alex: Größtenteils sprechen alle deutsch, doch einige können nur englisch. Meine Texte habe ich alle in Deutsch verfasst, die Interviews dazu musste ich aber auch häufig auf Englisch führen. Also ich denke, ich konnte dadurch meine Englischkenntnisse schon deutlich verbessern.

 

HS: Ist es gefährlich in Namibia?

Alex: Man sollte nicht unbedingt nachts alleine unterwegs sein, aber das gilt nur für Windhoek. Außerhalb der Städte ist es generell weniger gefährlich, weil man sowieso kaum jemanden trifft. Ich habe aber von Praktikantenkollegen erfahren, dass sie Opfer eines Überfalls wurden. Mit hingegen ist nie irgendwas Gefährliches passiert. Man sollte trotzdem immer vorsichtig sein und sich ordentlich benehmen.

HS: Was war dein schönstes Erlebnis in Namibia?

Alex: Mein schönstes Erlebnis war ein 5-tägiger Trip zu einem Naturvolk im Nordosten Namibias. Ich habe tolle Erfahrungen gesammelt und kennengelernt, wie ein Naturvolk in Afrika traditionell lebt. Darüber habe ich auch eine Reportage für die AZ geschrieben.

HS: Inwiefern glaubst du, dass dir das Praktikum für dein zukünftiges Berufsleben weitergeholfen hat?

Alex: Ich habe schon sehr viele Praktika gemacht und das bei der AZ war mit Abstand das Beste. Ich habe zum 1. Februar ein Volontariat in der Kommunikation bei der Audi AG begonnen. Während des Auswahlverfahrens wurde ich öfters auf mein Praktikum in Namibia angesprochen und ich konnte immer eine schöne Geschichte auspacken. So hat man immer etwas zu reden und das hat glaube ich einen gewissen Eindruck bei den Kollegen gemacht. Von daher: Das Praktikum hat mir enorm geholfen!

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