Radio: Wer hört das noch?

Der Irrglaube des Untergangs

Der Irrglaube des Untergangs

Der Untergang des Hörfunks wird schon seit längerem vorhergesagt. Dabei hat sich in den letzten Jahren wenig am Programm geändert.
Etwa Drei Viertel der Deutschen hören täglich Radio,  so die aktuelle Media-Analyse Agma. Nur das Fernsehen ist beliebter.
Hörfunk ist ein „Nebenbei-Medium.“ Die meisten hören Radio auf  dem Weg zur Arbeit im Auto, bei der Arbeit oder in den eigenen vier Wänden, beim Duschen oder sonstigen häuslichen Aktivitäten. Oder auch unterbewusst, zum Beispiel beim Einkaufen im Supermarkt.
Es wird mehr gehört, als man selbst bewusst wahrnimmt.

Das Problem ist, die Zahl der jungen Menschen die Radio hören, ist in den letzten zehn Jahren stetig zurückgegangen. Deshalb setzen viele Sender auf Social-Media und Apps, um diese Zielgruppe wieder aufs Boot zu bekommen.
Da nahezu jeder bei sozialen Netzwerken angemeldet ist, und diese allgegenwärtig sind, ist es wichtig auch dort guten Content zu schaffen. Radiosender sind aus diesem Grund schon fast Medienhäuser, da sie dafür regelmäßig Videos produzieren und Grafiken erstellen. Das schöne bei diesem Medium ist die Schnelligkeit Nachrichten zu veröffentlichen. Sobald etwas passiert wird das Programm unterbrochen und man bekommt sofort mit, was auf der Welt los ist. Anders bei Zeitungen, da kommen die Nachrichten erst in der nächsten Printausgabe. Das schätzen die Hörer. Ein anderer Punkt ist die direkte Ansprechhaltung des Moderators. Und natürlich der regionale Bezug ist ausschlaggebend dafür, dass viele Radio hören. T-Shirt oder Regenschirm? Stau auf dem Weg zur Arbeit? Diese Kompetenz kann sonst kein anderer Dienst in dieser Art bieten. Aber größtenteils schalten die meisten wegen der Musik ein. In diesem Punkt gibt es große Konkurrenten wie Streaming-Dienste. Warum sollte jemand die Musik hören, die einem vorgeführt wird, wenn man selbst die Musik aussuchen kann? So sehen es zumindest junge Menschen. Fakt ist, am bisherigen Programm muss sich etwas ändern. Medienwissenschaftler stellen sich ein individuelles Radio der Zukunft vor. Ähnlich wie bei Werbeanzeigen im Internet. Bin ich ein Mensch der eher Wortprogramm hört und Politik mag, bekomme ich mehrheitlich Beiträge aus dem Politik-Ressort und auch weniger Musik zu hören. Also je nach Belieben passt sich der Sendeplan an den Rezipienten an. Ob das realisierbar ist wird sich zeigen. Fakt ist, Radio ist noch lange nicht tot.

Quellen:

http://www.agma-mmc.de/media-analyse/radio.html
http://www.radioszene.de/tag/media-analyse

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